Uzbekistan

Der Grenzübergang war ganz anders, als wir es uns vorstellten bzw. befürchteten. Auf der Tadschikischen Seite ging es mit knapp 20 min. relativ schnell. Danach rüber zur ersten uzbekischen Kontrolle, die Autodaten mussten erst einmal in einem großen Buch festgehalten werden. Dann die Frage, ob ein Hund an Bord wäre, was wir bejahten. Also auch seine Daten, insbesondere das Veterinär-Zertifikat, wurde eingetragen und ich musste knapp 5 € dafür bezahlen.

Es ging alles fair und verhältnismäßig schnell vonstatten. Keine Anzeichen von Korruption, ins Auto wollten zwar gleich 3 Zöllner schauen, aber nur weil sie neugierig waren. Eine Zöllnerin konnte etwas Deutsch (hatte sie in der Schule (bis 1986) gelernt) und so ging alles relativ kurzweilig seinen Weg – nach gesamt 1,5 Std. waren wir durch die uzbekische Grenze durch.

Ein Zöllner machte mich noch darauf aufmerksam, dass ausserhalb des Zollhofes ein Mann mit Brille zu finden wäre, dort sollte ich noch eine Auto-Versicherung (für umgerechnet 9 €) abschließen

Dieser 'Versicherungsvertreter' (ohne Büro, auf einem Stein sitzend) fragte mich dann noch, ob ich Geld einwechseln wolle – Vorsicht, dass darf die anwesende Polizei nicht mitbekommen. Zu einem guten Kurs (glaube ich zumindest – 1 € = 4900 uzb. SUM), zumindest erheblich besser als auf der Bank, tauschte ich unser letztes tadsch. Geld und 100 € um.

Das hier auf dem Bild sind 800.000 SUM (knapp 160,-- €), wir sind fast Millionäre.

Weiter Richung Norden, es war mittlerweile 16:00 Uhr und wir suchten unseren nächsten Stellplatz.

In Uzbekistan ist die Baumwollernte schon voll in Gange, auf dem Bild kann man die Stellen sehen, wo die Landwirte diese hinliefern.

Die meisten Tankstellen sind geschlossen, doch dann tatsächlich eine Tankstelle, an der es Benzin (kein Diesel) gibt – die Leute stehen Schlange. Viele Autos werden hier auch mit Gas angetrieben.

Wir befürchteten, vor lauter Landwirtschaft kaum einen Platz zu finden, landeten  gleich hinter der Stadt Piskent nach einer Flußdurchfahrt auf einer großen Wiese, noch voller Pferdeherden und einigen Rindern. Wir blieben gleich 2 Tage, um die Sonne auszunutzen.

Der Pferdehirte (siehe Bild) kam am nächsten Nachmittag mal auf einen kleinen 'Klönschnack' vorbei. Er war zur Zeit der Sowjetunion als Soldat in der ehemaligen DDR. Aber mehr als 4-5 Wörter Deutsch konnte er nicht. Das sind dann die Momente, in denen wir denken: könnten wir etwas russisch, könnten wir uns mehr unterhalten.

Aber soviel verstanden wir: am nächsten Morgen wollte er anklopfen und uns eine Melone schenken – und so war es dann auch.

Am Mittwoch kamen wir in Tashkent an. Wir suchten das Hostel 'Art Hostel' (ein Tipp von Yves und Laura), hatten die Adresse allerdings nicht. Also erst einmal eine SIM-Karte besorgen.

In Uzbekistan ist eine Registrierung Vorschrift, die man wohl auch einhalten sollte. So hatte mir das auch die Dt. Botschaft in Taschkent mitgeteilt (die Deutsch sprechende Zöllnerin hat es uns anders erklärt - doch in Uzbekistan scheinen die Zöllner, Polizei und Botschaften nicht den gleichen Wissendstand zu haben (das haben wir auch mehrfach von anderen Reisenden gehört). Doch Registrierungen werden nur von Hotels mit 'Kauf' eines Zimmers durchgeführt - für viel Geld pro Person und Nacht.

Und ohne Registrierung gibt es keine SIM-Karte. Allein der Pass mit abgestempelten Visum, wie in den anderen Ländern, reicht nicht - der Hauptmann von Köpenick lässt grüßen.

Durch einen Zufall sah Brigitte ein Hinweisschild zum Hostel und damit fanden eine Unter- kunft, bei dem das Auto draussen vor dem Tor stehen durfte, wir auch im Auto schlafen konnten und dann nur für die Registrierung 8 $ pro Tag und Person zahlen brauchten - wenigstens nicht so viel wie in den Hotels. Dafür durften wir die Sanitäranlagen nutzen und bei Bedarf auch mal die Batterien wieder aufladen.

Ach ja, und Alkolhol kann man in diesem moslemischen Land auch kaufen:..

Am Nachmittag machten wir uns erst einmal auf, wir wollten ein wenig die Umgebung erkunden. Zum Glück gibt es in dieser Stadt viele Parks, so dass wir zumindest im Schatten mit Oskar spazieren konnten - das Wetter schaffte uns, 32 Grad im Schatten, in der Sonne an die 38 - 40 Grad und kein Wind. Wir fanden diesen Brunnen, einen schönen Schattenplatz und ließen es uns für den Rest des Tages gutgehen - mehr war einfach nicht drin aufgrund der Hitze. Deshalb verzichteten wir auch auf weitere Besichtigungen, denn da das Auto den Tag über in der Sonne stand, konnten wir Oskar auch nicht zurück lassen. So verbrachten wir die Zeit, sofern nicht am Brunnen, auf dem Innenhof des Hostels. Der Pool war allerdings nicht sehr einladend.

Auch der Donnerstag und Freitag sahen nicht anders aus. Die Tage bestanden auch auf Warten, denn wir benötigten noch eine Einladungsreferenznr. für das Iranische Visum. Und unsere Hoffnung, zwischendurch das turkmenische Visum zu beantragen, zerschlug sich leider auch, da deren Botschaft erst ab 12.10. geöffnet ist.

Und die Sehenswürdigkeiten, die wir unbedingt noch besichtigen möchten, liegen auf dem Weg zur iranischen Botschaft, so dass wir dann alles zusammen erledigen können.

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Kommentare: 1
  • #1

    Andreas (Sonntag, 11 Oktober 2015 17:15)

    Hallo ihr drei,
    schön, dass der Grenzübertritt bei euch so schnell ging. Bei uns hat es alles in Allem etwa vier Stunden gedauert. War zwar relativ schmerzlos, aber es wurde viel kontrolliert. Das ganze Auto wurde sogar von irgend so einem Hightech LKW gescannt!
    Wir waren heute früh kurz in Tashkent, sind dann aber weiter gefahren und gönnen uns bei dem Regen gerade ein B&B in Samarkand, auch zwecks Registrierung und Wäsche waschen.
    Viel Glück euch mit den Visa!

    Liebe Grüße, Andreas und Paul