Die erste Woche in der Türkei

Wir nahmen den Grenzübergang in der Nähe von Ipsala. Bereits letztes Jahr waren wir hier aus der Türkei ausgereist und mir war ein bisschen mulmig zu Mute. Zum einen, weil ich hier beim letzten Mal viel Ärger mit einem äusserst unfreundlichen Grenzer bei der Röntgenstation hatte, zum anderen, weil unser Wein-und Biervorrat dieses Mal nicht gerade klein war und wir die Freigrenzen weit überschritten. Doch wir hatten Glück, man wollte nur kurz schauen, ob es wirklich ein Camper ist. Für die Kofferräume und deren Inhalt interessierte sich dieses Mal keiner.

Bei Gelibolu überquerten wir mit einer Fähre die Dardanellen – man quetschte uns als Letzte rauf und die Heckklappe ging nicht mehr zu Schließen. Ich glaube allerdings, dass die nie geschlossen wird. Auch ein 'Blinder Passagier' nutzte unser Auto – allerdings dann doch nicht die ganze Überfahrt. Unterwegs sahen wir noch ein paar Delfine – ich hoffe, die sind auf dem Bild zu erkennen.

Die Nacht verbrachten wir auf der asiatischen Seite in Cardak mit Blick auf einen kleinen Boulevard und dem Fähranleger in der Nähe.

Unser erstes Ziel in der Türkei sollte uns in die Stadt Iznik führen – der direkte Weg von Cardak aus sollte knapp 320 km lang sein. Aber wie wir so sind, fuhren wir natürlich nicht den direkten Weg, sondern machten erst einmal einen Bogen am Küstenstreifen entlang. Beim Dorf Kemer gab es eine antike Stadt namens Parion, die angeblich schon vor dem Jahr 180 gegründet wurde. Seit dem Jahr 640 war die Geminde wegen ihrer Bedeutung Erzdiözese und existierte als solche bis zum ende des 13. Jahrhundert.

Da wir schon in der Nähe waren, mussten wir ja mal wieder einen auf Kultur machen…….

Und die Blumen taten es Brigitte wieder an……

Zwischendurch kamen wir noch durch ein nicht allzu großes Dorf durch, die Moschee war dafür richtig groß. Leider kommt auf dem Foto das 3. Minarett nicht richtig durch. Gleich nebenan saßen ein paar Männer beim Tee – und luden uns dazu ein…..

Obwohl niemand deutsch oder englisch und wir kein türkisch konnten, kam doch ein bisschen Unterhaltung auf.  

Kurz vor der Stadt Bandirma gab es noch eine kleine Halbinsel – und kurz hinter Erdek fanden wir dann diesen Stellplatz mit Blick aufs Marmara-Meer. Abends, als wir noch vor dem Auto saßen, konnten wir in der Bucht noch ein paar Delfine beobachten. Leider waren sie für ein Foto zu weit entfernt.

Am nächsten Morgen überlegten wir zuerst, doch noch einen Tag dranzuhängen, entschieden uns aber doch zum Weiterreisen. Die Stadt Bandirma wurde großzügig umfahren, dann immer der E90, eine der vielen gut ausgebauten Straßen, weiter gen Osten. Bis es dann wieder an die Küste ging. In Mudanya machten wir unseren Mittagsstop mit einem Spaziergang am Hafen entlang. Hier lagen viel kleine Fischerboote, auch einige privaten Segler.  

Über kleine Küstenstraßen in schlechtem Zustand fuhren wir langsam weiter bis Gemlik, auch diese Stadt wurde umfahren und damit das Marmarameer verlassen, um dann am Iznik-See bis zur Stadt Iznik zu kommen. Wir bekamen den Tipp, man könne gut am Boulevard stehen – doch was dem einen gefällt, muss für den anderen noch lange nicht gut sein.

Iznik selber gefiel uns nicht besonders, doch die Sehenswürdigkeiten wollten wir uns am nächsten Tag noch anschauen.

Im Stadtzentrum steht in einer hübsch angelegten Parkanlage die Hagia Sophia, Ursprünglich eine byzantinische Kirche wurde sie in eine Moschee verwandelt und ist heute ein Museum

Ein paar Schritte weiter steht eine weitere Moschee, von einem Storchenpaar für ihr Nest 'mißbraucht'.

Die 'Haupteinkaufsstraße entlang geht es zum östlichen Stadttor:

Unterwegs stehen noch die ein oder andere Moschee, gleich nebenan die Möglichkeit zum vorherigen rituellen Füßewaschen.

Dann die berühmteste Moschee der Stad: die 'Grüne Moschee'. Den Namen hat sie aufgrund des mit grünen Kacheln verblendeten Minaretts.   

Und gegenüber noch eine Moschee.

