Und noch mehr Offroad

Bei der Stadt Fierze liegt neben dem Fierze-Stausee auch der Koman-Stausse. Durch diese beiden Stauseen wird der größte Anteil des Stromes für Albanien produziert. Auf dem Koman-Stausee gibt es noch eine touristische Attraktion, die auch stark angenommen wird: eine Fährverbindung zwischen Koman und Fierze. Und das wollten wir nutzen.

Ab Fierze fährt eine Fähre um 09:00 Uhr, eine weitere um 13:00 Uhr. Kurz nach 13:00 Uhr kamen wir am Anleger an. Es standen 2 kleinere Fähren dort, die gerade in einem mittelschweren Chaos be- bwz. entladen werden sollten. Die 2 Toyos standen schon auf der Fähre, für unser Auto waren sie definitiv zu klein bzw. es war auch kein Platz mehr für uns.

So fuhren wir wieder ein paar Kilometer zurück und verbrachten den Rest des Tages am Fluss Valbona.

Abends machten wir uns auf, um am Anleger zu übernachten. Wir wollten sicher sein, am nächsten Morgen mit der größeren Fähre Alpin auch mitgenommen zu werden.

Gegen 8:00 Uhr begann das Beladen. Ich durfte als erstes auf die Fähre, musste aber am Ende umdrehen, damit ich über die gleiche Laderampe auch herunterfahren konnte. Nach mir kamen noch ca. 30 PKW auf die Fähre und pünktlich startete sie. 

Die Fahrt war nicht gerade billig (für uns gesamt 78 €), aber es hat sich gelohnt - seht selber.....

Direkt bei der Staumauer lag der andere Anleger. WIr mussten durch einen für den Staumauerbau angelegten Tunnel durch den Berg hindurch wieder abfahren. Über schlechte Straßen erreichten wir die Stadt Shkodar, wo wir auf dem Campingplatz  'Lake Shkodar Resort' ein paar Tage verbringen wollten. Brigitte wollte unbedingt mal wieder Wäsche waschen. Dieser Campingplatz war zwar der teuerste, aber auch der schönste und modernste, direkt am See gelegen, den wir bisher in Albanien fanden.


Auf diesem Platz trafen wir  Uscha und Robert wieder, die Besatzung eines der beiden Toyotas. Das andere Paar war schon auf dem Weg gen Heimat. Zusammen mit den Beiden verbrachten wir 2 ganz nette Abende. 

 

Am ersten Abend kam noch ein weiterer Allradler-LKW an. Des weiteren standen auf diesen Platz noch diverse Offroader. 

Am Sonntag sollte es genug sein mit Camping, wie wollten wieder weiter. Geplant war eine Tour ins Thet-Tal, eines der abgelegensten Regionen Albaniens in den Albanischen Alpen.

Der zugehörige Nationalpark ist über 2600 Hektar groß.

Im Vorwege hörten wir schon, dass die Strecke nicht einfach sein sollte. Auf den ersten Bildern zeigen wir nur den Anfang - es wurde auf gut 60 km bis Thet noch erheblich schlimmer. Die Strecke hatte es in sich, ein Schnitt von 7-8 km/h, mehr war nicht. Dazu kamen auch enge Stellen und Überhänge, im Laufe der Strecke und insbesondere in den Bergdörfern wurde die Piste zusätzlich von Bäumen und Büschen eingeengt. Mit einem nur etwas höheren und breiteren Fahrzeug wäre die Strecke nicht mehr machbar. 

Auch hier, wie schön häufig in Albanien, eine schöne und interessante, aber auch teilweise sehr raue Bergwelt.

Unterwegs trafen wir noch 2 Schweizer Landys, die wir vom vorherigen Campingplatz schon kannten. Nach einer Pause machten wir uns gemeinsam auf den weiteren Weg und es dauerte nicht lange, da sahen wir auch den Toyota von Robert und Uscha wieder.

Gemeinsam verbrachten wir den Abend irgendwo an dieser Piste. Und da der Fluß direkt vor unserer Nase war, konnten wir uns von der anstrengenden Offroadtour etwas erfrischen - mit Baden war allerdings nichts -> zu kalt. Dafür war das Lagerfeuer um so wärmer.

Die Nacht war, wie zu erwarten, ruhig und ungestört. Es handelte sich ja auch nicht um eine Autobahn, so dass (bis auf ein Auto in der Dunkelheit) niemand vorbei kam. Und die nächsten Häuser waren weiter weg, so dass wir auch keine Hunde hörten.

WIr trennten uns am nächsten Morgen. Robert und Uscha wollten schon Strecke machen, da sie in ein paar Tagen in der Heimat sein mussten, die Schweizer wollten noch etwas bleiben. So machten wir uns allein auf den Weg durch die wunderschöne Bergwelt.

