Zurück ans Meer

Da auch am nächsten Tag die Sonne schien und es frühlingshaft warm war, blieben wir einen weiteren Tag, wir mussten uns ja von den letzten 'anstrengenden Tagen' wieder erholen.

Morgens um 6:30 Uhr wurden wir geweckt von einem lauten Gebelle der zum Campingplatz gehörenden Hunde, zusätzlich gab es lautes Gezische.

Ein Blick aus dem Fenster, raus aus dem Bett, die Hose an, die Kamera in die Hand und ab nach draußen war fast eines. Und dabei kamen diese Bilder zustande:

Am 1. März scheint hier die Saison los zu gehen. Zumindest die Saison der Heißluftballon- fahrer, Insgesamt zählte ich 19 Ballons. Sie kamen alle aus den umliegenden Tälern aufge- stiegen. Wir vermuteten, dass es sich um einen Saisonstart handelte.

 

Nach dem Frühstück gab es erst einmal Aufregung - unser Oskar war weg. Kurz nicht geschaut und er nutzte das aus. Wir hatten die Tage beim Spazierengehen schon mehrmals einen Fuchs gesehen. Oskar nahm zu gern seine Fährte auf, allerdings hatten wir ihn immer so weit im Griff, dass er bei uns blieb. Doch diesen Morgen hatte er die Gunst der Stunde genutzt. Also erst einmal suchen. Nach gut 10 Minuten kam er von selber wieder hechelnd zurück und schaute uns an, als wolle er sagen: hat Spaß gemacht.

Auf Nebenwegen durch eine teilweise wunderschöne Tuffsteinlandschaft fuhren wir am späten Vormittag nach Güzelyurt.

Die Stadt selber hat einige unterirdische Stadtanlagen, die wir uns allerdings nicht mehr angeschaut hatten. Des weiteren lag dort ein ca. 6 km langes Klostertal, das mehrere sehenswerte frühchristliche Tuffsteinkirchen beherbergt. 

Abends kamen ein paar Hirten mit ihren Schaf- und Ziegenherden vorbei, ansonsten war es absolut ruhig und wir verbrachten mal wieder eine sehr ruhige Nacht, auch ohne Hundegebell.

Die Ihlara-Schlucht, nicht allzuweit entfernt, sollte unser Tagesziel werden. Ein 15 km langer und über 100 m tiefer Canyon beherbergt über 30 Felsenkirchen und etliche Höhlenbehausungen. Allerdings wollten wir die Schlucht nicht durchwandern, dafür fanden wir kurz vor dem westlichen Ende einen schönen Stellplatz, absolut ruhig und ohne Störung. Hier verbrachten wir, trotz kaltem Wind und vereinzelten Regenschauern, gleich 2 Nächte.

Am Freitag ging es bei Regenwetter wieder weiter, wir wollten noch einmal zum Salzsee, den wir auf dem Weg vom Schwarzen Meer ans Mittelmeer schon entlang gefahren waren. Laut Landkarte schien eine Straße mehr oder weniger entlang des Wassers zu führen. Doch leider war das nicht der Fall und da wir aufgrund des Wetters nicht unbedingt Lust hatten, in der Ebene am Wasser zu stehen, ging es langsam weiter. Wir fanden irgendwo zwischen ein paar Hügeln auf einem Ackerweg einen Platz - bei strömendem Regen. Bei Helligkeit bekamen wir den ersten Besuch, kaum war es dunkel, kam der nächste Besucher - so weit, so gut. Doch um 23:00 Uhr klopfte es an der Tür - 3 Polizisten standen dort. Ich musste mit in ihren Wagen steigen, sie überprüften die Pässe und konnten nicht begreifen, was wir dort machen würden. Leider konnten sie auch so gut wie kein Englisch. Irgendwann wurde telefoniert und man reichte mir das Smartphone. Am anderen Ende war eine deutsche Frauenstimme. Die Dame fragte mich auch, was wir machen würden. Auf meine Erklärung bzgl. Übernachtung kam nur der Hinweis, unser Auto wäre ja wohl kein gewöhnlicher Camper und die Polizisten hätten so etwas wohl noch nicht gesehen. Und im Moment wären alle aufmerksamer aufgrund des Terrorismus. Aber wenn wir uns dort wohl fühlen würden, dürften wir dort gern stehen bleiben - der Rest der Nacht war dann ruhig. 

