Viel Offroad

Von Korce aus fuhren wir zuerst noch gen Norden Richtung Pogradec, um nach einiger Zeit auf eine kleine Straße nach Gramsch abzubiegen. Zuerst bestand die Straße aus schlechtem Teer mit einigen Schlaglöchern, um danach in eine Schotterpiste zu wechseln. Diese war relativ breit und wir kamen einigermaßen voran, immer an der Schlucht des Flusses Devoll entlang.

Wir waren allerdings erstaunt, als uns auf dieser Piste ein Sattelzug entgegen kam.....

Die Bergwelt empfanden wir immer wieder als sehr schön - und das Pistenfahren machte, zumindest mir, enormen Spaß.

Für die Nacht fanden wir kurz vor Gramsh diesen Platz, abends kam noch ein Schäfer mit seiner Herde vorbei, danach war Ruhe - bis morgens um 6:30 Uhr:  2 LKW waren auf dem Weg zum Flußbett, um dort mit Sand und Schotter beladen zu werden. So war es dann mit dem Ausschlafen vorbei.

Aus der Piste wurde, viel eher als gedacht, wieder eine Teerstraße, noch sehr neu, allerdings auch schmal gebaut. So kamen wir relativ früh an der Stadt Elbasan vorbei und bogen im Ort Librazhd inks ab von der SH3 Richtung Peshkopi. Auf dem Weg dorthin streiften wir den Shebenik-Jablanica- Nationalpark. Nach einigen Kilometern wurde aus der geteerten wieder eine Schotterstrecke, anfangs im guten und breiten Zustand. Je weiter wir gen Norden kamen, desto holpriger wurde die Stecke. Hinter dem Dorf Klenja kamen wir über eine schöne Hochebene mit vielen Wildblumem. Diese Hochebene ist bewohnt, wir sehen Pferde, Rinder und Schaf- und Ziegenherden. Die Menschen sind dabei, die Wiesen mit der Sense zu mähen.

Etwa 70 km befuhren wir die Schotterpiste, bis wir die asphaltierte Strasse nach Peshkopi erreichten. 

Kurz vor Peshkopi fanden wir einen Schlafplatz hoch oben mit Blick auf einen Stausee.

Am Morgen wurde es kühl - aus dem Stausee-Tal stieg Nebel auf. Allerdings verzog sich der Nebel relativ schnell und die Sonne brachte wieder Wärme.

Nach dem Frühstück machten wir uns weiter auf nach Peshkopi. Von dort aus wollten wir in die Drin-Schlucht. Der Weg entlang der Drin gilt als eine der schönsten Strecken Albaniens. 

In Peshkopi war gerade Markt, die Strassen waren voll und es ging nur langsam voran.  Wir wollten nicht anhalten, denn der Ort lud nicht gerade zum Verweilen ein und so verließen wir ihn so schnell es uns möglich war.  Eine asphaltierte Strecke in schlechtem Zustand führte uns zu einer abenteuerlichen Brücke, die über die Schwarze Drin führte.

Wir folgten dem Flusslauf Richtung Norden, aufgrund des Zustandes der schmalen Piste, die in den Dörfern durch überhängende Bäume und Büsche noch schmaler wurde, ging es nur langsam voran. Der Weg schlängelte sich am Berghang entlang und bot uns immer wieder einen wunderschöner Ausblick auf den Fluss. 

Nach ca 2 Std. und etwa 20 km Pistenfahrt fanden wir am Nachmittag eine Ebene mit Ausblick auf das Tal und die Berge, ein paar Meter Fußweg erlaubten einen Blick auf die Schlucht. 

Nach wenigen Minuten kam eine Familie vorbei, das Mädchen sprach gut Englisch, so dass wir uns nett unterhalten konnten. Die Familie wartete auf ihren Furgone, dass sind die privaten Kleinbusse auf Basis wie Sprinter, Transit etc. (solche ein funktionierendes Verkehrsnetz haben wir in fast allen Ländern unserer Reise angetroffen). Die Zeit bis zur Ankunft vertrieben sie sich bei uns. 

