Armenien

Aaaaahhhhh, das schmeckt. Endlich, nach über 6 Wochen, endete so der Tag, begann so der Abend: das erste Bier!!

Doch fangen wir mit dem Morgen an: Nach einer ungestörten und sicheren (!) Nacht ging es zum iranischen Grenzübergang. Leider ließen sich die Beamten viel Zeit (insbesondere für die Bearbeitung des Carnet des Passages) und so dauerte es eine gute Stunde, bis wir zur armenischen Abfertigung kamen. Dort erlebten wir die gründlichste Untersuchung sämtlicher Grenzabfertigung: Ein Zöllner durchwühlte sämtliche Schränke unseres Autos. Schon im Fahrerhaus ging es los, dann wollte er alle Staukästen geöffnet haben. Auch im Innenraum wurden alle Fächer durchwühlt.

Und, als wenn das schon nicht genug war, musste das Auto auch noch durch einen Scanner.

Anschliessend musste ich noch Declarations-Unterlagen für das Auto erstellen lassen, dafür gab es dann auch eine Rechnung über 45 €; und eine KFZ-Versicherung für umgerechnet 23 € war auch noch Pflicht.

Die armenische Abfertigung dauerte geschlagene 2 Stunden, obwohl fast nichts los war.

Na gut, ist halt so – andere Länder, andere Sitten.

 

Der Grenzzaun zum Iran:.

Der Grenzübergang lag auf unter 600 m ÜNN. Innerhalb von 40 km mussten wir einen Pass erklimmen, gut 2000 m höher. 

Die Straßen wurden wieder schlechter als im Iran, allerdings waren sie noch erheblich besser als in Zentralasien.

Den Schlafplatz fanden wir mal wieder etwas abseits der Hauptstrassen auf einer Verbindungsstrecke zum nächsten Dorf. Ungestört konnten wir dort stehen, doch bereits abends zogen die Wolken zwischen die Berge.

 Noch am Vormittag hingen die Wolken zwischen den Bergen fest. Es muss hier vor ein paar Tagen auch geschneit haben, denn die Berglandschaft war in weiss gehüllt.

Im Laufe des Tages zog noch die Sonne auf und die Kottlets genossen das angenehme Winterwetter, entweder  faul herumliegend oder beim Spaziergang am Straßenrand.

Uns begeisterte die weisse Bergwelt und wir mussten überraschenderweise feststellten, dass die Seidenstrasse auch durch Arminien ging (mittlerweile wissen wir, dass sie sogar durch Georgien führte).

Wir fanden unterwegs einige schöne Stellen, die zum Übernachten einluden. Doch sie lagen entweder zu hoch oder in schattigen Tälern, so dass wir lieber verzichteten. Gegen Abend fanden wir dann eine Restaurant-Anlage, bei der wir übernachten durften. Anstandshalber gingen wir dort essen - es war lecker, aber der Raum leider auch saukalt. Das erste Mal, dass wir ein Menü dick eingemummelt zu uns nahmen.

Am nächsten Tag war ein weiterer Pass zu erklimmen, kurz vor Erreichen der Höhe fanden wir noch eine alte Karavanserei.

Einen Augenblick später entdeckten wir diesen armenischen Schakal auf Beutefang.

Es sah dort oben einfach nur fantastisch aus

Wir erreichten nachmittags noch den Sevansee, den größten Süßwassersee Armeniens und auch den größten des Kaukasus und mit seiner Höhe von etwa 1900 m über dem Meeresspiegel einer der größten Hochgebirgsseen der Welt. Er liegt 1894 m hoch und ist maximal 83 m tief. Sein Volumen beträgt 58,4 km3. Durch Wasserabzug für landwirtschaftliche Bewässerungsprogramme und für Stromgewinnung seit 1936 sank der Wasserspiegel um 22 m.