Nach einer knappen Stunde erreichten wir Thet. Dies ist inzwischen ein Touristen-Magnet geworden. Man sieht diverse Guesthouses. Auf den letzten Kilometern vor dem Ort kamen uns auch schon wandernde Touristen entgegen.

Über die Nordroute wollten wir aus diesem Park wieder herausfahren. Das war aber nicht immer ganz einfach, denn es kamen sehr häufig Autos entgegen. Thet wird eben von vielen Menschen besucht, und so gibt es viele Angebote für eine Ausflugstour in dieses Tal. Und alle kommen auf der leichter zu befahrbaren Nordroute an.

 

Ich kann jetzt schon sagen, dass es im Gegensatz zur Südroute (ca. 60 km Piste) ,über die wir kamen, wesentlich einfacher war. Für den Fall, dass  jemand die Route mit einem LKW nachfahren will, kann ich nur warnen: ist das Auto um einiges größer als unseres, wird es mit der Südroute höchst wahrscheinlich nichts. Es sei denn, man hat dermaßen Mut und zirkelt auf die letzten Millimeter am Abgrund entlang, um die Engstellen zum umfahren.

 

Die Nordroute hielt auch wieder viele Eindrücke für uns parat.

Aufgrund der vielen Begegnungen mit manchmal mühevollem Ausweichen mit anderen Autos ging es nicht so schnell über die Piste. Doch irgendwann erreichten wir den Pass und ab da war die Strecke schon geteert.

Erst einmal auf den Parkplatz und die Luft in den Reifen wieder auffüllen. Bei der harten Piste hatte ich den Luftdruck lieber etwas abgesenkt, da es sich dadurch einfacher fahren ließ. So durfte ich dafür eine halbe Stunde 'opfern'. Ein Pole mit seinem Allradler nutzte die Gunst der Stunde. Auch er hatte seinen Luftdruck vorsichtshalber abgesenkt und so benutzte er die Möglichkeit unserer Luftdruckanlage.

Die Fahrt über die geteerte Straße war eine richtige Erholung zum Vortage.

Am Nachmittag erreichten wir die Hauptstrasse bei der Stadt Koplik.

Erst einmal wurde eingekauft, immerhin muss das letzte Albanische Geld ausgegeben werden. WIr hatten eigentlich geplant, weiter ins Vermosh-Tal zu fahren und dort am nächsten Tag den Grenzübergang nach Montenegro zu nehmen. Doch da es schon nach 15:00 Uhr war, entschlossen wir uns kurzerhand, den letzten Campingplatz, der nur ca. 5 km entfernt lag, noch einmal für eine Nacht aufzusuchen.

 

Am nächsten Mittag machten wir uns dann endlich auf den Weg, um dieses wunderbare Land zu verlassen. Die Straße führte uns durch das Vermosh-Tal, dem nördlichsten der Alpengebiete. Durch dieses abgelegene Gebiet ging es ca. 65 - 70 km zum Grenzübergang.. Ca. 2/3 der Strecke waren schon geteert, auf dem Rest diverse Bauarbeiten.

Nach Erreichen des ersten Passes in über 700 m Höhe gab es einen fantastischen Ausblick. Und es dauerte nicht lange, da kroch ein MAN gleichen Typs den Pass aus der anderen Richtung nach oben.

Nach einer guten Stunde Fachsimpeln und Informationsaustausch über beide Länder und Stellplätzen ging es in verschiedene Richtungen weiter. Die Aussichten auf die Berge - immer wieder faszinierend....

Einige Male versperrten Baufahrzeuge den Weg. Dann wurde eben etwas gewartet und die Arbeiter versuchten schnell, den Weg frei zu machen.

Am späteren Nachmittag erreichten wir den 2. Pass mit gut 1200 m Höhe. Hier gab es eine Hochebene, diverse Bauernhöfe waren hier zu sehen.

 

In den Bergen Richtung Montenegro bezog sich der Himmel mit dunklen Wolken. Es wurde kälter, unterwegs mussten wir lange Hosen und Jacken anziehen. 

 

Mit dem heutigen Tag nahmen fast 4 Wochen Albanien ihr Ende. Die Küste haben wir, bis auf die ersten Tage, vermieden. Die Bergwelt interessierte uns wesentlich mehr und wir wurden nicht enttäuscht. Es ist ein sehr interessantes Land. Rau die Berge, sehr freundlich die Menschen. Es hat uns sehr gut gefallen und wir sind sicher: auch Albanien ist eines der Länder, die wir definitiv wieder besuchen werden.

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