Dushanbe

Nach wenigen Kilometern erreichten wir (nach einer weiteren der vielen normalen Kontrollen) die Stadt Kalaikhum. Wir hatten die Möglichkeit (lt. Karte), weiter auf einer Nebenstrecke an der afghanischen Grenze entlang die Hauptstadt anzufahren oder aber über einen Paß auf der Hauptstrecke zu bleiben.

In Kalaikhum suchten wir noch einen Supermarkt, wir brauchten Brot. Es war zwar Sonntag, aber die Läden haben hier vielfach trotzdem geöffnet. Doch es war kein Brot zu bekommen. Mit Hilfe über mehrere Ecken konnte Brigitte dann doch 2 riesige Fladenbrote von Privat erwerben – die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Tadschiken ist einfach enorm. 

ILangsam (wegen der schlechten Straße) ging es aus der Stadt hinaus. Ein nächster Pass musste in Angriff genommen werden. Es fiel uns schon auf, dass kaum noch PKW's auf dieser Strecke unterwegs waren, LKW's überhaupt nicht mehr. Die Hauptroute war also zur Nebenstrecke moutiert.

Aber die Aussicht auf die Berge entschädigten wieder einmal für die schlechte Strecke. Wunderschöne Berge in allen mögliche Formen und Farben.

Dann ein Schlafplatz mit tollen Ausblicken auf die Berge rundum.

Endlich. Endlich kamen wir auf eine große, gut ausgebaute Straße, die von Kirgisien kommend aus nach Dushanbe, der Hauptstadt Tadschikistans, führte. Beste Teerstraße. Bei der erstbesten Gelegenheit hielten wir an, um den Luftdruck wieder etwas höher zu nehmen. Auf der Piste hatte ich diesen schon um 1,5 Bar abgelassen, jetzt wurde er wieder um 0,7 erhöht. Unterwegs merkten wir, dass das vielleicht zu voreilig war, denn zwischendurch gab es immer wieder längere Schotterpassagen.

Und auch hier wieder – auf den Hauptstraßen: das Vieh wurde in die Täler getrieben. Da musste der (wenige) Verkehr eben mit leben.

Tadschikstan besteht zu ca. 90 % aus Gebirge und so werden die Täler, wo immer es geht, für die Landwirtschaft genutzt. So auch auf dem Weg Richtung Hauptstadt. Zu unserem Glück war die Ernte in vielen Ecken schon eingeholt, so dass wir auf einem Stoppelfeld an einem Dorfrand übernachten konnten - zwar zwischendurch verstohlen beobachtet, aber ungestört.

Am Dienstag kamen wir dann in Dushanbe an. Lt. Reiseführer ist sie die jüngste der zentralasiatischen Großstädte und kann leider keine historischen Baudenkmäler bieten. Dennoch ist sie architektonisch attraktiv. Die Stadt wirkt ansprechend: breite, von Scheinakazien, Ahornbäumen, Pappeln und Platanen beschattete Straßen, üppiges Grün mit bunten Blumenrabatten, gepflegte Parks und hohe Springbrunnen prägen diese morderne Stadt.

Für die Nacht ging es wieder hinaus, gen Süden. Auf die Nebenstrecke Richtung Kalaikhum. Und hier waren sie wieder , die LKW's nach China.

Am nächsten Vormittag dann wieder in die Stadt, wir wollten noch eine SIM-Karte kaufen, denn wir mussten eine Registrierungsnummer für das iranische Visum, dass wir in Tashkent besorgen wollen, beantragen.

In der Stadt wurden wir von Paul und Andreas angesprochen, die beiden (mit ihrem T4 Syncro) hatten wir in Kirgisien schon getroffen. Ein Wort gab das andere und so fuhren wir nach einem Einkauf gemeinsam gen Norden nach Varzob, einem Vorort kurz hinter Dushanbe, raus, wo sie einen Stellplatz kannten.

Leider war es dort sehr laut, es herrschte reger Verkehr die Nacht über und wir standen aufgrund der Berge links und rechts und vieler Häuser sehr dicht an der Straße. Gemeinsam verbrachten wir den Abend in unserem Auto, mit viel Gerede über die Reisen.

Die beiden wollten an dem Platz bleiben, sie wollten den Wagen noch reparieren und warteten auch auf Ersatzteile. Ich konnte nicht helfen und so machten wir uns weiter auf Richtung Norden, Richtung Tashkent in Uzbekistan. Diese Straße scheint gesäumt zu sein von Menschen mit Geld, Hotels und vielen Restaurationen

Ganze 18 km schafften wir, dann fanden wir auf einer kleinen Nebenstrasse einen schönen Stellplatz – und nutzten diesen erst einmal, um einen Waschtag einzulegen und die Homepage wieder auf den neuesten Stand zu bringen.

Ach ja, und das Wetter: in den Bergen auf dem Pamir war es nicht unbedingt warm, morgens ging das Thermometer schon fast Richtung 0 Grad. Und jetzt: der Herbst kommt, wir merken es. Wenn die Sonne so langsam untergeht, wird es frisch. Und tagsüber? Irgendwo so zwischen 25 und 30 Grad. Das lässt sich noch gut aushalten.

Was ist mit Regen? Das fragen wir uns auch. Vor ein paar Nächten hat es ganz kurz geregnet, beim letzten Pass gab es ganz leichten Graupelschauer. Aber ansonsten nur Sonne satt!!!

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Kommentare: 1
  • #1

    Olli (Donnerstag, 01 Oktober 2015 19:24)

    Moin Ihr drei,
    hängen gerade in DK an der Nordsee ab und liegen faul auf dem Sofa vor dem
    Kaminfeuer in einen Ferienhaus. Habe unser Auto nicht fertig bekommen, wie sollte es anders sein (Der Schuster hat die schlechtesten Schuhe) Hatte endlich mal Zeit eure Reiseberichte in aller Ruhe durch zustöbern. Alter Schwede, was reißt Ihr an Höhenmetern ab ! Und der MAN ohne Mucken! Das ist der Grund, warum es so wenig weltweite MAN Werkstätten gibt, MAN braucht sie nicht"Zitat Peter Lohmann"
    Respekt vor eurer Tour! Weiterhin wünschen wir euch, tolle Erlebnisse, Eindrücke
    und allzeit Gute Fahrt. Macht weiter so.
    Olli und Tina