Hier fanden wir dann auch unseren Schlafplatz, allerdings sieht es nur zur Seeseite so schon aus. Hinter uns befanden sich noch verfallene Gebäude, vermutlich aus der Zeit der Sowjetunion. Doch davon ließen wir uns nicht stören, wichtig war die Ruhe, die wir über Nacht auch geniessen konnten - zumindest zum Teil. Denn uns verließ bei minus 7 Grad ein wiederholtes Mal die Heizung. Anscheinend kann sie die Kälte in Verbindung mit der Höhe nicht ab. 

Den kalten Morgen überstanden wir, weil beim Aufstehen unser Kocher wieder herhalten musste. Die Gasflammen bekamen den Koffer relativ schnell auf eine etwas angenehmere Temperatur.

Im Laufe des Tages wurde uns wieder wärmer, wir machten uns auf den Weg zur Georgischen Grenze, die wir am Nachmittag erreichten.

Es ging die ganze Strecke auch nur noch bergab, von 1900 m auf ca. 400 m, wo die Grenze lag. Hier lag auch kein Schnee mehr. 

Die Grenzabfertigung auf armenischer Seite barg mal wieder eine Überraschung: Ein Grenzbeamter schickte uns erst einmal ein paar Meter zurück zu einem Broker. Nach dem 'Entry-Declaration' durften wir auch noch eine 'Exit-Declaration' in Höhe von knapp 15,-- € berappen. Ich konnte mir nicht verkneifen, die Armenier als 'Bandits' zu bezeichnen, was den bearbeitenden Broker allerdings absolut kalt ließ. Zwei anwesende Georgier, die auch gerade ihre Barschaft abdrücken mussten, bestätigten mir allerdings meine Meinung.

Aber was soll's, wir machten gute Miene zum bösen Spiel und erhielten dann ganz schnell den Ausreisestempel. Eine Kontrolle des Fahrzeuges wurde nicht mehr vorgenommen.

Auf der georgischen Seite ging alles noch einfacher: Die Daten wurden kurz ins Computersystem eingegeben und es erklang ein 'welcome to Georgia'. Dann noch kurz die Frage, ob wir etwas zu verzollen hätten und durch waren wir. Alles in allem dauerte der komplette Grenzübergang nur knapp 30 Minuten -- so schnell waren wir noch nirgends abgefertigt worden.

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Kommentare: 4
  • #1

    gisela und wolfgang (Dienstag, 15 Dezember 2015 10:21)

    Hallo ihr zwei Lieben,
    schön von euch zu hören. Wir waren vergangene Woche bei Gerda und Jürgen und haben ein Gläschen Rotwein für euch mit getrunken. Wir sind schon sehr gespannt auf die Aktualisierung euerer HP und darauf, wie es euch ergangen ist. Hier geht alles seinen Gang und Weihnachten kommt unweigerlich näher.
    Wir wünschen euch schöne und erholsame Tage bei eueren Freunden.
    Liebe Grüße Gisela und Wolfgang

  • #2

    Heinz und Christel (Montag, 21 Dezember 2015 16:18)

    Hallo Ihr Abenteurer,
    vielen Dank für eure Karte aus dem Iran, haben uns sehr gefreut von euch zu hören und auch zu lesen, dass es euch offensichtlich gut geht. Wir wünschen euch ein frohes Weihnachtsfest und sind ganz gespannt, wohin euch die Reise noch führt.
    Liebe Grüße aus Buxtehude von Heinz und Christel

  • #3

    Albi (Dienstag, 22 Dezember 2015 07:31)

    Hallo ihr drei,
    Tolle Bilder! Wir neiden euch den Schnee! Erinnere mich, dass wir sehr böse waren, als wir die Ausreise aus Armenien bezahlen mussten. Bös!

    Habt schöne Feiertage in Georgien, wir denken an euch,
    Denis und Henning

  • #4

    Mathias und Bianca (Dienstag, 22 Dezember 2015 17:35)

    Wir freuen uns für Euch mit. Nicht nur wegen dem Bier.
    Auf diesem Wege schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!!!!
    Bei uns blühen schon die ersten Sträucher. Extrem warm dieses Jahr.
    Des weiteren befinden wir uns in dem üblichen Weihnachtsstress.
    Euch noch viel Spaß und tolle Eindrücke und Erfahrungen!!!
    LG Bianca und Mathias