westliche Balkanregion

Nach dem Grenzübergang nach Slowenien drückten wir uns an der Mittelmeerküste entlang. zum Mittag stopten wir in Piran. Beim Spaziergang entlang der Wasserpromenade fanden wir ein nettes Lokal, wo wir uns ein Mittagessen gönnten. Das Essen war gut, aber leider mussten wir eine 3/4 Stunde drauf warten. Oskar hat sich die ganze Zeit gelangweilt.

Slowenien hat nur einen kurzen Zugang zum Mittelmeer, so dass wir nach kurzer Zeit wieder aus dem Land aus- und nach Kroatien einreisten. 

Da ich Istrien noch nicht kannte und Brigittes Besuch in diese Region schon viele Jahre zurück lag, wollten wir uns die Küste einmal anschauen. 

Wir fanden einen Übernachtungsplatz beim Ort Umag, Parken für Wohnmobile war verboten. Doch wir setzten uns einfach darüber hinweg, denn es war ja noch keine Saison. 

Beim Spaziergang mit Oskar entdeckten wir einige nette Sommerhäuschen......

Wie erwartet wurden wir in der Nacht nicht gestört.

Weiter an der Küste entlang,  doch außer zum Einkaufen hielten wir nicht mehr an. Die Ortschaften waren uns zu touristisch, auch wenn noch kaum etwas los war.

Doch das Städtchen Rovinj schauten wir uns an. Die Altstadt liegt auf einer Halbinsel, umgeben von zahlreichen Inseln. Durch verwinkelte Gassen kamen wir zur barocken Kirche (leider keine Chance, innen Fotos zu schießen). Vor der Altstadt die unvermeidlichen Verkaufsstände mit allerlei Nepp für die Touristen. 

Das Eis durfte nicht fehlen - einfach lecker....

Die Stadt Pula haben wir gemieden. Sie war uns zu groß und ebenfalls zu touristisch ausgerichtet - nicht mehr ganz unser Ding. 

Kurz vor Rijeka fanden wir einen Campingplatz, bei dem wir auch freies Wifi hatten und die Homepage endlich wieder bedienen konnten.

Über Rijeka ging es weiter gen Osten. Unser nächstes (grobes) Ziel war die Stadt Osijek an der Drau.

Hinter Rijeka verließen wir die Autobahn (um die Stadt herum war sie mautfrei – und wir wollten uns, so weit es ging, jegliche Mautkosten sparen). Die Bergwelt fing wieder an, und wir hangelten uns diverse Male auf 800 bis 900 Metern hoch. Teilweise gab es lagen Schneereste und kalt war es trotz Sonnenscheines. Hin und wieder ließen die Wälder einen kurzen Ausblick auf die Bergwelt zu.

Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, die wir bereits kennen gelernten, war es sehr sauber. Wir sahen kaum Müll herumliegen.

Irgendwann ging die Bergwelt zu Ende und wir erreichten Ebenen, die auch landwirtschaftlich genutzt wurden. Allerdings schien es immer ärmer zu werden, denn teilweise waren die Häuser schon nicht mehr verputzt. Alles sah etwas trostloser aus.

Viele Kilometer schafften wir nicht, denn die Dörfer zogen sich hin und gleich nach dem Ortsausgangsschild kam das nächste Eingangsschild.

Mit dem Finden eines Schlafplatzes hatten wir Schwierigkeiten – viele Felder und Äcker.

Einige Kilometer hinter Sisak fanden wir einen geschotterten Weg. Abgebogen, ein Stückchen hineingefahren und wir stellten uns am Rande des Schotters auf ein lehmiges Feld.

Die Autobahn war nicht weit, die Eisenbahn ebenfalls nicht, aber es störte uns so gut wie nicht im Koffer. Da störte schon eher der Regen, der am frühen Morgen fiel und bevor der Lehm aufweichte, machten wir uns lieber 'vom Acker'.

Die weitere Strecke nach Osijek änderte sich kaum. Viele Felder, leichte Hügel. Und je weiter wir gen Osten kamen, desto öfter sahen wir auch Häuser mit Einschüssen.

Während die kroatische Küste vom Balkankrieg verschont wurde, ging es hier wohl nicht so glimpflich davon.

Osijek erreichten wir am Nachmittag. Es sollte eine interessante Stadt sein, aber irgendwie gefiel sie uns nicht, so dass wir nicht einmal den Fotoapparat bemühten.

Während der Donau-Monarchie war die Stadt ein blühender Handelsplatz, 1991/92 wurde sie von serbischer Artillerie massiv beschossen. Stellenweise sind auch hier noch Einschusslöcher in den Hauswänden zu sehen.

Die große Kathedrale in der Innenstadt wurde gerade renoviert und die barocken Stadtpaläste bedürfen auch einer dringenden Restaurierung.

Aber das Essen im Restaurant Rustika (von einem Einheimischen empfohlen) war wirklich sehr lecker.

Zuerst planten wir, irgendwo an der Drau in der Stadt einen Stellplatz zu suchen. Wir machten  wir uns nach kurzer Überlegung doch auf den Weg. Weiter ging es Richtung Donau und kurz hinter Vukovar durften wir auf dem Parkplatz des Kulturmuseums übernachten, die Donau nur unweit weg.

Direkt an der Donau standen noch ein paar alte Wohnwagen, die Einheimischen waren hier am Angeln.

Am nächsten Morgen - die Nacht war sehr ruhig, da die Angler noch abends nach Hause fuhren - wollten wir das Kulturmuseum besichtigen. Doch leider war es Montags geschlossen, so dass wir keine Chance auf Kultur hatten.

