Yazd

Die Stadt Yazd war das nächste Ziel. An der Ausfallstraße von Shiraz entdeckten wir noch einen der Gärten von Shiraz. 

Ca. 45 km ausserhalb Shiraz liegt Persepolis. Es ist eine Palastanlage aus der Zeit ca. 500 v. Chr. Es wurde 332 v Chr. von den Truppen Alexander dem Großen besetzt und ging bei einer Feier in Flammen auf. Im Laufe der Jahrtausende wurde es von Trümmern und Schutt überdeckt, überragt nur von einigen Säulen und steinernen Eingangsportalen als Zeugen der großen Vergangenheit (Zitat aus dem Reiseführer).

Diese historische Anlage (ein Areal von etwa 400 x 300 m) haben wir uns in aller Ruhe angeschaut. Es ist schon beeindruckend, was die Menschen vor über 2,5 Jahrtausenden geschaffen hatten.

Wir blieben über Nacht auf dem Parkplatz bei der Anlage, mal wieder absolut ruhig.

Auf beiden Seiten der Strecke nach Yazd wurde viel Landwirtschaft betrieben, hin und wieder sahen wir Menschen bei der Zwiebel- und Kohlernte. Das Getreide war schon abgeerntet, jetzt liefen Schaf- und Ziegenherden über die Felder.

Irgendwann ging es wieder in die Berge und auf der Hochebene wurde kaum noch etwas angebaut. Aufgrund der Jahreszeit ist alles braun. Im Hintergrund ist Schnee auf den Bergen zu sehen.

Kurz vor der Stadt Taft fanden wir einen Stellplatz an einer noch nicht ganz fertigen Freizeitanlage mit einem herrlichen Blick aufs Tal und steilen Berghängen direkt hinter uns.

In Yazd angekommen fuhren wir als erstes das Imigrations-Büro an, um unsere Visa zu verlängern. Dank eines Hinweises aus dem Allradler-Forum war das alles kein Problem und zum Mittag hatten wir die Verlängerungs-Stempel in den Pässen. Wir befürchten, dass wir es nicht bis Anfang Dezember schaffen, aus dem Iran auszureisen. Zu schön ist es hier, als dass wir hetzen wollen. So gehen wir kein Risiko ein, eine hohe Strafe bei verspäteter Ausreise bezahlen zu müssen. Wir planen, bis spätestens 20.12. nach Armenien über die Grenze zu gehen.

Erwähnen muss ich noch, daß ich mit einem Taxi in die Innenstadt musste, um noch Euros zu wechseln. Mein Adrenalinspiegel stand wieder einmal ganz oben: das Land ist ja soooooo klein, dass die Autos jede noch so kleine Lücke ausnutzen müssen. Abstand zum Vordermann - was ist das denn? Die Fahrt war so ähnlich wie die Taxifahrt nach Taschkent mit dem Unterschied, nicht so lang und nicht so schnell.

 

Yazd ist nach Rom die älteste Stadt. In der historischen Altstadt findet man auf fast ausschließlich Lehmhäuser in engen Gassen.

Als erstes schauten wir uns die Freitagsmoschee mit dem hoch aufstrebenden Eingangsportal mit Doppelminarett an. Lt. Reiseführer zählen die Fliesendekorationen mit verschiedenen Blautönen zum Schönsten, was die persische Baukunst aus dem 14. Jahrhundert hinterlassen hat. Auch die Kuppel ist etwas Besonderes.

Das Bürgerhaus Larihar aus dem 19. Jahrhundert wurde in 2 Stockwerken um einen bepflanzten Innenhof mit Wasserbecken gebaut (Zitat aus dem Reiseführer)

Eine weitere Moschee

Unser etwas längerer Abendspaziergang mit Oskar führte uns noch einmal zur Freitagsmoschee, dieses Mal mit Beleuchtung

Wir hatten uns mittlerweile daran gewöhnt, von den Iranern sofort als Europäer erkannt und häufig angelächelt, angesprochen und begrüßt zu werden. Auch immer die Frage, woher wir kommen, sehr häufig 'Willkommen im Iran' zu hören.

Aber so ein Spaziergang mit Oskar an der Leine sorgte fast für Aufruhr. Das ist etwas, was die Iraner so gut wie nicht kennen. Immer wieder versuchten die Menschen, insbesondere die jungen Männer, den Hund zu locken. Wenn Brigitte aber die Leine in dem Moment etwas länger ließ, nahmen die meisten gleich Reißaus. Es gab allerdings nur sehr selten böse Gesichter, meisten wurden wir mit Hund auch angelacht.

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Kommentare: 2
  • #1

    Iris und Maik (Donnerstag, 19 November 2015 20:15)

    Hallo Brigitte, hallo Peter,

    Immer wieder schön eure Erlebnisse zu sehen und nachzulesen. Auf dem Bild vor der fast fertigen Freizeitanlage sieht man den Donnerlaster in der Seitenansicht. Täuscht das Bild, oder hängt hinten rechts die Feder durch? Oder habt ihr einfach nur zu viel geladen?

  • #2

    Peter (Freitag, 20 November 2015 04:43)

    Hallo Iris und Maik, ich kann euch beruhigen: das täuscht. Die Federn und Dämpfer sind alle in Ordnung, wir haben nicht einen der gefürchteten Federbrüche gehabt. Und einen Durchhänger ebenfalls nicht, überladen sind wir ebenfalls nicht (sind aber am Limit).
    Viele Grüße aus der iranischen Wüste, kurz vor Isfahan
    Peter