Viel Kültür

Am Freitagmorgen wurden wir gegen 06:30 Uhr von einem Gewitter geweckt. Gegen 10:00 Uhr kam das nächste Gewitter herunter. Und Sonne war für den Tag auch nicht angesagt. So setzten wir unsere Pläne um und machten uns auf den Weg. Zuerst ging es weiter gen Osten bis wir kurz hinter Manavgat in die Berge Richtung Seydisehir abbogen.

Doch der Regen ließ uns hier auch nicht im Stich. Immer wieder öffneten sich die Wolken. Das änderte sich am nächsten Tag – es regnete jetzt ununterbrochen. Trotzdem zogen wir unseren Plan durch und fuhren die Strecke Seydisehir, Taskent und Ermenek Richtung Mut – diese Strecke hatte uns Detlef empfohlen.

Trotz des Dauerregens war es eine interessante und landschaftlich schöne Strecke durch das Gebirge. Mehrere Pässe mussten wir überfahren – teilweise im dichten Nebel, denn die Wolken hingen richtig tief. Fotos haben wir aufgrund der Witterungsverhältnisse nicht gemacht – wir waren froh, selber noch einiges sehen zu können und auf Bildern hätte das nicht gewirkt.

Doch von einer Ecke machten wir Bilder: es wurde ein neuer Staudamm gebaut – das dahinter liegende Tal (siehe Bilder) wird es in kurzer Zeit so nicht mehr geben.

Mit der Schlafplatzsuche wurde es mal wieder etwas schwieriger. Wider besserem Wissen trauten wir uns eine kieselige Fahrspur Richtung zu einer Wiese herunter – unter den Kieseln war gleich der aufgeweichte Lehm. Nur mit viel Mühe, eingelegten Sperren und Untersetzung gelang es uns mit ach und krach, dort wieder heraus zu kommen. Der Wagen sah richtig verdreckt aus, allerdings hatten wir kurz vorher eine längere Baustelle (trotz Umleitung) durchfahren und so machte das auch nicht mehr viel aus.

Einen Platz fanden wir am Abend dann außerhalb der Baustelle auf einem alten Teilstück der Straße. Der Regen hatte sich kurz vorher verabschiedet, so dass wir doch noch ein paar Bilder schießen konnten.

Wir standen noch nicht lange und ein Besuch kam: ein junger Mann mit seiner Mutter hinten auf dem Mopett. Sie waren von Oskar angetan, schenkten uns ein paar Apfrikosen und ließen es sich nicht nehmen, unser Auto zu besichtigen.

Am Vormittag ging es bei strahlendem Sonnenschein über Mut Richtung Karaman. Unterwegs liegt noch das byzantinische Kloster Alahan, welches in 1200 m Höhe am Südhang eines Berghanges steht. Das Schöne bei solchen Besichtigungen in der Türkei ist, dass wir unseren Oskar fast immer mitnehmen dürfen (In Griechenland war das z.B. nicht der Fall) und er mit uns einen auf Kültür machten musste.

Und die Aussicht genossen wir natürlich auch noch

Noch ein paar Bilder von der Abfahrt - die Höhlen werden teilweise als Ziegenställe genutzt.

Das letzte Ziel für den heutigen Tag war das Dorf Taskale, ca. 40 km östlich von Karaman gelegen. In diesem Ort gibt es eine in den Fels gehauene Moschee. Ein Fremdenführer erklärte alles den Interessierten, aber leider nur auf türkisch, so dass wir selber versuchen mussten, zu erkennen, was wir sahen. Soviel wissen wir, dass es sich um ein ehemaliges Kloster handelt.

Die Moschee wird noch genutzt.

Die einzelnen Holztüren in der Wand (siehe Bilder) scheinen die ehemaligen Zellen der Mönche gewesen zu sein, anhand der einzelnen Einkerbungen/Stufen und mit Hilfe von Seilen schienen sie sich in ihre Unterkünfte hoch zu hangeln. Ob es wirklich so war? Wir wissen es nicht, vermuten es aber anhand der Hinweise.

Vom Dorf hatten wir noch ein paar Bilder geschossen – so können wir uns wohnen bzw. leben nicht vorstellen.

10 km hinter Taskale lag das 'Incesu Magarasi' – wenn wir schon in der Nähe waren, mussten wir den Rest auch noch auf uns nehmen. Mehr als diesen Begriff wussten wir allerdings nicht. Es stellte sich heraus, dass es sich um eine 1350 m lange Grotte handelte. Über eine Wendeltreppe stiegen wir hinab in das kühle Gewölbe. Da die Elektrik nicht funktionierte, mussten wir Taschenlampen mitnehmen. Auch Oskar durfte mit, aber ihm war das ganze nicht geheuer. Und da wir, was Höhlen bzw. Grotten angeht, bereits mit der Besichtigung der iranischen Höhlen sehr verwöhnt waren und diese dem in keinster Weise nahe kam, drehten wir nach ungefähr der Hälfte des möglichen Weges zur Freude Oskars wieder um.

