Auf den Weg nach Arvaikheer

Die Nacht war, wie die meisten in der Mongolei, wieder einmal sehr ruhig. Als wir im Bett lagen, sahen wir im Hintergrund noch Blitze und Wetterleuchten, ein kleiner Regenschauer war zu hören und wir beide schliefen ein.

Am nächsten Morgen wollten wir zeitig los, um 09:30 Uhr saßen wir bereits im Fahrerhaus. Lt. Navi waren es noch 250 km bis Arvaikheer und wir wollten in 2 Tagen dort sein. Doch was war das? Die Piste war ja in einem relativ guten Zustand, so dass wir teilweise sogar mit 40 – 50 km/h !!! fahren konnten. Ob die Piste selber so gut war oder der Regen die Wellen weggewaschen hatte, können wir nicht sagen. Aber das war uns eigentlich auch egal; hauptsache keine Wellen mehr.

Wir hatten in ca. 1400 m üNN übernachtet, die Landschaft wurde mittlerweile immer grüner, Viehherden und Jurten nahmen zu und nach ca. 45 Minuten tat sich eine Hügelkette vor uns auf. Wir 'schraubten' uns auf über 1900 m Höhe – und erlebten wieder einmal einen grandiosen Ausblick. Allein dieser Ausblick entschädigte für die Strapatzen der vielen letzten Kilometer auf der Wellblechpiste.

Bis zum Mittagsstop schafften wir tatsächlich 85 km – damit war nicht zu rechnen. Bis auf ca. 6-7 km Ausnahme war die Piste gut befahrbar. Beim Stop sahen wir westlich von uns am nächsten Gebirgszug wieder dunkle Gewitterwolken. Blitze waren nicht zu sehen, aber es grollte die ganze Zeit. Aber ausser ein paar wenigen Regentropfen bekamen wir nichts ab

Welche Piste ist denn die richtige?

Das muss sie sein!

5 km weiter liess die Piste wieder nach und bremste uns reichlich ein. Zwischendurch kamen wir noch in die Kleinstadt (oder Dorf) Bogd. Wie auch in den größeren Städten stehen hier viel Jurten, die meisten auf einem mit einem Bretterzaun eingefriedeten Grundstück. Nur wenige Häuser waren gemauert. Was die Menschen hier beruflich machen, wovon sie leben: das entzieht sich unserer Kenntnis.

Auf der Strecke nach Arwaikheer passierten wir noch ein weiteres Dorf, Guchin-Us. Wir konnten noch ein Brot einkaufen und danach suchten wir uns einen Stellplatz. Es ist erst 17:20 Uhr, aber wir haben keine Lust mehr. Die schlechten Pisten strengen doch reichlich an. Allerdings hat uns der erste Teil, wie schon geschrieben, einen guten Durchschnitt gebracht, so dass wir bis zum Stop fast 170 km geschafft haben. Jetzt reicht es und wir geniessen noch das Feierabendbier. Nur unweit von uns stehen ein paar Jurten und wir werden sehen, ob es wieder Besuch geben wird. Allerdings sind wieder die Gewitterwolken aufgezogen und es donnert und grollt. Vielleicht lassen sich die Mongolen durch das Wetter aufhalten, vielleicht auch nicht – lassen wir uns überraschen.

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