Isfahan

Am Abend stellten wir den Wagen noch ein paar Meter weiter, weil es uns der vorherige Platz doch zu laut war. Am Morgen sahen wir dann, dass wir neben diesem Holzgestell standen. Es ist ein Naql und wird bei Prozessionen geschmückt und von vielen Männern abwechselnd getragen. 

Der Weg von Yazd nach Isfahan war etwas langweilig, die erste Hälfte ging es durch eine Wüste, die 2. Hälfte durch eine Halbwüste. In der Ferne konnte man Berge erahnen, sie waren kaum sichtbar im fernen Dunst

Wir übernachteten ca. 35 km vor Isfahan irgendwo hinter ein paar Büschen versteckt in der Halbwüste.

Am Morgen kam ein älterer Iraner mit seinem Auto auf uns zu. Er schaute nicht gerade sehr freundlich und zeigte immer auf die Büsche, erzählte uns unverständliches und schüttelte immer den Kopf. Anscheinend gefiel es ihm nicht, daß wir dort standen. Es dauerte nicht lange und ein Polizeiwagen kam an. Nachdem die beiden Polizisten den KFZ-Schein anschauten (ohne ihn lesen zu können) und telefonierten, verschwanden sie wieder.

Am Mittag erreichten wir Isfahan. Auf dem ersten Blick gefiel uns diese Stadt schon sehr gut. Hier ein paar Bilder mit unseren ersten Eindrücken.

Wir fanden sehr zentral einen Parkplatz.. Ich war mal wieder froh, dass unser Auto mit 2,20 m Außenbreite zu den kleineren gehörte, denn es war cm-Arbeit, um durch 2 Bäume und am Kassenhäuschen vorbei zu kommen.

Kaum standen wir, wurden wir wieder zu einer Attraktion, insbesondere als Oskar draußen war. Mehrmals wurden wir angesprochen und Fotos gemacht.

Wir tummelten uns die meiste Zeit des Nachmittags am Meydan ('Platz') herum. Im Süden wird er begrenzt von der Moschee Masdjed-e Iman. Gerade war die Zeit des Freitagsgebetes vorbei und viele Menschen strömten aus der Moschee.

Auf dem Weg dahin kamen wir durch die eine oder andere Parkanlage. Auch hier, wie schon so oft, saßen die Menschen auf Decken auf dem Rasen, aßen, tranken Tee, hielten Schwätzchen und schienen das Leben zu genießen.

Im Osten des Meydan steht die Lotfolla-Moschee, diese wurde als Privat-Moschee um 1616 gebaut

Aber auch der Cappuchino in einer Seitengasse des Meydan durfte nicht fehlen - und ich nutzte die Möglichkeit, einmal ein paar 'moderner' gekleidete junge Frauen auf Fotos festzuhalten.

Den Rest des sonnigen Tages ließen wir auf dem Meydan ausklingen.

Nachts um halb zwölf wurden wir durch einen Laubsauger im nahegelegenem Park geweckt (was haben die Menschen hier nur für Arbeitszeiten). Auch sonst war es aufgrund der nebenan verlaufenden Straße leider nicht besonders ruhig. So be-schlossen wir, nur noch eine weitere Nacht hier zu verbringen.

Wir nutzten den Tag für weitere Besichtigungen, zuerst war die große Moschee dran.

Obwohl sich die Bauwerke häufig gleichen (zumindest für unsere ungeübten Augen), so ist es doch immer wieder faszinierend, was die Menschen vor vielen Jahrhunderten erschaffen hatten.

Anschliessend schlenderten wir über den Handwerkerbasar.

Und den Nachmittag verbrachten wir mit Oskar am Fluß Zayandeh Rud ('Der Leben spendende Fluß'). Er erreicht seine volle Breite im Frühjahr, wenn in den Bergen der Schnee schmilzt, in den Sommermonaten ist er größtenteils ausgetrocknet. Dass er im Herbst so viel Wasser führt, ist die absolute Ausnahme – und für die Isfahaner auch ein interessanter Ausflugsort. Auf dem Weg zum Fluß schauten wir uns noch den Palast Hasht Beheshat an.

Abends marschierten wir noch einmal los, wir wollten schauen, ob der Meydan und die Moschee auch beleuchtet wurden.

Der große Springbrunnen im Park erschien in blauem Licht 

Am letzten Morgen hielt ein Bus neben unserem Parkplatz an, eine Horde junger Schul-Mädchen sprang heraus. Einen großen Unterschied zu deutschen Kindern konnten wir nicht feststellen: es wurde genauso gedrängelt, geschubst und geschnattert wie bei uns (mit dem Unterschied, dass es hier nur Mädchen waren).

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