Abstecher nach Mazedonien

Am Samstag fuhren wir gemeinsam mit Max, denn wir hatten zu Anfang die gleiche Strecke vor uns. Brigitte und ich wollten nach Vithkuq, auf dem Weg dorthin gab es lt. Max einen schönen Stausee, an dem man gut stehen konnte. 

Erst einmal mussten wir unterwegs doch mal unseren Begleiter fotografieren:

Zur Mittagszeit wurde ein kleiner Kaffee-Stop eingelegt. Hier hatte Oskar auch seinen Spaß, fand er doch jemanden zum 'auf den Baum jagen'.

Wir erreichten den Stausee, machten einen kurzen Stop um zu schauen, wo wir für die Nacht stehen wollten. Der Platz war schnell gefunden, es gab 3 Wege dorthin: über die Straße (wollten wir nicht, das kann ja jeder), um einen Graben herum (dafür entschied sich Max) oder durch den Graben durch - das wollte ich. Das Kind im Manne kam durch: DAS MUSS DOCH ZU SCHAFFEN SEIN!! War es dann aber doch nicht, der Graben war nicht breit genug, so dass der Wagen mit dem Unterfahrschutz aufsetzte. Allerdings war das kein Problem, denn Max konnte mich ohne Probleme herausziehen. Ich muss ergänzen, dass ich mir diesen Spaß nicht ohne ein 2. Auto gegönnt hätte.

Natürlich war noch Zeit, ein paar Bilder vom Stellplatz zu machen, wo wir mit Max noch einen netten Abend bei einem Lagerfeuer verbrachten. Apropo Lagerfeuer: seitdem wir in den Bergen waren, wurden die Temperaturen zumindest gegen Abend erträglicher. Seit 4 Abenden zogen wir tatsächlich wieder eine lange Hose und Jacke an.

Am nächsten Vormittag trennten wir uns. Während Max nach Pogradec wollte, zog es uns nach Vithkuq. Zuerst ging es noch über eine geteerte Straße, die dann in einen Schotterweg mündete. Je weiter, desto schlechter. Nach ca. 8 km kamen wir in ein Dorf, die erste Ecke war noch etwas haarig, aber machbar. Dann mussten wir durch enge Gebüsche unter einem Baum durch - danach war aus der vom Navi angezeigten Piste ein Eselpfad geworden, so dass wir wieder umdrehen mussten. Das Ergebnis: wieder ordentlich Kratzer am Koffer und ein kaputtes Fenster. Sch.....e.  (Davon hab ich aber keine Bilder gemacht).

Unsere gewählte Strecke war eine von 2 Möglichkeiten, also mussten wir die andere Strecke nehmen. Auf dem Weg nach Vithkuq kamen wir wieder einmal an einen der vielen Bunker aus der Hoxha -Diktatur vorbei.

Wir erreichten Vithkuq und fanden relativ schnell die einzige Kirche, die noch vollständig erhalten ist: She Mehillit aus der Zeit von 1764 - 1773. Sie weist noch farbenreiche Fresken auf. 

Die Kirche war verschlossen und wir ärgerten uns im ersten Moment: dafür den ganzen Mist erlebt. Aber dann kam jemand aus dem Dorf und schloss für uns auf. Es war schon interessant, die Kirche von innen zu besichtigen.

Nachmittags zog ein Gewitter auf. Zum Glück hatten wir kurz vorher das defekte Fenster mit einem Kunststoff verschließen können - das muss wohl bis nach Hause halten.

Zuerst wollten wir noch weitere Sehenswürdigkeiten anschauen, aber ich musste plötzlich feststellen, dass die zusätzliche Halterung unseres Dachträgers, die wir in Almati /Kasachstan haben bauen lassen,  auf der Fahrerseite das Blech vom Dach eingerissen hatte. Und da das Wetter auch nicht gerade zu weiteren Besichtigungen einlud, machten wir uns auf nach Sveti Naum. Dort war der Campingplatz, zu dem Max wollte. Und da er sich hier gut auskannte, hoffte ich auf eine gute Werkstatt. Und so war es dann auch. Max war natürlich überrascht, uns so schnell wieder zu sehen. Es ging uns, wie an den anderen Abenden, nicht der Gesprächsstoff aus. Am Montag fuhr er mit mir zu einer Autowerkstatt, wo der Fehler erst einmal so weit repariert wurde, dass wir (hoffentlich) ohne weitere Probleme noch die Strecke in die Heimat schaffen können.

