Über die Berge

Die ganzen Tage, verbracht mit viel Nichtstun, waren schön. Doch so langsam war es genug, wir wollten mal wieder etwas zu tun haben. Auch wenn das 'zu tun haben' nur aus Fahren, Schauen und Besichtigen besteht. 

Am Montag Vormittag erst einmal wieder die Vorräte auffüllen und dann über die Berge gen Norden. Ein festes Ziel hatten wir nicht, wir wollten einfach mal schauen, wohin es uns führt.

Anbei ein kleiner Überblick:

Auf einer kleinen Nebenstraße fanden wir diese Kirche - Aiga Fotaini

Zwischendurch mal wieder ein in die Berge gebautes Kloster:

Da Griechenland selber nicht besonders groß ist, somit auch die Insel Peloponnes nicht, erreichten wir am Abend noch den Golf von Korinth. In der Stadt Xylokastro fanden wir unseren Schlafplatz.

Am Vormittag zogen wir erst einmal gen Westen weiter, immer am Golf von Korinth entlang. Es gefiel uns nicht besonders und so waren wir nach gut 40 km froh, wieder in die Berge abbiegen zu können. Es ging so steil nach oben, dass wir viele Kilometer in der Geländeuntersetzung vorwärts krochen.

Wir fanden das Naturschutzgebiet ' Vouraikos National Park' mit einem schönen See in ca. 900 Meter Höhe. Wolken standen am Himmel, es gab auch den einen oder anderen kleinen Regenschauer, was uns allerdings nicht störte. Nach den letzten heißen Tagen tat der Regen ganz gut. Auf dem See gibt es noch eine kleine Kirche, die wir natürlich besichtigten - immerhin liegt sie gleich um die Ecke.

Wir blieben zwei Nächte am See und am zweiten Abend hatten wir das Gefühl, in der Mongolei zu sein: Pferde wurden zur Tränke gebracht.

Über dem See, von unserem Schlafplatz aus sichtbar, befindet sich das Kloster Ayios Georgios. Dieses besichtigten wir auch, doch leider durften wir in der Klosterkirche keine Fotos schießen Das Kloster ist wunderschön. Die alten Gemälde, direkt auf den Stein gemalt, sind zum größten Teil komplett erhalten, vom Prunk ganz zu schweigen. Ein Mönch nahm uns mit auf die obere Veranda, um uns die Aussicht bewundern zu können.

Unser nächstes (grobes) Ziel war Olympia, wir wollten uns noch einmal kaputte Steine anschauen. Doch zuerst ging es wieder einmal über die Berge.

Vorerst ließen wir Olympia links liegen (die Steine befinden sich dort schon so lange, da wird es wohl auf ein paar Tage auch nicht ankommen). Unser Guthaben auf der SIM-Karte ging zur Neige und wir wollten diese in Pyrgos aufladen lassen. Doch es war noch geschlossen, so dass wir weiterfuhren nach Katakolo. Dort lagen im Hafen drei Kreuzfahrt-Schiffe, dementsprechend voll war es in dem kleinen Ort. Die Schiffe fuhren noch am Abend und am nächsten Tag (wir blieben zwei Nächte) war der Ort wie ausgestorben. Kaum einer der vielen Läden hatte, im Gegensatz zum Vortag, noch geöffnet. 

Am Samstag ging es wieder nach Pyrgos, diesmal hatte der Telefonanbieter geöffnet. Dann auf nach Olympia. Ich möchte aber schon mal vorausschicken: Wir haben das alles nicht kaputt gemacht.

Unterm Strich: Man sollte, wenn man schon in der Nähe ist, durchaus diese alte Stätte besichtigen. Aber jetzt reicht es uns eigentlich schon, für uns Kulturbanausen ist es genug gewesen. Viele Dinge können wir uns anhand der Reste, die hier stehen, kaum noch vorstellen. Das Faszinierende dabei ist allerdings, darüber nachzudenken, wie die Menschen vor vielen tausend Jahren diese Bauten erstellten - ohne die heutigen Werkzeuge.

Nach dieser aufgrund des Wetters schweißtreibenden Besichtigung wollten wir wieder in die Berge zum Abkühlen. Dimitsana hieß das nächste Ziel, eine kleine Wanderung in der Lousios-Schlucht stand auf dem Plan.

Bei Dimitsana entdeckten wir ein 'Open Air Water-Power Museum'. In dieser Anlage wurde die Wasserkraft zum Antreiben für Mahlwerke, zum Waschen von Teppichen und Wäsche, zur Herstellung von Schwarzpulver und zum Färben von Leder genutzt. Alles ist sehr gut wieder aufgebaut und durch Bilder und Videos erklärt. Der Besuch hat sich wirklich gelohnt.

Die Nacht verbrachten wir auf dem anliegenden Parkplatz mit einer schönen Aussicht auf die Berge.

In der Lousios-Schlucht hatten wir Probleme, einen Wanderweg zu finden. Manchmal gibt es Schwierigkeiten mit den Beschilderungen. Als wir endlich einen Wanderweg hoch zu einem Kloster fanden, war es uns mittlerweile zu heiß geworden. Zwar waren wir morgens rechtzeitig losgekommen, aber das Suchen hatte zu lange aufgehalten. So blieb es bei einem normalen Spaziergang mit Oskar. Der hatte allerdings nicht besonders Lust - das heiße Wetter macht ihm auch zu schaffen. 

Also weiter durch die Berge.

Wir fanden ein Hinweisschild zu den Neda-Wasserfällen. Allerdings das gleiche Problem wie zur Lousios-Schlucht: Das Ziel war kaum zu finden, aber nach langem Suchen waren wir doch noch angekommen. 

Doch nun genug der Besichtigungen und der Kultur. Wir wollen wieder baden. Am späten Nachmittag fanden wir dieses Plätzchen beim Ort Elea. Ein Pinienwald ist 'Stellplatz' einiger Wohnmobilisten. Es gefällt uns ganz gut, am Strand ist relativ wenig Betrieb, zumindest am Tage. Nachts scheint mehr los zu sein: Schildkröten legen ihre Eier ab.

Den gestrigen Abend verbrachten wir bei unseren 'Nachbarn',  Christiane und Martin aus TBB. Sie kommen schon seit Jahren hierher und unterstützen den örtlichen Tierschutz mit den Hunden. Es war ein sehr kurzweiliger Abend.

Diese drei Geschwister werden zum Herbst nach Deutschland gebracht, um dort vermittelt zu werden.

Es gefällt uns sehr gut und wir werden bestimmt noch ein paar Tage bleiben.

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Kommentare: 1
  • #1

    Iris&Klaus (Sonntag, 19 Juni 2016 21:08)

    Hallo Ihr Lieben,
    auch wir sind wieder zurück aus Griechenland. Einige Bilder kommen uns sehr bekannt vor, die Landschaft, das Wasser und die Tavernen sehen so oder so ähnlich wie auf Samos aus. Auch wir hatten zwei sehr schöne und erholsame Wochen, am meisten hat uns das türkise Wasser wieder beeindruckt.
    Wir freuen uns auf weitere Berichte von Euch.
    Vielen liebe Grüße
    Iris & Klaus