Die letzten Tage in der Türkei

Die Osterwoche mit den Kindern genossen wir in vollen Zügen. Es war einfach schön, die (fast) komplette Familie wieder zu sehen. Insbesondere die Enkelkinder. Den Jüngsten kannten wir ja kaum, da er bei unserer Abfahrt gerade einmal 2,5 Monate alt war.

Unter anderem besuchten wir das sehr interessante Aquarium. Insbesondere faszinierte der 130 m lange Unterwassertunnel (da nicht mit Blitz fotographiert werden durfte, haben die Bilder z.T. einen Blaustich).

Nachdem Brigitte am 31.3. ihren letzten Zahnarzttermin hatte, verliessen wir Antalya und trafen uns mit Özcan wieder in Beldibi.

Am Samstag ging es weiter gen Süden nach Cirali. Eine wunderbare Bucht fanden dort vor.

Abends wanderten wir zu den 'ewigen Flammen' des Yanatas (Brennende Steine), ein ca. 300 m hohes Felsplateau, auf dem seit Urzeiten Tag und Nacht die Flammen aus dem Boden züngeln Aufgrund methanhaltiger Gasvorkommen flackern die Erdspalten seit dem Altertum vor sich hin. Hier soll auch das erste Olympische Feuer entzündet worden sein.

Es war schon ein interessantes Naturschauspiel, aber wenn man den brennenden Gaskrater in Turkmenistan kennt, dann ist dieses hier nicht mehr besonders aufregend. Trotzdem bereuten wir den Aufstieg nicht.

Der Frühling ließ auch in diesem Tal die Blumen blühen

Wir konnten uns kaum von dieser Bucht lösen und blieben 5 Tage dort. Unsere persönliche Badesaison eröffneten wir hier am 4.4. Das Wasser war zwar noch nicht sonderlich warm, aber nach wenigen Momenten der Gewöhnung gut auszuhalten.

Hier noch ein paar Eindrücke dieser wunderschönen Bucht. Auch Axel, das Kuscheltier unseres Enkels, begleitet uns jetzt (er wurde leider im Hotel vergessen und wir konnten ihn noch rechtzeitig retten).

Nach 5 Tagen mussten wir leider Cirale verlassen. Grund: unsere Aufenthaltsdauer endet in ein paar Tagen. Da die Insel Rhodos nicht weit weg war, wollten wir auf per Fähre nach Griechenland. Doch das war ein Problem: große Fähren fuhren nicht oder noch nicht. So machten wir uns auf in die Häfen Fehtiye, Marmaris, um dort nach kleineren lokalen Fährunternehmen zu suchen. Doch nirgends hatten wir Glück - es fuhr keine Fähre direkt nach Rhodos. Einzig eine Fährverbindung von Marmaris zur Insel Kos fanden wir, doch 295,-- € für unseren Wagen und 2 Personen für 20 min. Überfahrt war es uns nicht wert - und die Weiterreise nach Rhodos war auch noch nicht gesichert.

So fuhren wir doch lieber die ca. 1000 km Landweg, um über die Dardanellen auf die europäische Seite der Türkei und von dort über die Grenze zu kommen.

 

Hier unser Schlafplatz in Fehtiye

Morgens, nach einer etwas unruhigen Nacht der Blick aus dem Bett nach draußen:

Da Troja auf dem Weg lag, machten wir den kleinen Abstecher dorthin. Die Besichtigung der alten Steine war schon interessant, insbesonder aufgrund der bis zu 5000 Jahre alten Ruinen. Doch ob die Nachbildung des Trojanischen Pferdes gelungen ist, sollte jeder für sich selber entscheiden.

Unser neuer Mitreisender, der Axel, war zu müde, um Troja zu besichtigen, so musste er mit Oskar im Auto auf uns warten.

Die letzte Nacht in der Türkei verbrachten wir kurz vor der Stadt Canakkale mit Blick direkt auf die Dardanellen. Auf der gegenüberliegenden Seite liegt die Halbinsel Gelibolu und damit ist Europa schon sichtbar.

Am Sonntagvormittag setzten wir mit der Fähre über nach Europa auf die Halbinsel. Hier haben im ersten Weltkrieg schwere Kämpfe stattgefunden. Wir hätten einiges besichtigen können, hatten aber drauf verzichtet, da wir noch im Laufe des Tages nach Griechenland einreisen wollten.  

Auf der türkischen Seite ging die Abfertigung zuerst noch sehr problemlos und schnell vonstatten. Allerdings mussten wir den Wagen noch röntgen lassen. Der dortige Grenzbeamte war der unfreundlichste, den wir je auf unserer Reise begegneten. Nach dem Röntgen wollte er noch die Staufächer kontrollieren und das auf eine Art und Weise, dass nicht viel fehlte und wir wären zusammengerasselt. 

Allerdings wollen wir uns die 3 Monate Türkei nicht vermiesen lassen durch solch eine Person.

 

Insgesamt haben uns das Land und die Menschen sehr gut gefallen und wir werden defintiv wiederkommen. 

Von den derzeitigen Flüchlingsproblemen und dem Krieg in Syrien haben wir unterwegs nie etwas mitbekommen. Einzig bei der Überfahrt zur griechischen Grenzkontrolle standen vermehrt Soldaten.

 

Die griechische Abfertigung ging ganz schnell über die Bühne und so erreichten wir unser 16. Land auf dieser Reise.

 

 

Ein kleiner Nachtrag: sicherlich merkt ihr, dass meine Berichte seltener als zu Anfang der Reise kommen. Die ersten Monate waren wir auf einer Reise und erlebten dadurch sehr viel. Mittlerweile wurde aus der Reise ein Urlaub. Wir genießen das Stehen an wunderschönen 

Buchten, genießen das sommerliche Wetter und vor allem: wir genießen das Leben. 

Habt also etwas Geduld, der nächste Bericht kommt bestimmt.

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Kommentare: 2
  • #1

    www.wunderbruecke.jimdo.com (Mittwoch, 13 April 2016 23:30)

    und vor allem:
    Wir genießen das Leben,

    Das habt ihr schön ausgedrückt. So soll es sein!

    Wünsche euch noch viele genüssliche Tage noch für die letzten paar Kilometer heimwärts.

  • #2

    Iris&Maik (Montag, 18 April 2016 22:04)

    Hallo Ihr "Griechen",

    Wir sind ja nun wieder in Spanien und waren die erste Woche in Tarifa. Und wer klopft bei uns an den Wagen? Lars, der sich eine kurze Auszeit bei Olli gegönnt hat und nun mit dem Kite surft. Die Welt ist ein Dorf! Griechenland und die Türkei kommen für uns ja auch noch dran. Macht ihr euch Notizen, an welchen Standplätze ihr kostenlos und gut gestanden habt? Ich würde dann gerne mal bei euch abschreiben ; -)
    Wir sehen uns im Sommer, bis dahin weiter gute Reise!