Stausee Togtogul

Bei der niedrigen Geschwindigkeit schafften wir nicht viel Strecke und waren der Meinung, wieder die nächste Nacht neben der Piste schlafen zu müssen

Doch es ging schneller als geplant, denn teilweise war die Piste doch wieder in einem besseren Zustand. So erreichten wir noch am Nachmittag den Stausee Togtogul, der auf dem Weg Richtung Süden, Richtung Tadschikistan, liegt.  – Und die Suche gegen Abend ging wieder los. Wir suchten und suchten und suchten.... 

Unterwegs wurden wir u.a. von 2 Geländewagen laut hupend und winkend überholt. Wir sahen die Autos noch zweimal, die Insassen suchten ebenfalls einen Stellplatz – und zufällig fanden wir gemeinsam einen direkt am See.

Wir wurden zum Essen eingeladen, nachdem ich ihnen unsere Grillkohle überlassen hatte. Es gab Wildschaf, das einer von Ihnen vor kurzem geschossen hatte. Sie nannten das Tier immer Ziege, aber anhand des Handyfotos würde ich es als Wildschaf bezeichnen – es war unheimlich lecker, für uns das erste Mal, dass wir solch ein Fleisch verspeisen durften.

Das ganze wurde u.a. auch bei dem einen oder anderen Wodka ein sehr lustiger und angenehmer internationaler Abend. International deshalb, weil zwar alle in Kirgisien leben, aber es war ein Tadschike, ein Aserbaidschaner, ein Kasache, 3 Russen und ein Kirgise dabei. Und der Tadschike konnte auch etwas deutsch, so dass doch eine Unterhaltung zustande kam.

Die Männer wollten an einen kleinen See, ca. 150 km entfernt, und dort die nächsten beiden Tage verbringen. Wir wurden eingeladen, dazu zu kommen.

Da wir mit unserem Fahrzeug langsamer sind, fuhren wir getrennt los. Wir fanden tatsächlich die Piste zum See, doch es waren 90 km in die Berge, die Piste in einem schmalen und äusserst desolaten Zustand, so dass wir befürchteten, mindestens 2 Tage für die Anfahrt zu benötigen – und dann wieder zurück. Auch war diese Piste nicht im Navi abgebildet. So entschieden wir, darauf zu verzichten und sind sicher, dass die Männer auch ohne uns ihren Spaß hatten.

Statt dessen ging es am Stausee und seinem Zu- und Abfluß (wieder der Fluß Naryn, den wir ja erst vor ein paar Tagen schon begleiten wollten) entlang.

Lasst die Bilder sprechen:

Wir mussten auf dem Weg noch etwas Obst und Gemüse einkaufen und taten dieses an den Ständen entlang der Straße. Wie auf den Bilder zu erkennen, wissen die Kirgisen sich das Leben auch einfach zu machen: wenn keine Kunde am Stand steht, machen sie es sich auf dem Bett bequem – warum auch nicht!.

Wir sind jetzt auf dem Weg zur Tadschikischen Grenze, noch gut 300 km. Am 18.09. beginnt unser Visum und bis dahin soll die Zeit noch genutzt werden.

Die Landschaft wurde jetzt langweilig, die Straße immer schlechter und wir überlegten, noch einen Abstecher zum Dashjuan State Nationalpark zu fahren. Nach langem Suchen (die ganze Strecke nach dem Stausee war von Landwirtschaft geprägt) fanden wir auf dem Zuweg zum Nationalpark am Rand eines Flußbettes, mitten in einem Dorf, einen Stellplatz. Es ist einer der schlechtesten, die wir bisher hatten. Da wir aber keine Lust mehr zum Fahren hatten und es auch anfing zu regnen, stellten wir uns kurzerhand hin...

Ich kann jetzt schon verraten: es war keine erholsame Nacht. Hunde bellten ziemlich viel und während sie dann doch zwischendurch mal ruhig waren, brüllte in der Nähe ein Esel. Und war auch der ruhig, polterte ein Lieferwagen über die Straße.

Aber man kann nicht immer Glück haben.

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Kommentare: 3
  • #1

    Heinz u. Christel (Montag, 14 September 2015 19:41)

    Vielen Dank für die tollen Etappenberichte.Fast ehrfürchtig habe ich die großartigen Landschaftsaufnahmen bestaunt. Es ist schon irre was ihr alles zu sehen bekommt, aber es sind ja auch Strapazen die ihr auf euch nehmt. Bleibt bitte weiter vorsichtig und gesund. Liebe Grüße aus Buxtehude Christel u.Anhang

  • #2

    Gerda & Jürgen (Montag, 14 September 2015 22:24)

    Hallo ihr Zwei,
    schön das wir unsere abgebrochene Reise mit Euch noch weiterfahren können.
    Bleibt gesund, neugierig auf das nächste Land mit seinen Menschen und habt immer genug Luft in den Reifen!
    Ganz liebe Grüße senden Gerda & Jürgen
    und ein extra Stöckchen für Oscar

  • #3

    RalfW (Sonntag, 20 September 2015 03:20)

    @ Gerda & Jürgen wenn ich mal unbekannter Weise über Peter & Brigitte's Bog eine Frage stellen darf: Wie macht sich der 12M18 auf der Fernreise? Ich habe gerade den Ausbau von meinem abgeschlossen und die erste Testfahrt in's befreundete Ausland (Bayern) war gut. - Klar, kein vergleich mit dem wo ihr Euch befindet. Sei's drum: Irgend etwas am/im Fahrzeug aus Eurer Erfahrung auf das man auf jeden Fall nicht verzichten sollte, was man ändern - oder auf das man getrost verzichten sollte? Danke & Gruss, Ralf