Shiraz

Die Nacht war nicht besonders, unausgeschlafen standen wir morgens auf. Es war immer noch schwül und heiß. Es fing morgens es an zu gewittern und leichter Regen fiel. Brigitte hatte schon Angst, dass unser Platz zu lehmig sei und wir evtl. festhängen könnten.

Als wir die Straße, entlang des Persischen Golfes, erreicht hatten, dauerte es nicht mehr lange und das Gewitter entlud sich. Es kamen kurzfristig so starke Wassermassen vom Himmel, dass der Scheibenwischer es kaum schaffen konnte.

Von dieser Küstenstraße waren wir etwas enttäuscht. Meistens führte sie weiter weg vom Wasser, man sah links und rechts der Straße nur lehmige Ebenen, die sich aufgrund des Regens in matschige Sümpfe veränderten.

Der Regen war gerade vorbei, als wir wir die einzige Stelle fanden, an der man noch am 'Sandstrand' ohne Lehm und Matsch spazieren gehen konnte – was wir mit Oskar auch sofort ausnutzten.

Kaum waren wir wieder im Auto, kam der nächste Gewitterregen, nicht weniger heftig als vorher.


Unser nächstes Ziel ist die Stadt Shiraz. Wir entschieden uns, bei Bandar Kong rechts abzubiegen und auf einer Nebenstrecke über die Berge zu fahren. Auch die Nebenstraßen in Iran befanden sich in einem guten Zustand, so dass wir einiges an Kilometern schaffen konnten

Landunter, so kann man es nennen: Wir hatten für den Rest unser heutigen Etappe überwiegend Regen. Im Gebirge muss es so stark herunter gekommen sein, dass sich reissende Flüsse bildeten. Das scheint nicht oft vorzukommen in diesem Land, denn immer wieder standen Dorfbewohner an einigen neuralgischen Punkten zusammen und beobachteten die Wassermassen.

Auf den Bildern ist manchmal kaum das Wasser zu erkennen, es führte soviel Schlamm mit, dass es die gleiche Farbe der Umgebung hatte.

Wir wussten bis dato noch nicht, dass man durchaus mit einem Regenschirm auf dem Mopett fahren kann.

Auch ganze Dörfer standen unter Wasser; wir befürchten, die Menschen werden wohl noch länger mit dem Wasser zu tun haben, denn in dem Lehm kann es nicht schnell versickern.

Dafür wurden die Temperaturen wieder angenehmer, es ist auch noch ohne Jacke gut auszuhalten und die feuchte Schwüle ist verschwunden.

Wir verbrachten die Nacht an einer über der Straße gelegenen Stelle. Man musste schon aufpassen, denn der Regen war noch nicht vorbei, es hingen noch Regenwolken in den Bergen. Deshalb war wichtig, zu schauen, wo die Regenmassen den Berg herunter kamen, um nicht am nächsten Morgen vor mehr oder weniger unlösbaren Problemen zu stehen.

Am nächsten Tag kamen wir gut weg, es hatte über Nacht nur noch ganz kurz geregnet. Unterwegs sahen wir noch einige Landstriche, die unter Wasser standen. Durch den Lehm kann das Wasser einfach nicht schnell genug versickern.

Aber es war nicht nur Wasser, was wir sahen. Zwischendurch wurde es auch etwas grüner

Seit einigen Wochen standen wir mit 2 Hamburger Motorradfahrern, Henning und Denise, im Mailkontakt. Sie hatten uns durch Zufall über die HP gefunden.

Die beiden waren in Shiraz und wollten Richtung Bandar Abbas und so ergab es sich, daß wir uns für unterwegs verabredeten. Am nächsten Nachmittag trafen wir uns in Zahedan, suchten einen gemeinsamen Stellplatz und verbrachten einen netten Abend am Lagerfeuer; unterbrochen von diversen Besuchern aus der nachliegenden Stadt, für die deutsche Touristen in ihrem Land, dann noch in unmittelbarer Nähe, das Highlight des Jahres waren.

Das Problem war, dass so gut wie keine Englischkenntnisse bei den Besuchern vorhanden waren und so gingen die Unterhaltungen, die sich immer glichen (woher kommst du, was machst du, hast du Kinder etc) ziemlich stockend vonstatten. 

Trotz der 'Störungen' machte uns allen der Abend viel Spass und kurzfristig entschieden wir, den nächsten Tag vor Ort zu bleiben und mal einen Tag Urlaub von der Reise zu nehmen. Auch Oskar gefiel es gut und er hatte den ganzen Tag so viel Beschäftigung mit den Besuchern, dass er überhaupt nicht zur Ruhe kam und abends todmüde in sein Kissen wollte, während wir den 2. Abend am Lagerfeuer verbrachten.

Auch dieser Tag war wieder von einigen Besuchern geprägt. Einer der Iraner war Farot (auf dem letzten Bild ganz rechts), ihm gehörten die Olivenbäume, hinter denen wir standen. Er versorgte uns mit Oliven und Äpfeln, lud aber auch seine halbe Familie aus der Stadt ein, die Touristen zu besichtigen. Damit war er wohl der Star in der Stadt, denn wer hat schon deutsche Touris mit Motorrädern und einem LKW auf seinem Grund und Boden. Er hatte auch englisch sprechende Freunde, da die aber nicht kommen konnten, so mussten wir zumindest mit ihnen telefonieren.

