Der Grenzübertritt

Auf geht's, wir wollen heute nach Russland rüber. Das Ganze schon 2 Wochen eher als ursprünglich geplant. Aber zum einen hat uns das Wetter und insbesondere der kalte Wind, der uns die ersten 2 Wochen der Reise (mit Ausnahme eines Tages) begleitete,  nicht dazu animiert, noch länger im Baltikum zu bleiben (wir werden das in den nächsten Jahren nachholen). Und dann sind ab 18.4. Bernhard und Brigitte auch in St. Petersburg und wir wollen die beiden unbedingt wiedersehen. So ziehen wir also den Grenzübertritt vor, denn ab heute gilt auch unser Visum.

 

Zuerst noch kurz zu Narva: Sie ist die drittgrößte Stadt und als anschauungswürdige Besonderheit hat diese Grenzstadt am Fluss Narva (Grenzfluß zu Russland) eine eindrucksvolle Wehrburg zu bieten. Auf der russischen Seite gibt es ebenfalls eine Wehrburg. Wir konnten Teile davon direkt am Grenzübergang sehen, aber ich wagte es nicht, die Kamera heraus zu holen. Direkt an Grenzübergängen sollte man das Fotographieren lieber bleiben lassen.

Am Ortseingang von Narva gibt es die erste Grenzkontrolle, ca. 4 km vor der eigentlichen Grenze. Dies hatte mich überrascht, da ich solches noch nie erlebt hatte. Dort wurde unsere Ausreise registriert (an 2 Punkten) - und dafür durften wir auch noch bezahlen - auch das hatte ich bisher noch nie erlebt. Beim ersten Stop durften wir 1,30 € berappen, der 2. Stop wollte gleich 3,-- € von uns haben. Dafür bekamen wir Quittungen, die uns allerdings an der eigentlichen Grenze auch wieder abgenommen wurden.

 

Wir also nach der ersten Abzocke (?) wieder ins Auto und ab an die eigentliche Grenze. 

 

Da unser Womo auch als Sonstiges KFZ Wohnmobil zugelassen ist, brauche ich auch keine LKW-Spur anfahren, sondern kann gleich auf die PKW-Spur. Dies wird aber nicht von jedem Grenzer so gesehen, denn das Auto sieht auf dem ersten Blick immer noch wie ein LKW aus. Und aus diesem Grund habe ich im Vorwege ein offiziell ausssehendes 'Zertifikat' erstellt. Der Text wurde mir noch von einem russischen Bekannten auf russisch erstellt (in kyrillischer Schrift), das ganze auf ein zusammenkopiertes GTÜ-Formular ausgedruckt, Stempel inklusive.

 

Und nun kommen wir an die Estländische Grenzstation. Auf der PKW-Spur standen mindstens 15 PKW's und die LKW_Spur.......... war frei. Wir also doch wieder als LKW aufgetreten und auch gleich dran gekommen. Man wollte auch unbedingt mal ins Auto schauen und die Grenzerin, etwas sehr rundlich und nicht allzu beweglich, musste unbedingt unsere Notleiter hinaufklettern. Ich machte mir in dem Moment nur Gedanken: was tun, wenn die nette Dame da gleich runterfällt......

 

So weit so gut: wir alle Formalitäten erledigt und ab zum russischen Posten. Auch hier: Die PKW-Spur war auch voll. Also auf die LKW-Spur. Aber der Grenze hatte mich wohl durchschaut und nach einem Blick aufs Auto schickte er mich gleich zu seinen Kollegen. 

Das war soweit auch ok, hatte ich doch durch meine kleine Finte mindestens jetzt 20 PKW'w überholen können.

 

Und dann ging es los. Erst mussten wir noch Registrierungsformulare ausfüllen, dann wurden Pässe abgestempelt und irgendwann wollte doch ein Grenzer, dass ich alle Klappen, Staukästen und auch den Wohnkoffer öffne. Überall wollte er reinschauen. Hätte nur noch gefehlt, dass ich auch alles hätte auspacken müssen, aber dann würden wir wohl noch am nächsten Tag dort stehen. Mich ärgerte nur, dass ich auch unbedingt den Alukoffer auf dem Fahrerhausdach öffnen musste. Aber da sein Spiegelarm, mit dem er die Heckkoffer kontrollierte, von der Länge nicht reichte, musste er eben auch aufs Dach klettern.

Er wollte auch ins Fahrerhaus schauen, aber auf meinen Hinweis, dass da ein Hund drin sitzt, hat er die Tür schnell wieder zugemacht - unser Oskar muss wohl in dem Moment ganz böse ausgesehen haben. Dabei hat er noch nie jemanden gebisssen, nur totgeschmust.

 

Nach dieser ausgiebigen Kontrolle durften wir gut 7-8 Meter weiterfahren und zur nächsten Kontrollstelle (wir brauchten allerdings ein paar Minuten,  zu begreifen, dass hier noch etwas zu tun ist - aber nur, weil der Schlagbaum nicht hoch ging - und das musste ja einen Grund haben). Jetzt musste das Auto noch deklariert werden, da wir es ja temporär einführen wollten. Aber da war Ludmilla (so nenne ich die Zöllnerin mal) mit mir nicht zufrieden. Ich füllte das Formular, das sogar (teilweise schwer verständlich) auf deutsch übersetzt war, nach besten Wissen und Gewissen aus und stand wieder vor ihr. Aber irgendwie gefiel ihr nicht, was ich da so von mir gegeben hatte und sie sah aus, als käme sie gleich aus ihrem Häuschen und haut mir den Zettel um die Ohren. Ganz böse machte sie mich auf die vielen Fehler aufmerksam und drückte mir verärgert 2 neue Formulare (die mussten doppelt ausgefüllt werden - eines für sie, eines für mich bzw. für die Ausreise) in die Hand. Doch leider verschrieb ich mich einmal und vorsichtshalber schickte ich Brigitte vor, ein neues Formular zu holen - ich traute mich einfach nicht mehr.

Dann ich wieder zu Ludmilla und mit einem strengen Blick (irgendwie erinnerte mich das an meine Schulzeit) kontrollierte sie das Formular. Jetzt war wohl alles in Ordnung und sie tippte vieles in ihren Computer - irgendwie verstand ich das auch nicht, denn sie hatte doch alle Daten auf dem Zettel. Naja, alles muss man ja auch nicht verstehen.

 

Mittlerweile waren wohl die meisten PKW's, die ich vorher alle frech überholte, auch durch die Kontrollen, der eine oder andere war wohl etwas verärgert, weil ich alle aufgehalten hatte. Aber das störte mich in keinster Weise. Wieso auch, wir sind doch im Urlaub und haben Zeit. Und da ich ja so ruhig und ausgeglichen bin.......

 

Und nach ca 2 Stunden und 15 Min. war es dann so weit: wir sind in Russland. 

 

Jetzt geht es nach St. Petersburg und was wir da so im ersten Step erleben, erzähl ich morgen.

 

PS: Hier in diesem Blog gibt es keine Bilder.

 

 

 

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