Wir machten uns am Samstag bei durchwachsenem Wetter auf nach Beysehir, um dort beim gleichnamigen See zu übernachten.

Den See mit seinen schneebedeckten Bergen auf der Westseite wollten wir noch erst einmal umrunden. Ein wunderschönes Panorama begleitete uns auf zum Teil kleinen Nebenstraßen. Die Ostseite war im übrigen nicht so attraktiv.

Zur Mittagszeit erreichten wir wieder Beysehir, gönnten uns noch einen Imbiss, um anschliessend über die Berge ans Mittelmeer zu kommen. Unterwegs verfuhren wir uns trotz Navis und landeten in der Ortschaft Ibradi. Ganz erstaunt mussten wir feststellen, dass der Ort sehr touristisch aufgemacht war, im Reiseführer stand nichts darüber. Dann sahen wir, dass es dort anscheinend unterirdische Grotten, mit Booten befahrbar, gab. Da wir so etwas schon im Iran erlebten, der Ort relativ hoch lag und es auch schon später Nachmittag war, verzichteten wir auf eine Besichtigung.

Bei Dunkelheit kamen wir wieder in Side am Mittelmeer an. Da uns der Ort bekannt war, fanden wir auch schnell direkt am Wasser einen ruhigen Platz. Wir stellten am nächsten Tag fest, dass uns dieser historische Ort, trotz besserem Wetter, dieses Mal auch nicht besonders gefiel.

Am Vormittag noch kurz eingekauft und dann gen Westen - nach Antalya. Unterwegs kamen wir wieder am Expo-Gelände vorbei. Obwohl die Infrastruktur zur Expo noch lange nicht fertig ist - in den letzten 3 Wochen haben die Türken aber schon eine Menge geschafft. Wir sind zuversichtlich, dass der größte Teil rechtzeitig fertig wird.

Nachmittags besuchten wir noch eine Werkstatt in Antalya - die Spur musste eingestellt werden, da ich vor einiger Zeit ein tiefes Straßenloch übersehen hatte und seitdem der Wagen einseitig zog. Zusätzlich bot man mir auch 2 neue Scheinwerfer an, da die beiden seit Russland schon Risse haben. Ebenso bemühte man sich um eine neue Windschutzscheibe - auch diese ist schon seit Russland durch Steinschlag beschädigt und der Riss auf der Beifahrerseite wird immer länger. Doch mit der Scheibe hat es nicht geklappt.

Abends waren wir dann wieder an unserem bekannten Parkplatz, die meisten der türkischen Wohnmobilfahrer waren noch dort, einige zusätzliche waren gekommen und auch unser Nachbar aus Namibia, Özcan, war mit seinen Kindern wieder da.

 

Mit Özcan und einem anderen jungen Pärchen aus Antalya verbrachten wir das nächste Wochenende in einer Bucht bei dem Ort Beldibi, ca. 20 km ausserhalb von Antalya. Es war ein wunderschönes Wochenende mit viel Ruhe, Grillen, Sonnen und was so alles dazugehört, um sich von einem anstrengenden Reisen zu erholen. 

Am Sonntagmorgen kam noch ein weiteres Pärchen dazu - mit frischem Brot und Backwaren, so dass wir uns ein ganz entspanntes Frühstück gönnen konnten.

In dieser Bucht kamen übers Wochenende ebenfalls viele türkische Familien, überall sah man Grillfeuer auflodern. Alles in allem ein richtig gelungenes Wochenende.

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Kommentare: 1
  • #1

    Thomas (Dienstag, 15 März 2016 21:55)

    Hallo Peter,
    klasse Eindrücke! Wünsche euch noch eine gute Reise und vielleicht sehen wir uns tatsächlich in Griechenland ;-)
    Grüße
    Thomas