Diese 3 Fotos von den Besuchern waren auch alle, die ich gemacht hatte. Wenn der Fotoapparat draussen war, wollten sie überhaupt nicht mehr gehen und nur fotografiert werden.  Das ganze war etwas anstrengend, aber wenn man solch eine Reise in diese Länder macht, muss man eben damit rechnen. Sie meinen es ja nicht böse, im Gegenteil. Sie freuen sich, dass du gekommen bist.

Am frühen Samstagmittag brachen wir dann in verschiedene Richtungen auf, wir wollten ja nach Shiraz. Unterwegs veränderte sich die Landschaft ein wenig, wir sahen immer mehr Zitronen-Haine.

Kurz vor Shiraz gab es auch einen Salzsee, in dem auch Salz gewonnen wurde.

In der Stadt suchten wir nach Hennings Beschreibung eine Wäscherei, wo wir unsere Schmutzwäsche erst einmal abgaben. Und nicht weit entfernt, direkt an einem größeren Park, fanden wir einen relativ ruhigen Stellplatz auf einem bewachten Parkplatz. Nach einem ausgiebigen Spaziergang mit Oskar suchten wir uns ein nettes Restaurant, um die Kenntnisse von der iranischen Kochkunst zu erweitern.

Die Nacht war, wie erhofft, verhältnismässig ruhig, so dass wir uns nach dem Frühstück und Spaziergang mit Oskar auf die Sehenwürdigkeiten stürzen konnten. Dies allerdings ohne den Hund, da wir viele Altertümer nicht mit Hund besichtigen durften. Deshalb musste er unser Auto bewachen – sicherlich hat er die Zeit genutzt und geschlafen, denn er ist ja mehr Schlaf- als Wachhund.......

So war das ganze geplant. Doch aus dem einstündigen Spaziergang wurden mehr als 2 Stunden. Immer wieder wurden wir in dem Park von Iranern angesprochen. Sie wollen immer wissen, woher wir kommen. Und dann mit einem Hund - unglaublich. Wie habt ihr den denn im Flieger mitgebracht? Ihr habt ein Camping-Car? 

So in etwas gingen die Konversationen. Immer nett und freundlich und neugierig. Und die obligatorischen Fotos mit den Smart-Phones durften auf keinen Fall fehlen - so zog sich die Zeit.

Doch dann ging es endlich los. Oskar hatte, wie schon erwähnt, die Verantwortung für alles und durfte es sich dabei gern gemütlich machen (sicherlich wäre er aber lieber mitgekommen) und wir gingen auf Besichtigungstour.


Sehr interessant empfanden wir die Stadtfestung, die wir auf jeden Fall besichtigen wollten. 

Es gab noch Mausoleem/Grabmahle, die wir uns allerdings nicht mehr angesehen hatten, denn irgendwie haben wir das Empfinden, daß sie sich sowieso nur gleichen. Ebenso haben wir uns die Moschee nicht mehr angesehen, da Brigitte keine Lust auf einen Shador hatte.

Der Persische Garten wäre noch interessant gewesen, aber er war geschlossen. Wir waren uns allerdings sicher, daß er sich um diese Jahreszeit nicht mehr gelohnt hätte.

So schlenderten wir noch etwas durch den Basar - die sich im Prinzip auch immer nur gleichen.

Auf dem Weg zum Parkplatz gönnten wir uns noch einen kleinen Imbiss (ausnahmsweise mal einen Lammspieß und einen Kebab - ich glaube, andere Sachen haben wir so gut wie nie gehabt), kauften noch etwas ein und holten Oskar wieder aus dem Auto heraus. Und schon wieder standen wir im Mittelpunkt - irgendwann gewöhnt man sich dran.

Ich selber lag noch kurz unter dem Auto, um einige Schrauben nachzuziehen und die Federn zu überprüfen, und schon wurde mir Hilfe angeboten. Die Iraner sind wirklich sehr nett, freundlich und hilfsbereit und wir haben nur positive Erlebnisse mit ihnen.

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Kommentare: 3
  • #1

    Götz (Sonntag, 15 November 2015 22:06)

    Hallo Peter , es ist immer spannend Eure Einträge zu lesen und toll die Bilder zu bewundern. Danke für die tolle Berichterstattung.

    Ich wünsche weiterhin sicher Weiterreise.

    Götz

  • #2

    Gerda & Jürgen (Montag, 16 November 2015 00:18)

    Freuen uns über Eure Berichte und auf ein Wiedersehen!!!
    Liebe Grüße : )

  • #3

    Iris und Maik (Montag, 16 November 2015 11:18)

    Hallo ihr Drei,
    Immer wieder schön einen Bericht über die Reise zu lesen und die Bilder zu betrachten. Na Peter, kam denn Sehnsucht hoch als ihr die Motoradler aus der Heimat getroffen habt? ☺
    Wir haben noch 2 Wochen bis es wieder losgeht, diesmal in Richtung Marokko.
    Euch weiterhin eine schöne Reise und genießt die Temperaturen, wir hatten gestern 5°C in der Nacht und kräftigen Wind!

    Viele Grüße, Maik