noch einmal Song Köl

Am nächsten Morgen zeigte das Thermometer gerade einmal 4,5 Grad an – und es ist noch nicht lange her, dass wir 45 Grad hatten – was für ein Unterschied.

Wir entschieden uns, aus dem Nationalpark heraus und weiter gen Süden zur Stadt Naryn zu fahren. Dort wollten wir noch etwas einkaufen, anschließend auf einer kleineren Straße weiter gen Westen – mit so schlechtem Teerbelag, dass wir kaum über 40 km/h kamen – um dann den Song Köl noch einmal, dieses Mal von Süden aus, anzufahren, um dann weiter auf der Westseite vorbei am See auf die Hauptstraße A367.

Diese Straße führe lt. Karte der gleichnamige Fluss Naryn. Dort wollten wir zur Mittagszeit einen Stellplatz suchen und für den Rest des Tages dort bleiben – so der Plan. Doch weit gefehlt. Es gab keine Chance, den Fluss anzufahren, so dass wir wieder einmal länger als geplant unterwegs waren. Wir erreichten die Abzweigung gegen Abend, mussten dann noch ein paar Kilometer eine grob geschotterte Piste bis wir endlich einen Platz unweit eines Flusses fanden. 

Am Vormittag nach einer wiederholt ruhigen Nacht ging es dann wieder bergauf. Wieder einmal, ich mag es kaum noch wiederholen, eine tolle Berglandschaft. Wir überholten auf der Bergstrecke 2 polnische Radfahrer – ich kann nicht verstehen, dass man Spaß auf solch einer Piste mit dem Fahrrad haben kann.(es sind übrigens eine Menge Radfahrer in Kirgisien unterwegs und die meisten, mit denen wir sprachen, erzählten begeistert von ihrer Tour über den Pamir). Langsam (aber schneller als die Radfahrer) ging es weiter bergauf, jede Spitzkehre muss erkämpft werden. Die Kraft des Motors würde reichen, um noch ein bisschen schneller vorwärts zu kommen, aber die Piste setzt uns geschwindigkeitsmäßig die Grenzen.

Oben angekommen, genossen wir wieder die Aussicht, auch der See war bald wieder erreicht. 

Während des Mittagsstops saß ich abseits des Autos auf einem kleineren Hügel, um die Aussicht und die Ruhe zu genießen. Nichts zu hören außer dem Wind, Insekten, hin und wieder ein Pferd oder ein Rind. Es war wieder einmal eine ganz tolle Stimmung, ähnlich der in der Mongolei.

Dann kam ein neugieriger Hirte auf dem Pferd vorbei, fragte nach dem Woher und Wohin und ritt anschließend langsam seiner Herde hinterhe

Nach der Pause nahmen wir die geplante Route wieder in Angriff. Irgendwie hatten wir eine Abzweigung nicht ganz richtig erfasst (obwohl das Navi diese anzeigte, aber nicht immer stimmen Navi und Realität überein). Es ging kilometerweit über mehr oder weniger Naturpiste. Da wir aber schon seit Monaten Pistenfahren üben konnten, war auch dieses kein Problem. Nachdem wir endlich die eigentliche Piste wiederfanden, warfen wir noch einen letzten Blick auf den Song Köl und ab ging es nach unten – gaaaaanz langsam und immer wieder mit überwältigenden Ausblicken.

Wir überholten unterwegs noch 2 Reiter, anschließend eine ganze Schafherde (von denen eines gerade auf einen Kleinlaster geladen wurde – ein Rind befand sich schon drauf) mit 4 weiteren Hirten. 

Kurz vor Erreichen der A367 blieben wir auf einem Bergausläufer für die Nacht stehen. Es dauerte nicht übermäßig lange und die Schafherde kam vorbei. Die Reiter waren neugierig und wollten sich unbedingt das Auto ansehen und konnten irgendwie nicht verstehen, dass wir Strom und fließend Wasser, dazu Kochstelle und Kühlschrank haben.

Zwischenzeitlich erreichten auch die beiden zuerst überholten Reiter unser Auto und zu sechst ritten sie dann der Schafherde hinterher. Das war auch gut so, denn es kam unmittelbar danach ein Auto mit 3 Insassen. Auch sie waren neugierig und bestaunten unseren Wagen.

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