Mashhad

Morgens standen wir um 09:00 Uhr vor dem ersten Grenzzaun, danach ging es 30 km weiter durch einen Nationalpark zur eigentlichen Abfertigung. Es ging alles korrekt ab bis auf die letzte Frage eines Grenzers vor dem Losfahren nach Wodka. Doch er bekam keinen von uns.

Die Abfertigung an der Iranischen Grenze war ebenfalls korrekt und dazu noch sehr freundlich und unkompliziert. Wir bekamen den Einreisestempel, dann durften wir noch einmal zur Registrierung und anschließend musste ich mit dem 'Carnet des Passages' zum nächsten Büro. Doch dann gab es Probleme. Der Grenzer, der die Fahrgestellnummer überprüfen wollte, sah unseren Oskar und sagte gleich: no, not with the dog. Wir sollten wieder zurück. Nach kurzer Diskussion fragte er nach dem 'Document for the dog', dass wir ja dabei hatten. Und auf einmal war die Einreise mit Oskar kein Problem mehr. Allerdings war mir seine Meinung auch relativ egal. Wir hatten ja bereits die Einreisestempel im Pass und er selber schien mir nur mit den Einfuhren der Fahrzeuge beschäftigt zu sein.

Ein weiterer Beamter stempelte das cdp auch noch ab und brachte uns dann zum nächsten Kollegen, weil wir kein 'white paper' hatten. Das wurde schnell ausgefüllt und es ging zum Auto, wo er uns eine gute Fahrt wünschte. Auf meine Frage, ob er nicht das Auto kontrollieren wolle, kam ein kurzes: no.

Auch ok, wir also weiter und dann zum letzten Grenzzaun. Der Beamte dort kontrollierte unsere KFZ-Nr. mit den Angaben auf dem white paper und wünschte uns sehr freundlich: welcome to Iran. Und wir waren im Lande.


Wir befanden uns auf der iranischen Seite im Kopedag-Gebirge

Was besonders mir ins Auge stach, waren die vielen alten Rundhauber, die noch im Iran fahren. 

Unsere erste Station war die Stadt Quchan. Die Straßen kein Vergleich mit denen der letzten Länder. Da wir von den beiden Trampern schon hörten, dass es nur noch besser werden würde, hatte ich schon vor der Grenze den Luftdruck wieder auf das normale Maß angehoben. Und so ging es auch in einer angenehmen Fahrt weiter.

In Quchan wollten wir erst einmal Geld wechseln (hat nicht geklappt, da das anscheinend nicht alle Banken dürfen/können und wir die richtige nicht fanden). Aber wir hatten schon im Vorwege ein paar Rial bekommen können, so dass wir zumindest mal wieder etwas tanken konnten.

Das Tanken ist auch neu für uns (allerdings aus Beschreibungen bekannt). Für Diesel benötigt man eine Tankkarte, da dieser subventioniert ist und ca. 7,5 €-Cent kostet.. Hat man keine Tankkarte, steckt der Tankwart seine in den Automaten und man muss den doppelten Preis bezahlen, also knapp 15 €-Cent. OK es sind jetzt zwar 100 % Aufschlag, aber damit können wir leben.

Dann kam noch ein weiterer Kunde auf uns zu und erklärte uns auf Englisch, dass fast alle Iraner sehr freundlich zu den ausländischen Gästen wären und jeder uns gern helfen würde.

Auf der weiteren Fahrt nach Mashhad, der zweitgrößten Stadt Irans und ein Pilgercentrum, sahen wir die erste Polizei-Kontrolle. Und was passierte: er hielt uns an. Leider konnte er kein Englisch und nach kurzem hin und her in verschiedenen Sprachen verzichtete er auf jede Kontrolle und winkte uns weiter.

Ca. 60 km vor Mashhad fanden wir irgendwo zwischen den Dörfern einen Stellplatz, das schon um 15:30 Uhr Ortszeit. Jetzt müssen wir uns zeitlich total umstellen. In Uzekistan und Turkmenistan waren wir noch 4 Stunden vor der MEZ, im Iran sind es nur noch 2,5 Std. Das bedeutete, dass es jetzt schon um 17:00 Uhr dunkel wurde.

So waren wir schon um 20:00 Uhr statt 22:00 Uhr müde und gingen dementsprechend früher ins Bett, um auch am nächsten Tag früher hochzukommen. Bisher hatten wir immer versucht, um 8.00 Uhr aufzustehen. Nun wollten wir schon gegen 06:30 Uhr aus den Federn, um die Helligkeit auszunutzen. Das fiel uns aber nicht schwer, da wir sowieso nicht unbedingt die Langschläfer sind und auch in den letzten Tagen früh wach waren. Wir versuchten also weiterhin, nach der Uzbekischen Zeit zu leben.

Da es in Quchan nicht klappte, wollten wir in Mashhad als erstes Geld tauschen, was nach einigen Versuchen auch endlich gelang. Dann eine SIM-Karte besorgen – was leider nicht klappte.

Wir wollten uns das Mausoleum von Iman Reza und dem dazugehörenden Heiligen Bezirk (Haram) anschauen. Da der Zutritt für Nicht-Muslime nur für wenige Bereiche gestattet ist, wurde uns ein Guide zur Verfügung geführt. Brigitte bekam als erstes einen Shador, den sie überen musste. Leider musste der Fotoapparat abgegeben werden, aber mit einem Handy durfte man fotografieren (verstehe, wer das will).

Da dieser Tag ein religiöser Trauertag war, herrschte ein großer Andrang. Es waren auch viel Baustellen auf dem Gelände, denn es wird kräftig renoviert. 

Von Brigitte wurde mir strengstens untersagt, ein Bild von ihr mit Shador in die HP zu stellen. Deshalb müsst ihr alle drauf verzichten.

Oskar freute sich, als wir endlich wieder zum Auto kamen. Wir fuhren los, uns ein weiteres Mausoleum anzuschauen. Dieses befand sich in einem Park und wir hatten im Vorwege den Gedanken, dort evtl. die Nacht zu verbringen. Doch es war laut und da es schon Nachmittag war, verzichteten wir auf die Besichtigung und fuhren raus aus der Stadt, einen Schlafplatz im Nirgendwo zu suchen.

Es ging raus aus Mashhad, wir kamen auf eine Autobahn, die als Bypass im Norden und Osten um die Stadt herumführt. Als wir die Mautstelle erreichten, winkte uns der Kassierer gleich augenzwinkernd weiter, wir durften ohne Bezahlung passieren.

Und immer wieder wurden wir von Iranern bestaunt, oft kam auf der Straße der Daumen hoch, so wie wir es in den anderen Ländern auch kennen gelernt hatten.

Südlich von Mashhad fanden wir irgendwo in der Wüste noch einen Stellplatz. Es war kalt und windig und leider auch früh dunkel. Aber Oskar konnte sich endlich wieder bewegen.

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