abseits der Straßen

Mit niedrigem Reifendruck (ich hatte für die Pistenfahrten den Druck auf allen Rädern gesenkt, damit das Fahren einfacher ist und hatte keine Lust, für gut 50 km Teer den Druck wieder anzuheben) ging es jetzt gen Westen auf der A367. Es war auch gut, dass der Reifendruck so niedrig war, denn der Belag ließ mal wieder sehr zu wünschen übrig.

An einer Baustelle verpassten wir die ursprünglich geplante Route, aber das war auch kein Problem – war es nach den Eindrücken im Gebirge mittlerweile langweilig, die Hauptstraßen durch ein beackertes Flußtal, beidseitig von Bergen eingerahmt, zu durchfahren. Was vor ein paar Tagen noch schön anzuschauen war, wurde nach den Panoramen und Aussichten bei den An- und Abfahrten zum und vom Song Köl einfach langweilig.

Das Navi berechnete neu und gab einen Umweg von knapp 12 km an – kein Problem. Die ersten 19 km ging es über eine Baustellenpiste, immer am Fluß entlang. Wäre die Baustelle nicht gewesen, hätten wir durchaus schon den einen oder anderen Schlafplatz gefunden, so mussten wir aber noch eine Zeit weiter. 

Doch gegen 16:00 Uhr fanden wir einen und nutzten den Halt unter Bäumen am Fluß, um unsere Wäsche zu waschen. Wir standen mitten in einer Schlucht, die Sonne war schon relativ früh weg, aber der Abend war trotzdem lauschig warm, wie die beiden letzten Tage überhaupt wieder sehr warm waren. Und so blieben wir noch bis spät in der Nacht draußen bei einem Lagerfeuer sitzen.

Hier einige Bilder vom Schlafplatz bzw. der näheren Umgebung.

Immer weiter am Fluß entlang, immer neue Eindrücke von den Bergen. Irgendwo war ein Abhang herunter gekommen, die Schäden aber schon repariert.

Auf einmal wurde die Piste immer enger und immer schlechter. Wir schafften gerade einmal einen Schnitt von 12 – 13 km/h. Aber das störte nicht sonderlich, die Temperaturen ließen sich gerade noch aushalten und die Ansichten der Berge hatte sich wieder einmal verändert. Kaum noch schroffe und steile Felsen, sondern weich geschwungene Berghänge.

Vereinzelt gab es kleine grüne Oasen, kleine Dörfer, deren Bewohner das Land bewässerten.

Die Bauern waren großenteils mit der Heuernte beschäftigt und die Kinder brauchten, zumindest vormittags, nicht helfen, da die Schulzeit wieder angefangen hatte. Nicht überall gibt es Schulbusse, wie bei uns, da müssen manchmal die Esel herhalten.

Wir wurden sehr häufig von den Dorfbewohnern und Hirten bestaunt. Allzu oft kommt wohl kein deutscher LKW mit Wohnmobilaufbau über diese Pisten gefahren.

Die Nacht verbrachten wir in über 2200 m Höhe auf einem Bergkamm mit tollem Ausblick auf das Tal.

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Kommentare: 2
  • #1

    RalfW (Sonntag, 20 September 2015 03:03)

    Wieder mal Klasse Photos und lesenswerte Beschreibung! :-) Die Gegend erinnert mic an meine Fahrten durch Wyoming und Montana. Beste Grüße aus Seattle! Ralf

  • #2

    Paul und Sylvia (Antalya) (Donnerstag, 28 Januar 2016 22:51)

    Die Gegend auf diesen Fotos trifft bei mir genau in's Schwarze! :-)