Unterwegs fanden wir des weiteren dieses Hamami

Iznik ist auch berühmt aufgrund seiner Keramik-Herstellung

Nördlich der Stadt Afyonkarasihar gibt es 'Klein Kappadokien', so nannte Detlef (siehe Griechenland) die Gegend. Hier waren Tuffstein-Höhlen zu finden – nicht in den Massen wie in Kappadokien, dafür aber auch ohne Tourismus.

Auf dem Weg dorthin sahen wir noch dieses Kloster, da es aber schon spät war und die nächsten Möglichkeiten für einen Schlafplatz rar gesäht waren, verzichteten wir auf eine Besichtigung.

Leicht abseits der Straße fanden wir dann einen Platz. Am nächsten Morgen bekamen wir mal wieder Besuch und der Schäfer fand die (nicht verständliche) Unterhaltung so interessant, dass er einfach nicht weiterziehen wollte. So mussten wir doch starten, ohne dass Oskar seinen morgendlichen Spaziergang bekam – aber kurz nach dem Starten blieben wir wieder stehen, so dass dieses nötige Ritual doch eingehalten werden konnte.

Auf dem weiteren Weg sahen wir, wie eigentlich schon die ganze Strecke in der Türkei, überwiegend Frauen beim Unkrauthacken auf den Äckern – vereinzelt wurde zur Mittagszeit aber auch eine Pause eingelegt.

Die Tuffsteinhöhlen fanden wir dann auch. Da Sonntag war, nutzten viele Türken diesen Tag,und in diesem Fall auch die Gegend, für ihr Wochenendpicknik.

Auf den beiden letzten Bildern ist eine alte byzantinische Kirche zu sehen.

Irgendwo auf 1350 m Höhe (wir befanden uns schon den ganzen Tag auf einer Hochebene) war dann unser Schlafplatz. Natürlich ging es auch hier nicht ohne Besuch ab: zuerst einer der großen Hirtenhunde, gefolgt von einem Reiter.

Kurz danach eine kleinere Herde Jungrinder. Diese Viecher waren so aufdringlich und liessen sich kaum vertreiben:

Nachdem das doch gelungen war und wir dachten: jetzt endlich Allein, kam die nächste Rinderherde. Gefolgt von einer Schafherde – und bei dem Hund durfte Oskar mal wieder in den Koffer – wir hatten bei unserem Racker Angst um den anderen Hund.

Einige Schafe nutzten die tiefhängenden Äste zum Schubbern ihres Rückens:

Flora und Fauna ließen sich auch noch ablichten:

Dann endlich allein – und bei einem Glas Wein am Lagerfeuer feierten wir in Ruhe unseren heutigen Hochzeitstag.

Der nächste Tag führte uns auf der Westseite am See Egedir vorbei. Eine kleine Halbinsel suchten wir uns für die Mittagspause aus. Schnell wurde noch eine Schildkröte, dieses Mal eine Wasserschildkröte, vorm Überfahren gerettet und wir überlegten schon, dort den Tag zu beenden. Aber die Mücken vertrieben uns gleich wieder – schade. Im Hntergrund noch schneebedeckte Berge.

Auf einmal stellten wir fest, dass wir uns überhaupt nicht mehr weit von Antalya befinden – da könnte man doch mal Pause machen und die Wäsche wieder waschen lassen. Also auf Richtung Süden. Auf dem Weg dorthin gibt es noch die antike Stadt Adada, nur 80 km nordöstlich von Antalya.

Über die Geschichte der Stadt ist kaum etwas bekannt, jedoch sind die 4 Kaisertempel aus dem 2. /3. Jahrhundert noch verhältnismäßig gut erhalten. Oskar musste sich bei unserer Besichtigung auch etwas 'Kültür' gefallen lassen:

Auf dem weiteren Weg nach Antalya lag der Yazili-Canyon-Nationalpark. Das Parken kostete für unseren Wagen 40 TL, was z.Z. knapp über 10 Euro sind. Leider war Camping untersagt, sonst hätten wir gern dort die nächste Nacht verbracht.

er Wirt, bei dem wir nach der Erwanderung eine Erfrischung zu uns nahmen, wollte unbedingt ein Selfi mit uns schiessen – auch interessierte er sich für das Woher und Wohin.

Die kleinen Flieger, die Türken nennen sie lt. Wirt Helikopter, scheinen eine Art Libelle zu sein. Sie waren schwer aufs Bild zu bekommen – aber mit viel Geduld schafften wir es dann doch.

Erst einmal ging es 40 km schlechter Nebenstraße an einem See entlang. Wir waren erstaunt, in diesem See auch Fischzuchten zu finden: 

Am Nachmittag kamen wir in Konyaalti/Antalya auf dem uns vom letzten Jahr bekannten Parkplatz an. Es waren noch einige Leute da, die wir bereits kannten und wir wurden freudig begrüßt.

Eine Abholung durch einen Wäscherei-Service war am nächsten Tag schnell organisiert und so legten wir erst einmal eine Pause ein.


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