Kaum hatte die Familie uns verlassen, bekamen wir wieder Besuch. 2 Toyota Allradler aus dem Schwabenländle gesellten sich zu uns.

Und da es uns, ebenso wie der Besatzung der Toyos, auf dieser Plattform sehr gut gefiel, verbrachten wir hier den Folgetag ebenfalls gemeinsam.

Am nächsten Morgen verließen wir diesen schönen Platz als erste. Wir wollten noch einen Rundkurs fahren, fanden aber bei einer Abzweigung den weiteren Wegesverlauf nicht. Unser Navi half uns nicht weiter, denn diese Piste war nicht verzeichnet. So drehten wir nach ca. 5 km um und machten uns wieder auf den Weg an der Drin entlang.

Wir erreichten die kleine Stadt Kukes, evtl. noch jemandem aus der Zeit des Serbienkrieges bekannt. Diese Stadt mit ca. 15.000 Einwohnern nahm damals über 100.000 Flüchtlinge auf. Allerdings lud auch diese Stadt,  überwiegend noch in sowjetischer Plattenbausiedlungsweise erhalten, keineswegs zum Bleiben auf. Kurz eingekauft machten wir uns auf den Weg Richtung Valbona Natinalpark. Allerdings nahmen wir nicht den kürzeren Weg, sondern den längeren, der uns am Fierce-Stausee entlang führte.

Mit dem Finden eines Übernachtungsplatzes taten wir uns schwer, denn die Straße führte immer am Berghang entlang. Erst gegen 18:00 Uhr sahen wir inmitten des verstreuten Dorfes Dadhe eine Bergkuppe, die nach einer Schlafmöglichkeit aussah. Nach etwas Suchen fanden wir die Zufahrt zu dem Dorf und zu dem ausgesuchten Platz. Mit den Bildern, die ihr hier sehtt, versuche ich einen Eindruck des 360 Grad-Aussicht wiederzugeben.

Es dauerte nicht lange bis uns die ersten Kinder besuchten. Nachdem sie ein paar Bonbons von uns erhielten, liefen sie schnell nach Hause und kamen etwas später mit Weintrauben und einer Tüte Äpfeln wieder zu uns zurück. Doch als es dunkel wurde (und wir zu Abend aßen), liessen sie uns wieder allein. 

Gegen 21.00 Uhr kam der am nächsten wohnende Bauer. Er lud uns zu sich ins Haus ein zum Essen, (Raki)Trinken und Schlafen. Da wir uns zierten (wir waren ja satt und zum Schlafen hatten wir unseren Wagen) rief er seinen Schwager Albert an, der sehr gut deutsch sprach. Nach einigen Diskussionen mit Albert als Dolmetscher ließen wir uns überzeugen, zumindest auf einen Raki mit in sein Haus zu kommen.

Dort wurden wir von seiner Frau, seinen beiden Söhnen und der Tochter sowie der Oma begrüßt. Man führte uns ins Wohnzimmer und gleich kam der Raki auf den Tisch. Der ältere Sohn und Oma blieben ebenfalls im Wohnzimmer, während sich seine Frau und die beiden anderen Kinder darum kümmerten, dass uns noch Essen trotz unseres Protestes serviert wurde.

Wir glauben, Oma hatte den meisten Spaß. Immer wieder nahm sie Brigittes Gabel, füllte diese und animierte sie zum  Essen. Und beim Anstoßen mit den Rakigläsern machte sie ebenfalls fleißig mit - diese Chance musste ausgenutzt werden. Es war einfach herrlich.

Doch irgendwann war genug und pappsatt machten wir uns wieder auf den Weg zum Auto, wo wir eine ruhige und ungestörte Nacht verbrachten. 

Leider hatten wir keinen Fotoapparat mitgenommen, so dass wir von den lieben und gastfreundlichen Menschen keine Bilder machen konnten.

