Gestrandet in Tashkent

Nach 6 Nächten in Tashkent hatten wir genug von der Stadt – wir wollten raus und fuhren am Dienstag mittag auch ab.

Noch 2 Tage und die erforderliche Einladung/Reverenznummer soll lt. Visa-Agentur bei uns eingehen. Die Zeit nutzten wir und fuhren gen Nordosten in die Berge zu einem Stausee. Nach gut 75 km konnten wir wieder Berge sehen.

Unterwegs konnte ein Polizist es nicht lassen und musste uns unbedingt anhalten. Irgendwie wusste er aber nichts mit uns anzufangen – so etwas passierte ja nicht zum ersten Mal – doch ein Blick in den Koffer musste geworfen werden. Dann Pass und KFZ-Schein besichtigen und in einer Kladde notieren.

Na gut, er hatte seinen Spaß und wir waren etwas genervt, denn das passierte zu oft in den letzten 6 Monaten.

Die Berghänge waren teileweise schneebedeckt, ein schöner Anblick. Wir fanden einen Schlafplatz mit Blick auf die Berge und den Stausee – schöner als in der kleinen Straße vor dem Art Hostel in Tashkent.

In der Nacht fing es an zu regnen, leider hielt das Wetter den ganzen Tag so an. Wir wollten erst einmal den Stausee umrunden und dann langsam wieder Richtung Tashkent. Doch am Ende des Stausees durften wir umdrehen, ein Polizist wollte uns nicht über die Brücke lassen.

Am frühen Abend erreichten wir wieder die Hauptstadt – schnell in die Mails geschaut, ob die Referenznummer gekommen ist. Doch die Realität holte uns ein: Weil angeblich im Iran Feiertag wäre (Moslemisches Neujahrsfest) könnte sich die Bearbeitung um bis zu 3 Wochen verzögern. Unser 'Begeisterung' könnt ihr euch ja vorstellen.

Total verärgert waren wir, weil uns niemand von der Visa-Agentur bei Bestellung darauf aufmerksam gemacht hat. Im Gegenteil, man hat uns die Referenznummer defintiv zum 14.10. zugesagt.

Wir fanden einen Schlafplatz vor der Stadt, relativ ruhig in einem Wohngebiet. Am Vormittag dann erst einmal zur iranischen Botschaft – vielleicht könnten die uns helfen und die Visa ohne Einladung ausstellen. Doch leider wurde uns auch diese Hoffnung genommen.

Auf dem Weg zur Botschaft wurden wir wieder einmal von einem Polizisten angehalten – die Straße war für LKW's verboten. Doch unser Zertifikat half – wir haben ja nur ein kleines Wohnmobil und keinen LKW.

Wir dann erst eimal zum Art Hostel, allein schon wegen der dringend nötigen Registrierungen in Uzbekistan und irgendwo müssen wir ja warten.

 

Gegen Abend reagierte die Visa-Agentur (Koenig-Tours.de) auf meine Beschwerde-Mails. Doch einen genauen Zeitpunkt, wann die Referenznummer kommen sollen, teilte man uns auch nicht mit – wir sind mit dieser Firma absolut unzufrieden.

Am Abend saßen wir im Koffer und überlegten, ob wir Plan B in Angriff nehmen wollten. Plan B heisst, das Land Uzbekistan wie geplant weiter zu bereisen und dann über Kasachstan raus und über Russland und die Georgische Heerstrasse nach Tbilisis (Tiflis). Vorher noch ein neues Visa-Büro suchen, die uns bis Monatsende die Einladungen besorgen wird.

Aber erst einmal die Nacht drüber schlafen, immerhin sind es ein Umweg von gut 2500 km bis Tiflis. Die Alternative heisst, in Tashkent zu bleiben, denn aufgrund des nicht erhältlichen Diesels können wir nicht die nächsten Attraktionen besichtigen, wieder zurück zu den Botschaften und dann anschliessen raus aus dem Land.

Später kam noch eine Mail von der Visa-Agentur. Es gibt Chancen, dass die Nummern noch am Samstag kämen – da besteht immerhin die Möglichkeit, am Montag früh zu den Botschaften und spätestens am Dienstag weiter zu kommen – lassen wir uns überraschen. 

Über das Wochenende tat sich leider nichts. Wir verbrachten die Tage nur noch mit Warten, denn aus den angegebenen Gründen können wir auch nicht weiter. Plan B wollen wir nicht in Angriff nehmen, da wir von anderen Visa-Agenturen keine Zusagen bekommen konnten, innerhalb weniger Tage die Einladungen zu besorgen. So blieb uns  nur noch das Abwarten. 

Zusätzlich schlug das Wetter um. Bis zum Sonntag Mittag regnete  es mehr oder weniger mit kleinen Unterbrechungen, die Temperaturen fielen auf auf 12 Grad ab. Ein Umstellung, da vor ein paar Tagen noch bis zu 38 Grad herrschten.

Am Montagmorgen verschickte ich eine  böse Mail an die Visa-Agentur - und dann ging das Warten auf die Reaktionen weiter. Wir hatten schon einen Freund gebeten, am Montagmorgen dort anzurufenund am Telefon Druck zu machen. Wir saßen wirklich wie auf Kohlen. Es fehlte uns jetzt schon die Zeit, die geplanten Besichtigungen ausserhalb der Städte, die zur Großen Seidenstraße gehören, durchzuführen.

 

Am Montag Mittag Ortszeit kam dann endlich die dringend erwarteten Referenznummern. Allerdings von König-Tours kein Wort der Entschuldigung oder des Bedauerns - die Service-Wüste Deutschland lässt grüßen. Wir können dieses Unternehmen in keinster Weise empfehlen. 

Gegen 13:30 waren wir endlich das iranischen Konsulat, aber leider bekamen wir die Visa nicht mit. Um 16:00 Uhr machte der Botschafter pünktlich Feierabend (ich glaube, in meinem 2. Leben werden ich auch Botschafter), wir bereiteten aber alles vor, ich musste noch zu einer Bank zwecks Einzahlung der Gebühren und es wurde uns zugesagt, dass alles am nächsten Morgen noch vor 09:00 Uhr fertig sein sollte. 

Heute, Dienstag, um 08:30 Uhr hatte ich endlich die heiß ersehnten Visa in der Hand.

Auf zur turkmenischen Botschaft. Alles abgegeben und dann die Nachricht: das Visum bekommen wir erst am 29.10. morgens und können nicht vor dem 1.11. über die Grenze. Der Grund: Die turkmenische Grenze ist (aus welchem Grund auch immer) für die nächsten 10 Tage geschlossen!!!!!

OK, alles da gelassen, bezahlen brauchen wir erst bei Abholung.

Erst einmal zurück in das Hostel, noch schnell geduscht und dann ab Richtung Westen, endlich raus aus Taschkent. Wahrscheinlich werden wir jetzt doch über Kasachstan und Russland nach Georgien und dann von der Seite aus Richtung Iran. Wir sind damit zeitlich flexibler.

Von unserem westlichsten (geplanten) Punkt in Uzbekistan sind es bis Tiflis ca. 2200 km. 

Von dem Punkt nach Tashkent und wieder zurück zum Grenzübergang sind es annähernd genauso viel. 

So sieht jetzt die Planung aus - mal sehen, was ich in den nächsten Tagen mitzuteilen habe.


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