Über die Pässe nach Bishkek

Am Freitagmorgen, die Temperaturen waren über Nacht auf mittlerweile 15 Grad gesunken (nach 45 Grad vor einer Woche!!), machten wir uns wieder auf den Weg. Das Ziel heißt Bishkent, die Hauptstadt Kirgistans Auf den nächsten 30 Kilometern mussten wir den nächsten Pass hoch – von 1900 m auf 3326! Unterwegs überholten wir wieder Niclas, der über eine Stunde vor uns startete. Für mich sind dies wirklich die wahren Helden auf solch einer Tour. Unser Angebot, ihn mit nach oben zu nehmen, schlug er dankend aus. Man merkte ihm an, dass ihm die Anstrengungen Spaß machten.

Das Land ist einfach fantastisch. Ich will nicht viel Text dazu abgeben, geniesst einfach die Fotos.

Sehr häufig sahen wir solch ein Schild. Wir vermuten, dass es aufgrund der Temperaturen, die hier im Sommer herrschen können, für schwere LKW verboten ist, die Straßen in der vorgeschriebenen Zeit zu befahren. Im Gegensatz zu Kasachstan hatten wir auf den hiesigen Straßen in den Bergen auch nicht die tiefen Spurrillen gefunden.

Nach dem Pass kamen wir erst einmal auf eine Hochebene. Hier sieht man viele Jurten stehen, denn in Kirgisien gibt es auch noch viele Nomaden. Sie versuchen, auf dieser Hauptstrasse mit der Möglichkeit der Restauration oder dem Verkauf ihrer Produkte, ein wenig Geld dazu zu verdienen.

Der nächste Pass war zu bezwingen, allerdings nur a. 2600 m hoch. Unterwegs trafen wir noch zwei junge deutsche Studenten, ebenfalls mit Rädern unterwegs. Von den beiden erfuhren wir, dass sie während ihrer Reise schon über 80 Fahrradtouristen in Kirgistan getroffen hatten.

Oben auf dem Pass mussten wir durch einen schmalen Tunnel. Die PKW durften durch, die LKW mussten warten, auch wir. Wartezeit noch gut 7-8 km erzählte man uns. Doch nach über 20 Minuten wurde es einem LKW-Fahrer wohl zu bunt und er missachtete die rote Ampel und fuhr los. Dadurch ließen wir uns anstecken und fuhren gleich hinterher. Der LKW wurde am anderen Ende von einem Sicherheitsdienst angehalten, wir düsten ungestört weiter.

Was uns dann erwartete, kann man überhaupt nicht beschreiben: eine fantastische Bergwelt. Steil bergab, ebenfalls wie die Auffahrt mit Steigungen bzw. Gefälle von bis zu 12 %. Auf- und Abfahrt gingen langsam vonstatten, aber das störte nicht, denn so konnten wir die Bergwelt umso mehr genießen.

Zwischendurch mussten wir Schaf- und Pferdeherden durchqueren. Dabei merkt man wieder die Ungeduld der Einheimischen. Sie können nicht warten und nutzen jede noch so kleine Lücke – man könnte ja evtl. 30 Sekunden später am Ziel angekommen.

Am Ende der Schlucht gab es eine Mautstelle. Leider hatten wir noch kein kirgisisches Geld (SOM), weil wir auf dem bisherigen Weg noch keinen Bankautomaten gefunden haben. Erst einmal das Auto an die Seite gestellt . Brigitte ging zum Schalter um zu erfragen, ob wir evtl. mit einem 5 Euroschein bezahlen könnten. Aber Euros wollte der Mann am Schalter nicht haben, er drängelte auf SOM. Kurzerhand stellte ich das Auto vor der Schranke ab, es kam gerade im Hintergrund eine lange Autoschlange an. Nachdem das Gehupe hinter uns immer mehr wurde, machte er unwirsch die Schranke hoch und wir waren durch, ohne zu bezahlen. So kann man sich die Reise finanziell erlauben: wir hatten ca. 30 Eurocent gespart.

 

Unterhalb der Berge ging es wieder auf eine flache Ebene, ähnlich wie in Kasachstan. Doch in Kirgisien wird das Land bewässert und somit auch wesentlich mehr landwirtschaftlich genutzt. Was uns auch aufgefallen war, ist, dass die Dörfer sich lang an der Straße liegen und fast ein Dorf in das andere übergeht. Wir fanden hinter einem Dorf zwischen Mais- und Tomaten-feldern zwischen diversen Bewässerungsgräben einen ruhigen Übernachtungsplatz.

Kommentar schreiben

Kommentare: 4
  • #1

    Reiner Hoffmann (Sonntag, 30 August 2015 18:29)

    Hallo Donnerlaster,

    endlich geht es weiter. Habe mir ja bereits gewisse Sorgen gemacht, es könnte etwas Unangenehmes passiert sein. Sehr interessante Berichte. Und es gibt tatsächlich Leute, die dort mit dem Bike unterwegs sind!? Hilfe! Dann doch tatsächlich lieber mit eurem oder Jürgens "Donnerlaster".

    Viele Grüße aus dem Leinebergland

  • #2

    Arno (Sonntag, 30 August 2015 22:23)

    Schön das wir weiter an eure Reise teilnehmen können.
    Liebe Grüße von Arno und nicole

  • #3

    Peter (Montag, 31 August 2015 05:03)

    Wir haben leider nicht immer den besten Internetempfang und deshalb kann es durchaus mal ein paar Tage dauern, bis ich wieder auf dem Laufenden bin.

  • #4

    Reiner Hoffmann (Montag, 31 August 2015 16:07)

    Hallo Donnerlaster,

    hoffe, dass weiterhin nichts (Nachteiliges) passiert und wir eure interessante Reise aus der Ferne wie bisher mitverfolgen dürfen. Gerda und Jürgen haben sich heute in Grafelde zurückgemeldet.

    Viele Grüße

    R. Hoffmann