Kashan

Gern wären wir noch einen Tag länger geblieben, doch der Parkplatz war uns einfach zu laut. Und einen ruhigeren Stellplatz hatten wir trotz weiterer Suche nicht finden können.

Wir wollten Kashan ansteuern, auf dem Weg dorthin fanden wir noch eine Karawanserei. Ob sie nur restauriert war oder ganz neu aufgebaut, konnten wir nicht feststellen, wir tippten auf einen Neubau.

Fast hätten wir uns entschieden, hier zu übernachten. Der Parkplatz vor der Karawanserei war ganz nett zurecht gemacht und Oskar hätte hier auch seine Freude gehabt. Da es aber erst 11:30 Uhr war, machten wir uns doch weiter auf den Weg.

Unterwegs sahen wir eine hoch abgesicherte Anlage mit vielen Wachtürmen. Was es war, konnten wir nicht feststellen. In kilometerweitem Abstand reckten Kanonen ihre Rohre in den Himmel, es herrschte strengstes Fotografierverbot (woran wir uns selbst- verständlich auch hielten). War das eines der umstrittenen Uran-Anreicherungs- anlagen? Wir wussten es nicht. Es musste aber ein Hochsicherheitstrakt gewesen sein, denn über eine Strecke von ca. 8 km verloren unsere Navis sogar den Kontakt zu den GPS-Satelliten.

(Ich greife vor: es wurde uns ein paar Tage später bestätigt, dass es sich um eine Nuklearanlage handelte....)

Am frühen Nachmittag erreichten wir Kashan, kurz nach Ortseingang fanden wir einen Freizeitpark. Zwei Personen – ein Gedanke – hier bleiben wir.

Die Straße war zwar nicht weit weg, aber es war relativ ruhig. Vereinzelt sahen wir ein paar Menschen auf dem Rasen in der Sonne sitzen. Wie man sehen kann, konnte man sich hier wohlfühlen. 

Am Montag Vormittag hatten wir es nicht eilig. Wir wollten uns die Stadt anschauen und anschließend wieder zu diesem Platz zurück kommen, um eine weitere Nacht hier zu verbringen.

Zuerst einmal besuchten wir den Bazar. Im Prinzip sind diese Märkte alle gleich, aber dieser war nun doch etwas anders. Während uns gerade in Isfahan auffiel, dass die Stände sehr häufig nach ihren zu verkaufenden Produkten zusammen geballt waren, gab es hier mehr Abwechslung. Jeder Stand verkaufte etwas anderes als der Nachbar.

Wir besuchen auch ein 300 Jahre altes Badehaus, das jetzt als Tee-Haus und Restaurant genutzt wird

Danach besichtigten wir die Moschee und Medrese Aqa Bosorg. Auch hier ein Unterschied zu vielen anderen Moscheen: Nicht so blau und vor allem nicht so viel Keramik an den Wänden. Ebenso andere Malereien.

Wir sahen uns in einem Stadtviertel mit renovierten Bürgerhäusern um. Diese konnte man gegen Entgelt besichtigen, allerdings nicht zu der Zeit, als wir dort waren. Das war uns auch recht, so konnten wir das gesparte Geld in einem netten Restaurant fürs Essen ausgeben.

Kurz nach Erreichen des Parkes kam ein Pärchen und setzte sich mit ihrer Decke in die Nähe unseres Autos. Sie luden uns zu einen Tee und Naschereien ein, was wir auch dankend annamen. Doch leider sprach sie überhaupt kein Englisch, er ein klein wenig. So viel hatten wir jedenfalls verstanden, dass sie gebürtige Afghanin war. Anscheinend waren die beiden noch nicht lange verheiratet bzw. sie im Iran, denn sie lernte gerade die persische Schrift.

Bei Einbruch der Dunkelheit verschwanden die Beiden wieder, während wir uns im Koffer aufwärmten. So warm es auch tagsüber noch war: Wenn die Sonne tiefer stand, wurde es mittlerweile empfindlich kühl – immerhin ist es auch schon Ende November.

Den nächsten Tag verbrachten wir im Park, wir hatten keine Lust zum Weiterfahren.

Anbei ein paar Bilder aus dem Park, damit man auch verstehen kann, dass wir gern noch einen Tag blieben.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0