Kloster Iwolginski Dazan

Liebe Nastja, vielen Dank für die Zeit, die du dir für uns genommen hast. Bzgl. gestern hatte ich mich schon geäussert, heute gab es noch die Steigerung. Du hast uns so viel erzählt von einer Religion, mit der wir noch nie Kontakt hatten,. Wir haben wieder sehr viel gelernt. Vielen vielen Dank.

Fangen wir für die Leser von vorne an: Die Nacht war nicht so gut dieses Mal, gegen Morgen fing es an zu regnen - wollte sich Ulan-Ude so negativ von uns verabschieden? Hat Nastja uns nicht erzählt, dass Ulan-Ude eine sehr trockene Gegend sein soll? 

Was soll's, als Norddeutscher ist man die Luftfeuchtigkeit ja gewohnt. So lief heute morgen alles seinen gewohnten Gang. Wir fuhren noch einen Supermarkt an, um unsere Vorräte in Russland noch einmal aufzufüllen, denn in der Monoglei sollen die Lebensmittel teurer sein.

Beim Supermarkt waren wir mit Nastja verabredet, da sie mit uns zum buddhistischen Kloster Iwolginski Dazan, ca. 30 km südlich von Ulan-Ude, fahren wollte. Das Kloster ist eines der größten und wichtigsten buddhistischen Tempelanlagen Russland. Als Dazan ist es auch eine Universität in den vier Fakultäten Philosophie, Theologie, buddhistische Medizin und Malerei.

 

Nastja hatte dieses Kloster in ihrer Tätigkeit als Fremdenführerin auch schon vorgestellt und so bekamen wir eine ganz private Führung. Als erstes mussten wir lernen, dass man die buddhistischen Klöster immer im Uhrzeigersinn besucht, so auch erst einmal das Gelände.

Die Gebetesmühlen wurden natürlich auch von uns gedreht, denn es dient nach buddhistischer Überzeugung dazu, gutes Karma anzuhäufen. Eine einfache Motivation dieser Praxis ist es, bei der Drehung der Gebetsmühle den Wunsch zu hegen, dass alle in der Walze befindlichen Mantras durch die Drehung zum Wohle der fühlenden Wesen wirken, deren Leid beseitigen und ihnen Glück bringen.

Als nächstes haben wir die Gebetshäuser besichtigen dürfen. Draussen erklärte uns Nastja, was wir sehen würden und was das alles bedeutet. Doch als erstes bekamen wir die dafür erforderlichen Verhaltens-Regeln und deren Gründe erklärt: Auch in den Gebetshäusern immer im Uhrzeigersinn, beim Eintreten nicht auf die Türschwelle treten, beim Weggehen von den Altaren nie den Rücken zeigen, also immer rückwärts gehen. Man soll auch nicht mit dem Finger auf einzelne Dinge zeigen, sondern mit der ganzen Hand. So gerüstet führte sie uns anschliessend in jedes Gebetshaus. Es war sehr interessant, dass alles erklärt zu bekommen und anschliessend zu sehen.

Dies ist eine Statue des kleinen Buddhas (wir haben auch gelernt, dass es mehrere Buddhas gab), er schläft auf dem Rücken eines Tigers.

Das große Haupttor zum Kloster. Es wird nur zu bestimmten Feiertagen geöffnet.

Das große Gebetshaus. Dieses durften wir leider nicht betreten. Das ist auch nur zu bestimmten Feierlichkeiten (ich glaube, es waren 8 im Jahr) oder zu ganz besonderen Anlässen geöffnet.

Alles in allem vergingen die 2 Stunden, die die Führung dauerte, wie im Fluge. Wir haben so vieles Neues gehört über den Buddhismus, was uns vorher nicht bekannt war. Nastja, noch einmal vielen vielen Dank.

Nach einem gemeinsamen Mittagsimbiss verabschiedeten wir uns herzlich von dieser sehr netten und lieben jungen Frau.

 

Danach ging es weiter gen Süden, wir wollten noch die Grenze zur Mongolei erreichen. Es sind nur noch 200 km, aber z.T. wurde die Strasse wieder schlechter, so dass wir einige Zeit dazu benötigten.  Vor dem Grenzort Kyakhta gab es die letzte Polizeitkontrollstelle in Russland. Die 3 Beamten sahen so gelangweilt aus, dass wir befürchteten, wieder an der Reihe zu sein. Und richtig, das Stöckschen wurde gezeigt. Nach Kontrolle der Passe durften wir weiter. In Kyakhta tankten wir noch einmal  (in der Mongolei ist der Diesel umgerechnet ca. 20 €Cent teurer als in Russland) und suchten uns unweit der Grenze auf einer Wiese einen Schlafplatz - morgen soll es über die Grenze gehen.

Auf dem ersten Bild seht ihr den Grenzort, im Hintergrund die Mongolei, auf dem 2. Bild der russische Teil des Grenzüberganges, der morgen früh um 9:00 Uhr geöffnet wird.

Nachtrag: Ich muss noch erwähnen, dass uns der Kuckuck zwischenzeitlich verloren hatte. Nachdem er seinen Bruder traf, hat er wohl nicht aufgepasst, dass wir weiterfahren. Während der ganzen Zeit am Baikal hatten wir ihn nicht mehr gehört. Doch seit unserer ersten Nacht am Ethnographischen Freilichtmuseum war er wieder da, auch heute abend hörten wir ihn wieder an unserem Schlafplatz.

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