Küstenstraße entlang des Schwarzen Meeres

Am Sonntag wollten wir Batumi verlassen - so der Plan. Doch die Stadt mit ihrem Boulevard gefiel uns und da wir direkt am Boulevard geparkt hatten, blieben wir gleich 3 Nächte. Über den Sonntag hatte ich ja schon berichtet - herrlicher Sonnenschein.

Am nächsten Tag war es nicht ganz so schön, aber es war trocken und so konnten wir weiterhin den Boulevard 'erwandern'.

Aber am Dienstag sollte es definitiv losgehen. Zuerst noch etwas einkaufen und die Tanks voller günstigem Diesel (zumindest günstiger als in der Türkei) und auf zur Grenze.

Die Grenzabfertigungen auf beiden Seiten war relativ schmerzfrei, ein kurzer Blick ins Auto von georgischen Grenzpolizisten und dann rüber zur türkischen Abfertigung. Auch hier nur ein kurzer Blick ins Auto, Aufnahme aller Daten und schon waren wir in der Türkei. 

Die Uhren durften wir erst einmal um 2 Stunden zurück stellen - so waren wir nur noch eine Stunde vor der deutschen Zeit.

Ich hatte mich bereits während der ganzen Reise auf das türkische Brot gefreut, lecker und knackig frisch. Der erste Bäcker war unser - ein Brot kaufen.

Da aber mittlerweile Mittagszeit war, wurde ein Stop eingelegt und ein Restaurant in Hope aufgesucht. Lecker:

Unser Ziel sollte die Stadt Terme am Schwarzen Meer sein. Dort wollten wir eine Werkstatt aufsuchen, die mir von Aytekin,  einem Bekannten aus Deutschland, empfohlen wurde. Wir wollten unsere Eintrittstufen (eine war ja bereits in der Mongolei 'etwas verbogen' worden) revidieren lassen, ebenso musste unbedingt die Hydraulikpumpe zum Anheben des Fahrerhauses repariert werden - diese hatte uns schon in Kasachstan, als wir einen Ölwechsel bei MAN vornehmen liessen, im Stich gelassen.

 

Die Straße entlang des Schwarzen Meeres war 4-spurig ausgebaut und in sehr gutem Zustand. So hätten wir Kilometer machen können, aber es drängelte uns nichts. Wir zockelten mit gemütlichen 60 - 65 km/h dahin und am Nachmittag erreichten wir die Stadt Rize - hier ist auch das Teeanbaugebiet der Türkei. Der Platz direkt am Wasser war dann auch unser.

Die Nacht war nicht ganz ruhig, denn nur unweit entfernt lief die Schnellstraße entlang. Trotzdem hatten wir gut geschlafen. Und irgendwie hatte uns das 'georigsche Lotterleben' (lange aufbleiben und lange schlafen) noch im Griff. Wir kamen erst gegen 12:00 Uhr wieder los -> Zeitverschiebung um 2 Std. zurück. Und da es dadurch auch wieder früh dunkel wurde, kamen nicht viele Kilometer an diesem Tag zusammen.

Wir überlegten, nicht direkt am Wasser sondern durch die Berge Richtung Terme zu fahren - doch nach kurzer Strecke war alles weiß.

Vom Schnee hatten wir aber noch genug und drehten deshalb nach wenigen Kilometern wieder um. Die 13 - 15 Grad am Schwarzen Meer waren uns lieber. Doch das Wetter hielt sich leider auch nicht und am Abend irgendwo in einem kleinen Ort direkt an einem Park fanden wir den nächsten Stellplatz. Und gerade hatten wir den Wagen abgestellt, fing es an zu regnen. Der Regen sollte uns auch den ganzen nächsten Tag noch begleiten. 

Allerdings liessen wir uns den Tag nicht davon verderben. Für die Spaziergänge mit Oskar hatten wir ja unserer Regenjacken und ansonsten saßen wir hoch und trocken im Fahrerhaus.

Aber die Fotos hätten bei Sonnenschein sicherlich besser gewirkt.

In der Stadt Fatsa fanden wir einen Stellplatz direkt hinter einem Park (die gab es auf der Strecke entlang des Schwarzen Meeres in jeder Stadt). Der Platz war nicht besonders, hinter uns standen Kräne, aber bei dem Regen war es uns egal. Wir standen sauber und konnten gleich in den Park, um mit Oskar unsere täglichen Spaziergänge zu machen. Zum Glück hörte es am späteren Abend auch auf zu regen, die Sonne kam am nächsten Tag tatsächlich wieder hinter den Wolken hervor.

Es war nicht mehr weit bis Terme und am späten vormittag kamen wir an. Zuerst mussten wir ins Lokal 'Deniz Pide', das dem Schwager von Aytekin gehört. 

Mit ein paar Schwierigkeiten (wir konnten es nicht finden, so dass man uns irgendwo abholte) kamen wir dort dann auch an und wurden erst einmal an den Tisch gebeten. Deniz versorgte uns mit einem ausgiebigen Mittagessen und unseren Einwand, wir wären vom Frühstück noch total satt, wurde aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse einfach ignoriert.

