Bandar Abbas

Auf dem Weg gen Süden (wir wollen zum Golf von Oman) passierten wir die Stadt Torbat-e Heydariyeh. Eigentlich wollte ich dort einen neuen Versuch bzgl. SIM-Karte starten. Doch es war Freitag, der muslimische 'Sonntag'. Einige Läden waren geöffnet, doch der einzige Handy-Laden leider nicht. Dafür fanden wir einen Laden, in dem ich endlich den sehnlichst gewünschten Bolzen in der richtigen Stärke und Material-Härte für unseren Stoßdämpfer fand. Auf den schlechten Straßen in Zentral-Asien hatten die anderen leider nur eine begrenzte Lebensdauer. Der Verkäufer lud uns zu sich nach Hause zum Abendessen ein, was wir aber dankend ablehnten. Es war noch zu früh für uns und wir wollten ja weiter.

Die Strecke von Mashhad führte zuerst durch ein paar Berge, dann eine Wüste bis wir irgendwann wieder durch die Berge kamen. 

Wir wurden unterwegs von einem PKW (mit einer großen Familie) überholt und an einer Stelle, an dem wir Fotos machten, hielt dieser Wagen auch. Man wollte mit uns ins Gespräch kommen, es konnte aber niemand Englisch. Der Beifahrer war wie ein Geistlicher gekleidet (was das genau bedeutete, wissen wir nicht). Wir hörten aber heraus, dass sie aus Ferdows kommen (noch gut 40 km entfernt) und wir sie oder ihn dort besuchen sollten. Aber irgendwie kamen wir nicht zusammen und so schenkten sie uns eine Tüte Granat-Äpfel.

Unser Auto kämpfte sich erst einmal über einen Pass (2082 m) es ging ganz schon steil hoch.

Kurz vor Ferdows hielt die Familie wieder und der Beifahrer lud uns noch einmal zu sich ein, zum Tee und zum Essen. Wir hätten sogar bei ihm schlafen können. Auf unserem Hinweis, wir hätten einen Hund dabei, meinte er nur. Der kann ja im Auto bleiben.

Da hatte er ja auch recht, doch aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse konnten wir nicht erklären, dass wir zumindest noch einen Spaziergang mit Oskar machen und selber auch noch duschen müssten.Ebenso mussten wir ja auch einen Schlafplatz suchen, denn wir wussten noch nicht, wo wir über Nacht stehen konnten.

Wäre jemand des Englischen mächtig, hätten wir erklärt, zu schauen, wo er wohnt und wären 2 Stunden später wiedergekommen. Sehr gern hätten wir die Einladung angenommen, aber so sagten wir ab. Wir waren sicher, dass auf jeden Fall ein interessantes Gespräch hätte aufkommen können, auch wenn man die Sprache nicht versteht. Aber die Hinderungsgründe konnten wir nicht erklären und so fuhren wir noch ein paar Kilometer weiter. Es war mittlerweile auch schon 16:00 Uhr und die Dunkelheit nahte.

Wir standen wieder in einer Wüste, hinter einem Hügel, nur unweit der Hauptstraße, absolut ruhig.

Ach ja: und dann gab es heute 2 weitere Polizeikontrollen, doch auch hier konnte wieder niemand Englisch und so wurden wir weitergewunken. Manchmal nervt das wirklich.

Nur noch Wüste und Berge, das waren unsere weiteren Aussichten, hinund wieder unterbrochen von Ortschaften. Hier eine kleine Übersicht:

Auf der Strecke gen Süden kamen wir auch durch die Stadt Kerman und bekamen endlich die vermisste SIM-Karte (die wir allerdings am nächsten Tag erst zum Laufen bekamen). Wir kamen erst spät weiter und mussten bei Dunkelheit einen Schlafplatz suchen - und das war im Nachhinein eigentlich der schönste, den wir auf dieser Strecke gen Süden fanden. Die anderen Plätze haben wir garnicht erst fotografiert, es lohnte sich einfach nicht.

Weiter durch Wüste und Berge.

Am 10.11. erreichten wir endlich Bandar Abbas, eine Hafenstadt an der Straße von Hormus. 100 km weiter südlich liegt schon der Oman, die Straße von Hormus geht in östlicher Richtung in den Golf von Oman über, in westlicher Richtung in den Persischen Golf. 

Der Tag vorher wurde schon immer wärmer, jetzt haben wir über 30 Grad und es ist schwül. Zuerst machten wir einen ausgiebigen Spaziergang mit Oskar am Strand entlang. Fahrzeuge fuhren rauf und runter, die Menschen badeten, im Hintergrund lagen Schiffe auf Reede. 

Uns war nicht danach, unbedingt mehrer Tage in Bandar Abbas zu verbringen. Die Stadt hat auch keine weiteren alten Sehenswürdigkeiten und wir machten uns bald wieder auf gen Westen. Wir fanden einen Platz kurz vor Bandar Khamir, nicht der Platz für mehrere Nächte, aber Oskar konnte mal wieder gut laufen. Das war auf den vorherigen Plätzen, die überwiegend steinig waren, für ihn nicht so angenehm. Bis spät abends saßen wir vor dem Auto, es war nur heiß und schwül. 

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