Weiter Richtung Kasachstan

Nach 137 km fanden wir einen Platz, irgendwo zwischen den Städten Majma und Bijsk. Es war wieder einer der Tage, die sich im Auto gut aushalten liessen, da durch die offenen Fenster wenigstens frischer Wind herein kam. Doch wir hatten dann keine Lust mehr zu fahren und stellten das Auto am Fluß Katun ab. Abends kam noch ein kurzes Gewitter herunter mit einem starken Regenschauer, doch nach gut 5 Minuten war alles vorbei, so dass wir den Rest des Abends noch beim Lagerfeuer draussen sitzen konnten. Seitdem wir wieder in Russland sind, haben wir bis auf eine Ausnahme jeden Abend ein Lagerfeuer geniessen können. Wenn das so weitergeht, werden wir wohl noch zu echten Russen mutieren.

Ach ja, es gab auch mal wieder eine Polizeikontrolle. Der junge Beamte fand unser Auto wohl so interessant, dass er sein Stöckchen schwingen musste. Allerdings wusste er wohl nicht so recht, was er von uns wollte. Der Pass war uninteressant und der KFZ-Schein wurde unschlüssig hin und her gedreht. Dann holte er eine Kollegin, die aber auch nicht so recht wusste, was man von uns wollen könnte. So durften wir dann nach wenigen Minuten wieder weiterfahren.

Am nächsten Morgen, die Sonne schien schon wieder vom Himmel herunter, entschieden wir kurzfristig, keine Lust zum Fahren zu haben und blieben den ganzen Tag am Fluß stehen, genossen die ca. 30 Grad im Schatten und eine leichte angenehme Brise. In der Nähe waren 2 russische Familien, die den Tag auch dort verbrachten und u.a. angelten. Am späten Nachmittag kam dann das in den letzten Tagen obligatorische Gewitter wieder herunter.

Danach gibt es eigentlich nicht mehr viel zu berichten. Die Landschaft wird wieder flacher, auf den Felder waren Getreide oder Sonnenblumen angebaut. Es lohnte sich nicht, den Fotoapparat noch hervor zu holen.

Aber den nächsten Schlafplatz will ich gern zeigen - wir machten am frühen Nachmittag wieder Rast, etwas abseits der Hauptstrasse, da es im Laufe des Tages wieder über 30 Grad warm wurde.  Ein See wurde vom Navi angezeigt, und so fuhren wir gut 3 km Piste, um an das Ufer zu gelangen und ein Stellplatz für die Nacht war gefunden.

Am nächsten Mittag waren wir in Bernaul, einer 600.000 Einwohner großen Stadt. Hier wurde in einem Supermarkt wieder einmal ein Großeinkauf vorgenommen, ansonsten hatten wir uns nichts mehr angesehen, denn wir wollten ja weiter nach Kasachstan und lt. Reiseführer gab es nichts Interessantes für uns.

Also nach Bernaul weiter gen Süden, denn Kasachstan ruft. Doch die gut 370 km wollten wir natürlich nicht in einem Rutsch runterreissen. So suchten wir uns an am Fluß Ob einen weiteren Stellplatz. Hier feierte eine russische Familie den 90.ten Geburtstag der Mamutschka.

Die Enkeltochter konnte Englisch, und da sich ihr Vater und ihr Onkel sehr für unser Auto und uns interessierte, wurde erst einmal eine Zeit lang palavert, bis das Auto, dass sie abholen sollte, ankam.

Aber jetzt, wir haben mittlerweile Sonntag, soll es weiter Richtung Kasachstan gehen. Der Platz am Ob hatte uns nur bedingt gefallen, da wir seit langem mal wieder von Mücken attackiert wurden und abends und auch während der Nacht noch einige Zeit benötigten, um die Viecher zu killen. Diverse Stiche hatten wir uns allerdings doch noch ein gehandelt. Doch es war uns zu warm und so suchten wir unterwegs in der Nähe der Stadt Aleysk wieder einen See, um den Rest des Sonntages zu geniessen.

Aber jetzt, am Montag, geht es endlich los. Die letzten 230 km bis zur Grenze schaffen wir noch. Doch nach gut 150 km sahen wir das: Also rechts ran und ..... wir sind 3 Tage auf dem Camp geblieben (die Nacht kostete knapp 4,50 €). Es war sauber, das Wasser einfach herrlich und so liessen sich die gut 35 Grad sehr gut aushalten - und, was das Positive war: Es treibt uns ja nichts......

Auf dem Platzt hatten wir eine halb-deutsche Familie aus Brühl kennen gelernt. Die Frau kommt aus Russland und ist der Liebe wegen nach Deutschland gezogen. In den Ferien kommt sie immer mit den Kindern nach Russland, um die Eltern zu besuchen. Lt. ihrer Aussage sollte sich das Wetter aber ab Mittwoch verschlechtern. Morgens war es wieder so warm, dass wir uns schon für eine weitere Nacht entschieden hatten - Kasachstan muss eben warten. Doch gegen Mittag zog ein Gewitter auf, so dass wir uns doch auf den Weg machten. Es war für den Rest des Tages noch immer sehr warm und schwül. Doch es nutzte nichts, wir waren jetzt weg von dem See. Im Ort Staroaleyskoye, ca. 40 km vor der Grenze, fuhren wir aufgrund eines Tipps an den Friedhof, um dort unseren Brauchwasser aufzufüllen. Brigitte nutzte die Möglichkeit, um auch kleine Wäsche zu machen - das erste Mal, dass sie auf einem Friedhof Wäsche gewaschen hat.

In der Nähe des Ortes fanden wir wieder einen großen See, an dem wir die letzte Nacht in Russland verbracht haben - am nächsten Tag soll es doch endlich nach Kasachstan über die Grenze gehen. Die erforderliche Auto-Versicherung hatten wir am heutigen Tag auch schon abgeschlossen, die letzten Rubel noch in ein paar Liter Diesel getauscht, so dass morgen dem Grenzwechsel nichts mehr aufhalten wird.

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