Und Aytekin, mit dem wir zwischendurch telefonierten, war uns diesbzgl, auch keine Hilfe. Wir waren eingeladen und damit basta!.

Deniz schickte einen seiner Mitarbeiter mit uns, um uns zu den richtigen Werkstätten zu bringen und aufzupassen, dass man uns nicht übers Ohr haute.

 

Das hier war die erste Werkstatt, die versuchte, die Pumpe zu reparieren, was aber leider nicht mehr ging. Wir brauchten eine neue. Nach über 2 Stunden Wartezeit kam diese auch an und wurde eingebaut - jetzt funktioniert die Hydraulik wenigstens wieder.

Zwischendurch gab es Tee, der Hund wurde von allen geherzt, es kamen Leute aus anderen Werkstätten zum Zuschauen und Klönen und so war das Ganze relativ kurzweilig.

Aufgrund des langen Wartens war es schon dunkel, als die Pumpe getauscht war. So hatte auch der Metallbauer, der die Trittstufe reparieren wollte, schon Feierabend gemacht. Deshalb suchten wir an einer kleinen Nebenstrasse direkt am Wasser unseren Schlafplatz, wo wir auch total ungestört stehen konnten.

Am Samstag morgen ging es dann zum Metallbauer. Hier das gleiche wie am Vortag: es gab Tee, diverse Leute kamen vorbei und nach 3 Stunden war alles wieder so weit fertig, dass wir los konnten.  Die Reparaturen hätte ich, nebenbei erwähnt, für das Geld nicht in Deutschland bekommen.

Auf den Bildern könnt ihr auch sehen, wie das dort aussieht. Es sind 5 Blöcke mit vielen kleinen Werkstätten. Jeder beherrscht ein Handwerk und bei den nächsten Arbeiten kommt eine andere Werkstatt zum Zuge. Das ist schon interessant zu sehen.

Neben unserm Metallschlosser war eine Lackiererei beheimatet. Deshalb sind die Bilder z.T. auch etwas 'diesig', da gerade lackiert wurde und man die Dämpfe ungefiltert nach draussen ließ.

Nach Beendigung der Arbeiten skypte ich noch kurz mit Aytekin, um mich für die Unterstützung aus Deutschland zu bedanken und mitzuteilen, dass wir jetzt langsam gen Süden wollten. 

'Nein nein, du kannst noch nicht los. Mein Schwager erwartet euch heute noch einmal zum Essen und er ist sehr verstimmt, wenn ihr nicht kommt' - so der Hinweis aus Deutschland.

Da wir allerdings noch satt waren, fuhren wir erst einmal zurück zum letzten Schlafplatz, um vorher noch einen ausgiebigen Strandspaziergang bei Sonnenschein und geschätzten 18 - 20 Grad zu machen.

Gegen 14:00 Uhr waren wir wieder in Terme. Und ja: Aytekin hatte recht: Sein Schwager freute sich sehr, wir wurden zuerst herzlich zur Begrüßung in den Arm genommen, anschliessend die Reparaturen begutachtet. Doch wir müssen wohl sehr ausgehungert aussehen, denn es gab nicht nur heute Mittag etwas zu essen. Nein, wir bekamen noch 2 Portionen zusätzlich eingepackt.

Trotz sprachlicher Probleme kam eine kleine Unterhaltung zustande und wir versprechen jetzt schon: wir kommen wieder. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht, die Gastfreundschaft hier steht der im Iran, in Georgien oder auch in vielen anderen der bereisten Ländern in nichts nach. Wir wurden aufgenommen, als wenn man uns schon lange kennt und wir beinahe schon zur Familie gehören würden.
Danke Aytekin. Und wir werden uns - zumindest ein kleines bisschen - in Deutschland dafür revanchieren.

Nach dem Essen ging es ein kleines Stückchen wieder gen Osten in die Stadt Ünye. Hier stehen wir sehr zentral auf einem Parkplatz, wieder inmitten eines Parks. Es war erst einmal die letzte Nacht am Schwarzen Meer, denn morgen soll es quer durchs Land über die Berge gen Süden gehen, wir wollen ans Mittelmeer nach Mersin und dort auf einem Camingplatz (Empfehlung von Gerda und Jürgen) mindestens eine Woche Urlaub von unserer Reise machen.

Auf den letzten Bildern könnt ihr die Ampeln, die ich ausser in der Türkei noch nie gesehen habe, mal begutachten. Wir finden dieses Prinzip sehr interessant.

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Kommentare: 1
  • #1

    Albi (Sonntag, 17 Januar 2016 12:07)

    Hey ihr drei,
    da seid ihr schon in der Türkei, wie die Zeit vergeht! Es freut mich, dass wir euch virtuell begleiten können, genießt die Reise, bis bald in der Heimat,
    Denis