Naadam-Fest

Nach einem ruhigen Frühstück machten wir uns so langsam wieder auf den Weg nach Khovd, um das Stadion zu suchen. Auf dem Weg dorthin fanden trafen wir noch ein französisches und ein belgisches Pärchen, die mit ihren Geländewagen in der Mongolei unterwegs waren. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg, denn sie wussten, wo das Stadion ist. Doch es war, im Gegensatz zur gestrigen Aussage, noch kein Fest am Laufen. Man sah einige Bogenschützen am Üben, aber das war es schon.

Ganz in der Nähe standen diverse Jurten, die Bewohner hatten Stühle und Sonnenschutz vor den Jurten aufgebaut, um dort die Gäste des Festes zu bewirten und sich damit ein bisschen Geld verdienen zu können.

Brigitte wollte gern Teigtaschen kaufen - und sie kam einfach nicht wieder.

Statt dessen erschienen zwei Mädchen am Auto, um mich zu holen. Wir wurden eingeladen in die Jurte, bekamen Milchtee serviert und durften auch deren Mittagessen probieren.

Danach machten wir uns auf an den Stadtrand, wo etliche Jurten und Vieh standen, ebenso die beiden Autos der Franzosen und der Belgier.

Wir verbrachten gemeinsam noch einen netten Abend, bekamen zu unserer Verwunderung nur neugierige Blicke, aber keinen Besuch.

Am Abend erreicht uns eine Mail von Jürgen und Gerda. Sie stehen nördlich von uns und wollen von dort weiter in die nördliche Region. Da wir das auch schon mal angedacht hatten, teilten wir den beiden einen Treffpunkt im Dorf Ölgii mit, wir wollten am Samstag im Laufe des Tages dort sein.

Am Vormittag machten wir uns dann wieder auf ins Stadion. Im Gegensatz zum Vortag war dieses Mal richtig viel los. Es war sehr interessant, die Menschen, die sich alle schick gemacht hatten (das Naadam-Fest ist etwas besonderes in der Mongolei), zu beobachten.

Hinter den Tribünen waren diverse Stände aufgebaut, wo sich die Besucher laben konnten, Spiele spielen, Nippes kaufen etc.

Während im 'Hauptstadion' die Eröffnungsfeier mit diverse Reden begann, waren an einem hinteren Platz bereits die Bogenschützen im Wettkampf vertieft. Sie mussten mit 'stumpfen' Pfeilen in einer Reihe auf dem Boden liegende Holzkugeln treffen.

Nach den offiziellen Reden führten Kindern und Jugendlichen Tänze auf.

Die eine oder andere versuchte, sich einen Überblick zu verschaffen.

4 Soldaten standen stramm um die Nationalflaggen, nach gut 1 Std. wurden sie abgelöst.

Mittlerweile waren auch die Ringkämpfer angetreten. Sie führten vor und nach den einzelnen Kämpfen einen kurzen Tanz auf, der an die Schwingen der Adler erinnern sollte. Des weiteren waren etliche Soldaten angetreten, die aber anscheinend nur als 'Kanonenfutter' oder Sparringspartner dienen sollten. Allerdings hat der eine oder andere es doch geschafft, den Gegner niederzuringen. Auch die Ringer untereinander lieferten sich spannende Kämpfe. Verloren hat immer der, der mit mehr als den Füßen den Boden berührt. Meistens gingen die einzelnen Kämpfe (es waren immer so 5 -  6 Paare am Ringen) relativ schnell zu Ende, aber einige dauerten doch einige Minuten. Und wenn die Kämpfer dabei zu weit von ihrem Platz weg kamen, wurden sie von den Adjudanten  und Schiedsrichtern wieder zurück getrieben.

Die dritte Sportart beim Naadam ist das Pferderennen. Dies findet allerdings außerhalb der Ortschaften statt (wo, wussten wir nicht) und geht, je nach Reiter bzw. Pferd, z.T. bis zu 35 km. So hatten wir das Pferderennen nicht sehen können.

Doch irgendwann wurden uns die Ringkämpfe zu langweilig, denn weder konnten wir den Moderator verstehen noch wussten wir, wer wer ist. So machten wir uns auf zu den umliegenden 'Fress'-Jurten, um an der gestern aufgesuchten noch einmal die leckeren Teigtaschen zu essen. Danach durfte Oskar wieder einmal etwas für die (in diesem Fall) deutsch-mongolische Freundschaft tun.

Wir machten uns bereits am Nachmittag auf in den Norden, um zum Treffpunkt mit Jürgen und Gerda zu fahren. Unterwegs trafen wir noch das 'Mongolische Abschlepp- und Transport- Unternehmen'. Da sich die Strecke in einem besseren Zustand war war als befürchtet, trafen wir noch am Abend im Dorf Ölgii ein. Dort war ein See und wir dachten uns, dass, sollten die Beiden schon dort sein, wir sie irgendwo am See treffen würden - was dann auch so war. Die Freude war groß, die Jürgen und Gerda nach 3,5 Wochen endlich wieder zu sehen. Wir hatten uns natürlich viel zu erzählen und nach dem Leeren von diversen Bierdosen ging es nach Mitternacht todmüde ins Bett.

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Kommentare: 1
  • #1

    Mongoleifan Frank (Samstag, 18 Juli 2015 06:20)

    Na also, Ihr Beiden,
    da habt Ihr doch noch etwas von einem nicht sehr kommerzialisierten Naadam erlebt.
    Gute Weiterfahrt und angenehme Erinnerungen an die Mongolei!

    Frank, der Mongoleifan