Auf dem Rückweg stoppten wir noch bei einer weiteren Sehenswürdigkeit, es gab noch ehemals bewohnte Höhlen, die ein Besucher-Magnet am Wochenende für viele Türken waren. Wir machten aufgrund der fortgeschrittenen Zeit nicht mehr den Aufwand des Hochkaraxelns, sondern begnügten uns mit einigen Fotos von der Straße aus.

Auf dem Hinweg nach Taskale hatten wir bereits gesehen, dass an einem nahe liegenden Stausee diverse Stellmöglichkeiten vorhanden waren, wo wir dann auch die Nacht verbrachten. Ein starker kühler Wind zog abends noch auf, aber das störte uns nicht sonderlich. Fürs Feierabendbier setzten wir uns vors Auto in den Windschatten und dann verzogen wir uns zeitig ins Innere.

Brigitte kam beim Spaziergang mit Oskar nicht umhin, wieder Blumenbilder zu schießen.

Der nächste Tag war streckenmäßig etwas eintönig. Über Eregli wollten wir Richtung Kappadokien, da es nur unweit unseres nächsten Zieles liegt. Dort waren wir zwar schon letztes Jahr, aber es war so schön, dass man dieses Gebiet durchaus auch ein weiteres Mal besuchen kann.

Unterwegs zogen Regenwolken und ein kalter Wind auf. Der Vorteil war, dass unser Auto so etwas sauberer wurde, denn die 'Lehmpistenaktion' sowie die Baustellendurchfahrten hatten Ihre Zeichen hinterlassen. Unterwegs sahen wir diese 'Zeltstadt' (nicht das erste Mal), wir vermuten, dass es sich um Flüchtlingsunterkünfte handelte.

In Nigde fanden wir einen sauberen Parkplatz direkt an einem Grill- und Freizeitpark. Aufgrund des Wetters war dort nicht viel los, der Verkehr auf der naheliegenden Straße hielt sich in Grenzen. Wir konnten mit Oskar zumindest sauberen Fußes laufen.

Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns bei Regen von der Stadt und fuhren weiter gen Kappadokien. Zuerst steuerten wir das Soganli-Tal an. Der Regen hatte mittlerweile ausgesetzt, so dass wir uns diese Sehenwürdigkeiten anschauen konnten.

Es liegt abseits der kappadokischen Touristenströme. In 2 einsamen Tälern sind mehrere Kirchen des 10. bis 13. Jahrhunderts zu entdecken. Man schätzt ihre Zahl auf über 150, aber die meisten sind versteckt, verschüttet oder von den Einheimischen zu Taubenställen umfunktioniert worden. Aber einige wenige sind doch noch zu erkennen.

Gegen eine geringe Gebühr von 5 TL pro Person (ca. 1,25€) konnten wir in das Tal fahren.

Bei der Ausfahrt gönnten wir uns ein Mittagessen. Der Wirt sprach uns schon vorher auf Deutsch an – er hatte bei seinem vorherigen Job viel mit Deutschen zu tun und konnte somit etwas unsere Sprache. Im Restaurant saß eine Schulklasse, die sich auf einem Ausflug befand. Der Lehrer, in Deutschland geboren, 'mißbrauchte' uns gleich, um sich wieder in der deutschen Sprache zu üben.

Nach dem Restaurantbesuch machte der Wirt uns noch auf eine weitere Kirche aufmerksam, die gleich hinter seinem Grundstück lag:

Gesättigt fuhren wir weiter zum eigentlichen Highlight Kappadokiens. Im ersten Dorf fanden wir noch dieses Tuffsteinhaus, dass auch noch bewohnt ist.

vUnterwegs fanden wir noch beim Dorf Cemil das Tuffsteinkloster Keslik Manastiri. Es umfasst neben einem Refektorium (Speisesaal) auch noch zwei Kirchen, der Stephanos und der Archendos Kilise. Die letztere enthält noch einige Fresken.

Ein Guide erleichterte uns erst einmal um 20 TL, allerdings erklärte er uns dafür auch ausgiebig die Malereien an der Kirchendecke. Diese wurden teilweise von den Griechen, die bis 1923 noch im Dorf Cemil lebten, mit griechischen Schriften zerkratzt.

Die Fresken durften nicht mit Blitz fotographiert werden, sind deshalb nur schwer zu erkennen.

Alles in allem waren diese beiden Besuche in Teilen Kappadokiens sehr interessant – und da auch Oskar wieder viel Kultur erlebte, suchten wir uns unweit der Ortschaft Ürgüp einen ruhigen Stellplatz mit viel Aussicht, bei der wir uns unser Feierabendbier schmecken ließen.

Die Sonne strahlte am Vormittag wieder vom Himmel, so dass wir den Platz nutzten, um mal wieder einen Tag auszuspannen, ein paar Kleinigkeiten zu erledigen, die HP vorzubereiten.....   – das nächste Ziel ist ja morgen auch noch da.......

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