Beim Telefonat mit Albert lud uns dieser zum nächsten Tag ein. Er wohnte nur ca. 500 m Luftlinie, allerdings eine gute Stunde Fahrtzeit, entfernt. Erst einmal mussten wir über die steile Dorfpiste hoch zur Hauptstrasse, um ein paar Kilometer weiter die nächste Abfahrt zum Dorf zu nehmen und bis fast ganz runter zum See zu fahren. Nach einigem Suchen fanden wir ihn endlich und da es mittlerweile wieder heiß war, fuhren wir noch weiter bis an den See heran, um erst einmal ein erfrischendes Bad im Fierze-Stausee zu nehmen.

Dabei unterhielten wir  uns schon viel und erfuhren eine Menge über ihn und den Einheimischen im Allgemeinen, vor allem auch, woher er so gut deutsch sprach: Er hatte 3 Jahre mit seiner Frau in Berlin gelebt und gearbeitet. Vor kurzem ist er nach der Geburt seines Sohnes erst einmal wieder nach Hause gekommen, möchte aber wieder zurück nach Deutschland. Das ist allerdings nicht ganz einfach, denn dazu benötigt er erst einmal einen Arbeitsvertrag eines deutschen Arbeitgebers.

Albert erzählte uns noch einiges aus seinem Leben. So stand sein Elternhaus noch tief unten im Tal mit großen Flächen, auf denen Ackerbau betrieben werden konnte. Beim Bau des Staudammes musste die Familie umsiedeln in höhere Regionen. Das Haus steht an einem Hang mit einem herrlichen Blick auf den See. Doch mit dem Leben dort ist Albert überhaupt nicht zufrieden und er sagte uns: "Für eine Woche Urlaub machen ist es hier eine wunderschöne Gegend, doch das Leben hier geht überhaupt nicht". Er bekommt 15 € staatliche Unterstützung im Monat, damit kommt man auch in Albanien nicht weit. Und Arbeit findet er nicht, da es keine Arbeitsplätze gibt. So wohnt er mit seiner Frau und dem 4monatigen Sohn, gemeinsam mit seinen Eltern, in seinem Haus. Sein Onkel und eine Cousine, die gerade ihre Ferien bei den Großeltern verbrachte, waren auch noch dort.

Wir sollten noch zum Essen bleiben und während er uns einiges erzählte und zeigte, bereiteten seine Frau und seine Mutter das Mittagessen vor.  Es war einfach lecker.

Nach fast 4 Stunden bei diesen netten Menschen machten wir uns wieder auf den Weg.

Albert, wir werden weiterhin in Kontakt bleiben!

 

Es ging immer weiter am Stausee entlang mit schönem Ausblick auf das Wasser.

Und irgendwann im Laufe des Nachmittags kamen wir zur Staumauer.

Nach Passieren der Ortschaften Fierze und Bajram Curri folgten wir dem Flußlauf der Valbone zum gleichnamigen Valbone Nationalpark. Fotostops auf der Hinfahrt gab es nicht, da die Zeit schon weiter fortgeschritten war und wir noch eine Übernachtungsmöglichkeit suchten. Den fanden wir am Ende des Ortes Valbone, wo wir gegen Weiterreichung eines 10 €-Scheines die Nacht auf der Wiese neben einem Restaurant verbringen durften. Zuerst war noch einiges im Restaurant los, einige Gäste tanzten zur albanischen Musik. Doch als gegen 23:00 Uhr geschlossen wurde, konnten wir uns auch zur Ruhe begeben.

 

Am nächsten Morgen standen die beiden Toyos wieder bei uns. Sie hatten etwas weiter in den Bergen übernachtet.und waren jetzt wieder auf dem Weg.

 

Wir fuhren auch noch ein paar Kilometer in einen ausgetrockneten Flusslauf hinein.

Ich bin mir nicht ganz sicher, glaube aber, dass es sich bei dem hier gesehenen und auf dem Foto abgebildeten Raubvogel um einen Adler handeln könnte.

Dieser Nationalpark lud, sofern mal wollte, zum Wandern ein. Es waren viele einheimische Touristen hier, die meisten fuhren hoch, besuchten eines der vielen Restaurants und verschwanden wieder. Allerdings trafen wir auch einige 'europäische Touristen, die diese Bergwelt unter ihre Wanderstiefel nahmen. 

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