Also ging es weiter. Novi Sad sollte die nächste Stadt sein, die wir ansteuerten. Beim Durchfahren machte zumindest die Innenstadt einen annehmbaren Eindruck, die Außenbezirke reizten uns mit ihren Plattenbauten und zum Teil maroden Vierteln keineswegs.

Mit Oskar wollten wir keine Großstädte besuchen, damit tun wir ihm keinen Gefallen – und haben somit immer eine Ausrede parat….. Aber in Novi Sad gibt es eine Festung, die zur Besichtigung anstand. Sie war in einem sehr guten Zustand, doch bei genauerer Sicht merkt man,  dass der Zahn der Zeit an ihr nagt - oder das Geld für die Feinheiten noch fehlt. 

Dazu gibt es natürlich auch noch einen guten Ausblick:

Wir gönnten uns noch ein Mittagessen im Hotel in der Festung. Essen war für serbische Verhältnisse nicht ganz billig, auch der Kellner hat uns bei der Umrechnung in Euro ein wenig beschubst. Aber es war lecker und insbesondere das Tiramisu tat es uns an.

Wir bekamen noch den Tipp, ein paar Kilometer weiter das Städtchen Sremski Karlovci anzuschauen. Das Befolgen des Tipps hat sich gelohnt, es ist ein sehr hübsches Städtchen, das im Balkankrieg verschont geblieben war.

Gleich neben der Stadt, am Donauufer, fanden wir auch unseren Schlafplatz mit Blick auf die Stadt und die Donau.

Belgrad durchfuhren wir schnell – die Großstädte stehen nicht unbedingt auf unserem Programm, auch wenn sie sehr interessant sein sollen. Also weiter, wenn möglich, an der Donau entlang, bis wir zum Ort Gradiste kamen. Hier soll es lt. Landkarte einen Campingplatz geben, den wir aber nicht fanden. Dafür gab es eine kleine künstliche Landzunge, auf der wir gut stehen konnten.  

Mittlerweile wurde die Donau zum Grenzfluss zwischen Rumänien und Serbien. Nach wenigen Kilometern kamen wir an der Burg Golubac vorbei. Diese Burg wird zur Zeit renoviert, eine Besichtigung war deshalb nicht möglich. Wir gönnten uns in dem davor gebauten Park einen Capucchino und konnten dabei das Internet nutzen.

Kurz nach der Weiterfahrt kamen der Nationalpark Derdap. Er erstreckt sich entlang der Donau und der Grenze zu Rumänien ab der Stadt Golubac über eine Länge von 100 km. Die Donau durchbricht hier die südwestlichen Karpaten. 

Das Einzigartige an diesem Park sind die riesigen Schluchten und Pässe, durch die die Donau fließt, die zu den größten in ganz Europa zählen. Die Klippen des Canyons Kazan sind über 300 Meter hoch, während das Flussbett in diesem Teil auf 150 Meter verengt wird.

Das gesamte Gebiet des Nationalparks zeichnet sich durch eine große Tier- und Pflanzenvielfalt, historischen Monumenten und archäologische Funde aus; der Nationalpark umfasst auch den Stausee des Eisernen Tores.

Unterwegs besuchten wir noch eine alte Ausgrabung, Tabula Trajana, und ein Ethnographisches Museum. Leider hatten wir unser Geld vergessen, so dass wir die Ausgrabungen nicht besichtigen konnten, aber für ein Bild war die Möglichkeit gegeben. Die Häuschen draußen empfanden wir als sehr interessant.

Zwischen den Ortschaften Donji Milanovac auf serbischer und Orsova auf rumänischer Seite begann das 'Eiserne Tor' , das beim Ort Kladovo in einer Staumauer mit einem Schiffshebewerk endet. 

Das Eiserne Tor gilt als einer der imposantesten Taldurchbrüche Europas. Am Cazan bzw. Kazan (dt. Kessel)  wird die Donau auf 200 Meter Breite verengt; sie war in diesem Abschnitt schon vor dem Dammbau bereits 50 m tief, sodass der Gewässergrund 15 m unter dem Meeresspiegel liegt. Wegen der steilen Wände der Schlucht ist der heutige Stausee trotz der Anhebung des Wasserspiegels (am Staudamm um 20 m auf 62 m über dem Meer) teilweise nicht viel breiter als das natürliche Flussbett. 

Mittlerweile fiel es uns schwerer, einen Stellplatz zu finden, aber irgendwo am Rand von Kladovo bei einem Fußballplatz konnten wir stehen bleiben.

Auf der Weiterfahrt fanden wir noch ein Hinweisschild zur 'Trajan's Bridge': Na ja, ob man sich das unbedingt anschauen muss….. Aber das kleine hohe Gartenhäuschen gefiel uns.

Damit brachen schon die letzten Stunden in Serbien an.

Wie war unser Eindruck? Die Menschen sind nicht unbedingt unfreundlich, aber von übertriebener Freundlichkeit kann man auf keinen Fall reden. Die Landschaft, insbesondere an der Donau, ist schon sehr interessant, touristisch allerdings so gut wir nichts aufgebaut. Wir hatten schon in Kroatien den Eindruck, dass es Richtung Serbischer Grenze immer ärmer wird, aber den Serben scheint es noch schlechter zu gehen. Ob das Ganze mit dem Balkankrieg zusammen hängt, können wir nicht sagen. Zu jugoslawischen Zeiten waren wir nie in diesem Landstrich und haben von daher keinerlei Vergleichsmöglichkeiten.

Aber eine (Durch-)Reise ist das Land schon wert.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0