Khorgo-Terkhiin-Tsagaan Nuur Nationalpark

Das Reisen strengt an, insbesondere, wenn man den ganzen Nachmittag bis zum späten Abend die Homepage für Tage nachpflegen muss. So schliefen wir dann bis 9:00 Uhr. Bevor es dann losgehen sollte, fuhren wir erst noch ein paar Meter an den Fluß. Das Wasser ist sehr sauber und klar, wir sahen schon am Abend, dass die Einheimischen sich hier ihr Trinkwasser holten (die Mehrheit der mongolischen Bevölkerung ist übrigens noch nicht an das öffentlichen Wassernetz angeschlossen). Ich holte meine 24V-Elektropumpe und die selbstgebaute Filteranlage raus und nach einigen Minuten war unser Wasserkanister wieder voll. 

Um 12:00 Uhr ging es dann für ein paar wenige Kilometer auf die Piste und wir waren in der Stadt Tsertserleg. Und hier, oh Wunder, geteerte Strassen. In dieser Stadt soll es einen australischen Bäcker geben, doch so sehr wir suchten und auch fragten, fanden wir ihn nicht. OK, auch kein Problem, kaufen wir das Brot eben im Supermarkt. Und, das 2. Wunder: Es war gegenüber den bisherigen Supermärkten (mit Ausnahme von Ulan Bataar) mal wieder ein einigermassen gut bestückter Markt. Wir bekamen sogar Tomaten und Gurken, auch Eier waren zu erstehen, die wir allerdings dort ließen, da wir deren Alter nicht unbedingt bestimmen konnten.

Gegen 14:30 Uhr kamen wir endlich aus der Stadt heraus. Wir wollten etwas weiter nordwestlich fahren zum Khorgo-Terkhiin-Tsagaan Nuur Nationalpark. Es sind bis dorthin ca. 170  km und in 2 Tagen sollte das zu schaffen sein. Also raus aus der Stadt, noch ca. 3 km Teerstraße und dann wieder eine der modernen Wegelagereien. Danach Piste. Klasse. Ich bezahl Pistenbenutzungsgebühr!!!

Doch dann hab ich Abbitte leisten müssen: eine sehr gut geteerte Strasse. Mit 3 weiteren Unterbrechnungen von gut 10 km ging es die nächsten 160 km auf der Teerstrasse weiter.

Es war etwas langweilig, keine besonderen Aussichten, ein breites Tal, auf beiden Seiten Gebirgszüge zu sehen. Als einziges spannendes Foto kann ich das vom Hirten zeigen, den wir , wie vor ein paar Tagen einen seiner Kollegen, auch bei seinem anstrengenden Job beoabachten konnten.

Wir fanden wieder einmal einen Platz direkt am Wasser, in der Nähe wurde gerade 5 Jurten aufgebaut, wir nehmen an, dass es sich um ein Ger-Camp handelt. Zu den Leuten, die die Jurten aufbauten, gehörten auch 5 kleine Mädchen. Und es dauerte mal wieder nicht lange und wir hatten Besuch.

Dann trieben sich noch eine Herde Yaks, überwiegend Kälber, bei uns rum. Sie rangelten, spielten miteinander, jagten sich und tobten über die Wiese. Das Beobachten hat richtig Spass gemacht.

Am Sonntag morgen fuhren wir die Baustellenpiste wieder zurück nach Tariat, von dort aus ging es nach Bezahlung des Eintrittes (1,50 € pro Person) in den Nationalpark. Wir wollten zum nahe gelegenen Vulkan Khorgo und hoch zum Krater. Es ging gut 2 km bergan und wir waren oben. Bei diesem Vulkan handelt es sich um einen relativ kleinen, der Krater hat gerade mal einen Umfang von gut 800 m.

Von dort oben hatten wir einen guten Überblick über die Gegend und konnten auch schon unseren weiteren Weg auf der Nordseite des Sees sehen. Aufgrund der Baustellenpiste (übelst zu befahren) zogen wir die 'normale' Piste vor. Aus Erfahrung wissen wir, dass sich diese wahrscheinlich besser befahren läßt.

Erst einmal wieder runter vom Krater und zurück zum Auto. Wir hatten es gut 300 m vor dem eigentlichen Parkplatz stehen lassen, da der weitere Weg dermassen löcherig und unwegsam war, dass wir nicht unbedingt weiter wollten und den unwesentlich längeren Fußmarsch in Kauf nahmen. Doch die Mongolen sind anscheinend schmerzfreier und fauler - sie fuhren z.T. mit normalen PKW's diese steinige Piste. Am meisten amüsierten wir uns, dass eine kleine Stellfläche auf dem Parkplatz betoniert war. Zurück zum Auto stand uns gegenüber ein Van, dazu gehörten 4 Männer und eine Frau - sie wollten alle mal ins Auto schauen. Na gut, wir zogen die Leiter raus und nacheinander kletterten sie hoch und staunten. Auch Mutti wollte unbedingt hoch. Sie war nicht mehr so ganz gelenkig und wir hatten Angst, dass sie runterfallen könnte. Aber die Männer halfen ihr. Alle reckten ihre Daumen hoch, ihnen gefiel das Auto. Zum Dank boten sie uns von ihrem gekochten Fleisch an, das wir aber mit Blick auf den Topf dankend ablehnten.

Jetzt aber weiter, die Piste hatten wir ja schon von oben gesehen. Also rüber über den Hügel und...... ein toller Ausblick auf den See. Da es schon 13:30 Uhr war, entschlossen wir uns zur Mittagspause. Immerhin hatten wir schon 19 km mehr auf dem Tacho. Doch aus der Mittagspause machten wir kurz entschlossen unseren Stop für die nächste Nacht, zu schön war es hier.  Auch unserem Oskar gefiel es hier und so verbrachten wir den Rest des Tages mit anstrengendem Nichtstun. Wir befanden uns hier übrigens in einer Höhe von 2070 Metern, konnten direkt auf den Platz vom Vorabend hinüberschauen.

Den ganzen Tag saßen wir vor dem Auto, kühlten unsere Füße mal im See ab, beobachteten die Tiere (hier gibt es eine kleine Kormoran-Kolonie, Pferde kamen vorbei, Möven und Bussarde am Himmel) und bekamen auf einmal Besuch von einem 7-jährigen Jungen. Er sprach uns in einem guten Englisch an und erklärte, es würde in Ulan Bataar auf die English School Mongolia gehen. Einen Augenblick später kam sein jüngerer Bruder hinterher. Nach einiger Zeit der Konversation trollten die beiden sich wieder. Sie verbrachten ein längeres Wochenende mit ihrem Onkel in einem der nahe gelegenen Ger-Camps. 

Es war nicht langweilig, da dieser Nationalpark ein Touristengebiet ist und immer wieder Autos und auch UAZ mit Touris vorbeikamen. Doch gegen 21.00 Uhr verzogen wir uns so langsam wieder ins Auto, die Temperaturen tagsüber lagen bei gut 30 Grad (trotz der Höhe), aber der Wind wurde zum Abend hin immer unangenehmer.

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