Die letzten Tage in Tadschikistan

Wir hatten noch einen 2. Tag an diesem Stellplatz verbracht. Das Wasser im Fluß war klar und sauber und da die Leine am ersten Tag nicht die ganze Wäsche aufnehmen konnte, legten wir noch einen 2. Waschtag ein – am Abend war dann keine schmutzige Wäsche mehr zu finden.

Über diese Brücke mussten wir fahren, um den Platz zu erreichen – die Platten oben drauf sahen nicht sehr vertrauenerweckend aus, aber die Träger darunter waren stabil und reichten gerade unter die Räder. Deshalb hatten wir es gewagt. In der Nähe, oberhalb der Brücke, ein kleiner Wasserfall

Doch 2 Nächte reichten – es sollte weiter gehen Richtung Norden. Tashkent, die Hauptstadt von Uzbekistan, ist das neue Ziel. Erst einmal über eine seit Dushanbe gut ausgebaute Straße, die durch mehrere kurze und lange Tunnel führte. Ein langer Tunnel war ein Abenteuer für sich. Zwischendurch immer wieder Engstellen mitten drin (es wurde dort gearbeitet): Absicherung im fast unbeleuchteten Tunnel – kaum vorhanden. Blinde Warndreiecke waren alles, kaum zu sehen. Doch wir kamen heile durch.

Dafür schafften es nicht alle Einheimischen über den Pass. Manchmal blieben deren LKW's auch direkt in einer Kurve liegen. Dann ging es etwas langsamer vorbei, aber alles kein Problem.

Mehrere Mautstellen gab es, unterm Strich hatten wir über 20 € bezahlen müssen. Aber dafür sehr gut ausgebaute Straßen.

In der Stadt Istaravshan mussten wir noch einen Halt einlegen, die Mautgebühren fraßen unser letztes Tadschikisches Geld auf, also noch mal wieder einwechseln.

In Tadschikistan fiel uns auf, dass fast 90 % der Autos Opels sind, überwiegend Astra, Vectra und Zafira.

Hinter Istaravshan fanden wir auf einer kleine Stelle neben den Äckern noch einen Stellplatz, nicht besonders schön, aber immerhin ruhig. Gleich nebenan wurde am nächsten Morgen die Zwiebelernte fortgesetzt, und nachdem sich das halbe Dorf das 'komische Auto mit den deutschen Touristen' beschaut hatte, konnten wir auch wieder in Ruhe frühstücken.

Weiter ging es gen Norden. Der Tank wurde ein (vorletztes) Mal gefüllt, da es in Uzbekistan während der Erntezeit ja keinen Diesel geben soll. Einer der Kassierer kam persönlich raus, er begrüßte uns auf Englisch und hieß uns willkommen in seinem Land, dabei schenkte er uns gleich 2 Flaschen RC-Cola, ein Getränk aus diesem Lande.


Das Land wurde so langsam wieder flacher, die Berge waren noch im Hintergrund zu sehen, ansonsten in keinster Weise mehr wie der größte Teil Tadschikistans. Und man merkt auch die Nähe zu Uzbekistan, das eines der größten  Baumwollproduzenten(an 4. Stelle?)  sein soll.

Die Baumwollernte begann so langsam.

Abends gönnten wir uns noch einmal ein Tadschikisches Essen – Hackspieße mit Salat und Brot – das ganze auf einem 'bequemen' Diwan. Das, was ihr hier auf dem Bild sehen könnt, einschl. RC-Cola und Tee, kostete nicht einmal 5,-- €. Und da sich der Chef, der uns auch persönlich begrüßte, sehr über deutsche Touristen als Gäste freute, gab er uns noch einen kleinen Teller Plov (Reis in Öl mit Hammelfleisch – das hatten die 5 Männer vom Nachbartisch auch bestellt) dazu.

Nach dem Essen steuerten wir unseren nächsten Schlafplatz an, den wir vorher schon ausgekundschaftet hatten. Es begegnete uns ein junges Paar mit einem Baby - dem Vater drückten wir ein paar Babysachen in die Hand und zum Dank schenkte er uns ein Bund ganz frisch geernteter Wurzeln.

Gleich nebenan wuchs ebenfalls Baumwolle – wir konnten diese das erste Mal überhaupt aus der Nähe betrachten....

Nach einem ruhigen Beginn des Tages machten wir uns langsam auf den Weg Richtung Grenze, noch einmal den Tank gefüllt, so daß unser Aufenthalt im Nachbarland nicht an Dieselmangel scheitern sollte – mit unseren gefüllten Reservekanistern sollten wir doch über 2500 km schaffen können.

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