Warten auf die Visa

Vormittags machten wir erst einmal einen ausgiebigen Spaziergang zum ehemaligen Gefängnis, das heute ein Museum ist. Oskar durfte mit hinein, was wir schon am Vortage erfragt hatten. Das Museum war ganz interessant, vieles aus den letzten Jahrhunderten war ausgestellt.

Am Mittag fuhren wir dann von Bukara aus in südöstlicher Richtung nach Qarshi. Wir wollen die Zeit bis zum 29.10., an dem wir die Visa für Turkmenistan bekommen sollten, noch ein wenig nutzen.

Auf dem Weg nach Qarshi lag noch das Bukhara Naturreservat – mal schauen, ob man dort noch einen Tag verbringen konnte. Doch das einzige, was wir fanden, war ein sehr großes abgezäuntes Areal, halbwüsten-ähnlich. Also weiterfahren. Die ganze Strecke war ebenfalls relativ trostlos im Anblick.

In Qarschi selber gab es ein paar interessante Baudenkmäler; alle nicht weit auseinander. Doch der Parkplatz (auf dem wir evtl. auch übernachten wollten), war gesperrt. Und da gleich nebenan der Markt war, gab es auch keine weiteren günstigen Parkplätze, so dass wir die Sehenswürdigkeiten im Vorbeifahren bewundern mussten. Allerdings war es auch schon spät und wir mussten noch im Hellen einen Schlafplatz finden. Den gab es dann hinter einem Möbelgeschäft, wo wir auf Nachfrage hin die Nacht verbringen durften.

Am nächsten Tag ging es weiter zu einem nahegelegenen Stausee, an dem wir vielleicht längere Zeit verweilen konnten, doch dieser Stausse war wie so viele in Uzbekistan von einem Zaun umgeben und zusätzlich bewacht – vielleicht könnten wir ja einen Eimer Wasser klauen. Also wieder weiter und wir sahen die Berge. 

Es kamen uns direkt mal wieder Kamele entgegen. Und die Dörfer sehen ärmlicher aus als wir es jenseits der Grenze von Tadschikistan (wir sind nicht so weit weg) kennen.

Und in den Bergen lagen wieder 2 Naturreservate, die wir aufsuchen wollten. Wir fanden nach langem Suchen, mittlerweile wieder auf 1500 m hoch, einen Platz auf einer Bergkette – ein schöner Ausblick, aber mit kaltem Wind. Es wurde ungemütlicher. 

Die Nebenstraße zu den Naturreservaten wurde immer schlechter. Wenn es sich wenigsten um eine Piste gehandelt hätte, wäre es ja noch zu ertragen gewesen. Aber es handelte sich um eine ehemals geteerte Straße und nichts ist nerviger (ausser auf Wellblech zu fahren), als immer wieder die mit scharfkantigem Teer umfriedeten Schlaglöcher zu umfahren. So kehrten wir nach gut 50 km wieder um und verzichteten auf die Naturparks.

Es war zwar wieder einmal sehr schön in den Bergen, aber es reichte uns einfach.

In der Ebene dann wieder das bekannte Bild: viel Landwirtschaft und viele Dörfer reihten sich an der Straße. Die nächste Nacht verbrachten wir irgendwo auf einer Wiese zwischen Obstbäumen. Wir legten schon gegen 15:00 Uhr den Stop ein, um noch ein bisschen die Sonne zu genießen.

Am 27.10. fuhren wir die Stadt Shabrisabz an, auch hier diverse Sehenswürdigkeiten. Doch die Stadt bestand nur aus einer einzigen Großbaustelle einschl. Restaurierungen, so dass wir gleich wieder reißaus nahmen.

Auf dem Weg nach Samarkand gab es noch einen Pass zu überqueren, aber vorher bogen wir noch einmal nach rechts ab und kamen damit wieder in die Berge. Hier fanden wir noch einmal einen sehr ruhigen Platz und da es gerade einmal 14:00 Uhr war, konnten wir noch einige Zeit draußen bleiben. Ein paar Herden kamen noch zur Freude Oskars vorbei (zu seinem Pech wurde er mit der Leine festgehalten), wir machten noch einen schönen Spaziergang auf die Hügel und genossen die Aussicht auf die schneebedeckten Berggipfel.

In aller Ruhe standen wir am nächsten Morgen auf, nach Samarkand hatten wir nur noch 72 km vor uns. Und so ging es erst am Mittag wieder los. Wieder einmal durfte unser Auto Bergziege spielen, es ging zum großen Teil mit 12 % Steigung auf einen über 1700 m hohen Pass – eigentlich ein Kinderspiel für unseren Wagen, immerhin war er anderes gewohnt.

Vor dem Pass eine Polizeikontrolle und wir wurden dieses Mal tatsächlich wieder angehalten. Mehr als den Pass kontrollieren wollte der Polizist allerdings nicht.

Man merkte, dass es Herbst wurde, die Blätter wurden immer bunter.

Wir erreichten Samarkand und bezogen wieder den Parkplatz vor dem gleichen B&B, um noch einmal einen Registrierungs-Nachweis zu bekommen. Ob diese Zettel wirklich so wichtig sind? Wir wussten es nicht, hatten genügend böse Geschichten gehört (auch aus der nahen Vergangenheit), so dass wir keine unnötigen Risiken eingehen wollten.

Abends waren wir wieder in dem Restaurant Kumush, das wir schon von der Vorwochen kannten. Uns schlossen sich ein Pärchen aus Frankreich, ein Kanadier und ein Holländer an, diese jungen Leute waren Gäste in dem B&B:

Der Platz vor dem Rigeston war auch schon fast fertig, dann trafen wir noch einen jungen Mann, der sich mit uns auf Deutsch unterhalten wollte. Ihm gefiel unser Oskar sehr gut und er fragte, ob wir ihm den Hund nicht schenken könnten – natürlich nicht.

Und dann wollte sich Oskar noch mit den Tigern messen. Gut, dass das keine lebenden Tiger waren.....

Übrigens: Temperaturen an diesem Tag: 25 Grad, am nächsten Tag sogar 27 Grad!

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Kommentare: 1
  • #1

    Paul und Sylvia (Antalya) (Samstag, 30 Januar 2016 17:02)

    Die Absperrungen an den Stau.- und Süßwasserseen sind wohl, für mich verständlich, zum Schutz der Trinkwasserqualität errichtet. Wir haben Ähnliches sogar auf kroatischen Inseln erlebt, wo für eine unerlaubte Annäherung an einige Süsswasserseen (Insel Cres) empfindliche (Haft)Strafen verhängt werden. Ist also nur zum Schutz vor Leuten wie Euch. :-)

    Und Oscar macht übrigens eine super Figur zwischen den Tigern!