Den Schwimmwagen sah ich übrigens in Pogradec.

Am Dienstag machten wir uns auf zu einem Abstecher nach Mazedonien. Der Grund: wir wollten den Ohrid-See und den großen Prespa-See sowie den kleinen Prespa-See (von dem wir allerdings nichts sahen) umfahren. Diese 3 Seen liegen im 3-Länder-Eck Albanien, Mazedonien und Griechenland.

Der Grenzübergang nach Albanien ging relativ schnell vonstatten. Zwar war eine längere PKW-Schlange vor uns, aber da die LKW-Spur gerade frei wurde, fiel mir ein, wir könnten ja einen LKW fahren. Doch da wollte man uns nicht und wir sollten wieder zurück. Doch in dem Moment wurde eine 2. PKW-Spur geöffnet - und so waren wir die Ersten. Frechheit siegt!

 

Nach einigen Kilometern erreichten wir den Ort Struga. Ganz nett zurecht gemacht, aber uns zu touristisch. Trotzdem nahmen wir uns die Zeit, abseits des Strandes, etwas durch den Ort zu bummeln.

Als nächstes stand der Ort Ohrid auf dem Programm: auch hier nett zurecht gemacht, aber alles für den Tourismus. 

Das Finden eines Schlafplatzes stellte sich als schwierig heraus. Jede kleine Stelle an den Seen wurde für Gastronomie verwendet. Doch irgendwann fanden wir bei dem Ort Ljubanista einen Campingplatz. Wir versuchten, das Beste draus zu machen: nur Richtung Wasser schauen. Alles hinter uns erinnerte uns an Campingplätzen aus sozialistischen Staaten vor der Wende. 

Aber unseren Oskar störte das nicht und er fand gleich ein paar Freunde, die mit ihm spielen wollten.

Um vom Ohrid- zum Prespa-See zu kommen, mussten wir einen Nationalpark durchqueren. Das ganz kostete umgerechnet 3 € Eintritt bzw. Einfahrt. Mühsam kletterte unser Wagen die steilen Straßen nach oben. Ein herrlicher Ausblick auf den Ohrid-See war inklusive.

Am Prespa-See fanden wir nach langem Suchen beim Ort Asamati eine Badestelle mit angeschlossener Restauration. Hier wurden auch Wohnwagen vermietet. Betrieben wurde dieser Platz von einem mazedonischen Ehepaar, dass vor einigen Jahren noch in Deutschland lebte. Wir durften für kleines Geld über Nacht bleiben.

Die Bilder wurden erst am Morgen aufgenommen, am späten Nachmittag war noch alles voll.

Nach einem leckeren Omelette-Frühstück in dem Lokal machten wir uns auf den Weg. Es ging wieder nach Griechenland. Wir wollten uns die Stadt Kastoria anschauen. Dort standen wir auf einem Parkplatz in unmittelbarer Nähe zur Altstadt. Das Navi führte uns mitten durch die Stadt, eine Abzweigung konnte ich nicht nutzen und so waren wir gezwungen, weiter durch die engen Gassen zu fahren. Ein wiederholtes Mal waren wir froh ob unseres kleinen Autos - an manchen Ecken ging es um Zentimeter.

Kastoria gefiel uns, es war ein nettes Städtchen. Am See gab es eine Flaniermeile mit diversen Restaurationen - von Krise war auch hier wieder einmal nicht viel zu sehen.

Wir mussten auf dem Weg zurück nach Albanien einen Nationalpark durchqueren. Hier sahen wir auch einen Bären und einen Wolf - ok, keine lebenden, nur auf einer Warntafel.

Zur Mittagszeit trafen wir wieder in Korca ein. Dort fand dieses Wochenende das jährliche Bierfest statt. Nach einigem Suchen fanden wir den Veranstaltungsort, einen Platz in der Altstadt. Viel war noch nicht los, wie es aussah, würde sich wohl auch nicht all zuviel tun. Und da es keine Übernachtungsmöglichkeiten in der Nähe gab, machten wir uns auch bald wieder auf den Weg - die Berge und Schotterpisten riefen.

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