Nordkap

Das Nordkap (oder Nordkapp, wie von den Norwegern geschrieben) stand nicht unbedingt auf unserer Reiseliste ganz oben. Doch wenn man schon mal so weit in Nordnorwegen ist, dann ist es dorthin auch nicht mehr weit.

Die russische Grenzabfertigung ging relativ schnell über die Bühne, wir waren nur erstaunt, dass auch Oskar bzgl. seines Chips überprüft wurde. Bei der Einreise hatte sich niemand für ihn interessiert.

Auf der norwegischen Seite dauerte es etwas länger. Der Grund waren die Einreise- bestimmungen für Hunde. Aus der am nächsten gelegenen Stadt Kirkenes kam eine Tierärztin, die ihm eine Tablette gegen Bandwürmer verabreichte. Wir hatten verpasst, dieses von einem Tierarzt in Murmansk durchführen zu lassen. So war noch eine 24 stündige Quarantäne im Auto von Nöten.

Da wir die Grenze gemeinsam mit Dani und Rainer überschritten, durften wir ausnahmsweise die Quarantäne auch auf einem Parkplatz in Kirkenes durchziehen.

Beim morgendlichen Spaziergang, der trotz Quarantäne Pflicht war, ging es in den Hafen, wo gerade die 'Lofoten', das älteste Schiff der Hurtigruten, lag. Ansonsten ist Kirkenes relativ übersichtlich und hat nicht all zu viel zu bieten….

Den zweiten Abend in Norwegen verbrachten wir gemeinsam mit Dani und Rainer auf dem Kirkenes Camping, denn Wäsche musste mal wieder gewaschen werden.

Als nächstes war geplant, am Varangerfjord weiter gen Norden zu fahren. Wir sahen unser erstes Rentier.

Beim Mittagsstopp liefen uns die nächsten über den Weg…..

Unterwegs fanden wir noch das Museum Mortensnes, innen es war ganz nett aufgemacht, aber originale Stücke waren nicht zu sehen. Es gab ein paar Bilder und einige Dinge wie fliegende Möwen, fließendes Wasser etc. auf Bildschirmen zu sehen. Zusätzlich wanderten wir mit Oskar auf einem Außengelände, an dem diverse Beschreibungen von bis über 7000 Jahre alte Wohnsiedlungen vorhanden waren. Erkennen konnten wir allerdings so gut wie nichts. Aber es tat gut, mit Oskar den Weg abzulaufen.

Ca. 20 km vor Valsö sahen wir einen Parkplatz mit Aussicht auf den Fjord, an dem Dani und Rainer später auch noch eintrudelten.

Abends verpasste ich, noch ein Foto zu schiessen und morgens war der Himmel total bedeckt und es regnete. Dieses Bild vom schönen Ausblick stammte vom Rückweg.

Ein Stopp in Vadsö am nächsten Vormittag war Pflicht, sollte es doch hier eine Bank geben. In Kirkenes fanden wir zwar auch einen Bankautomaten, aber der wollte kein Geld ausspucken. der in Vadsö leider ebenfalls nicht.

Für die Norweger ist das nichts besonderes, sie benötigen kein Bargeld, jeder zahlt alles und überall mit einer Kreditkarte – aber so ganz ohne Bargeld in der Tasche? Wir wollten uns nicht daran gewöhnen.

Ein paar Eindrücke von Vadsö

Während des Mittagsstopps entdeckten wir einen Fischadler

Weiter gen Norden zur Stadt Vardö, hier gibt es noch ein altes Fort. Und einen funktionierenden Bankautomaten...., und 'Haus'Möwen....

Wir hatten aufgrund der Kälte, des starken Windes und des einen oder anderen Regenschauers auf einen weiteren Besuch der Kola-Halbinsel in Russland verzichtet und hofften, dass das Wetter in Norwegen besser wäre. Doch weit gefehlt, es war mittlerweile noch schlechter. Von Vardö aus fuhren wir noch weiter ans Eismeer, doch das Wetter wurde immer schlechter – und die Landschaft noch rauer. Wir waren verwundert, dass es hier oben noch so viele Wohnhäuser gibt. Nur bei wenigen standen Autos vor der Tür, wir vermuteten, dass es sich überwiegend um Urlaubs- oder Wochenenddomizile handelte. Allerdings beließen wir es aufgrund der Regens bei ganz wenig Fotos und machten uns wieder auf den Weg zurück

Die Nacht verbrachten wir an dem Platz, den wir schon zur Mittagszeit gefunden hatten. Der nächtliche Regen war das einzige, dass einen ruhigen Schlaf verhinderte. Wir standen weit genug weg von der Straße, um keinen Straßenverkehr oder irgendwelche Menschen zu hören. Auch der Fischadler hatte uns nicht mehr 'gestört'.

Erst zum Mittag machten wir uns wieder auf den Weg, wir wollten nur bis Vadsö, um dort den Abend bei einem kleinen Festival zu verweilen. Der Parkplatz war ganz in Ordnung, aber der Regen und die Kälte hinderten uns, den Abend im Ort selber zu verbringen.

Auf dem bisheirgen Weg zum Nordkap fanden wir noch das eine oder andere Häuschen oder sonstige Dinge, die wir als irgendwie 'typisch' für Norwegen ansahen.

Die nächste Nacht verbrachten wir bei Regenschauern, Kälte und viel Wind am Fjord vor Lakselv. Wir standen noch nicht lange, Brigitte war gerade mit Oskar unterwegs, da kam ein Norweger auf mich zu und wollte mir Königskrabben schenken, am Abend vorher frisch gefangen. Gern nahm ich an und so gab es zum Essen noch frisches Krabbenfleisch. Auch Oskar fand erst einmal in diesem Norweger einen neuen Freund – und abends bekam er natürlich von Krabbenfleisch etwas ab – lecker!!!!

Der Regen wollte nicht aufhören. Die Nacht über fiel das Wasser in einer Tour vom Himmel, ebenso auf dem weiteren Weg zum Nordkap. Die letzten Kilometer hingen die Wolken so tiel, dass kaum noch etwas zu sehen war. Ganz erstaunt standen wir vor dem Ticketschalter, so plötzlich tauchte er vor uns auf. Eintritt für 2 Personen (ohne garantierte Sicht) beträgt mittlerweile 540 NOK, das sind etwa 57 €. Nicht gerade wenig, dafür durften wir allerdings auch 24 Std. auf dem Parkplatz, den wir aufgrund des Nebels kaum sehen konnten, stehen bleiben.

Wir hatten gehofft, das Nordkap so wie auf der Ansichtskarte (1.Bild) zu erleben, doch weit gefehlt. Irgendwann zum Abend hörte der Regen tatsächlich auf, die Wolken verzogen sich etwas und wir konnten tatsächlich die Weltkugel sehen.  

Für den Eintritt wird auf dem Nordkapgelände etwas geboten. So gibt es neben einem Restaurant und einem Shop (natürlich gegen Bares - oder Kreditkarte) auch noch ein Kino mit einem Nordkapfilm (bei schlechter Sicht empfohlen), dazu ein Museum und einen Lichtspielfilm. Ebenfalls Hinweise und Erklärungen zum Polarkreis und dem Polarlicht.

Es war sehr interessant, von der Geschichte des Nordkaps, auch oder insbesondere während der Zeit des 2. Weltkrieges, zu erfahren.

Am nächsten Morgen war die Nacht um 06:30 Uhr zu Ende, die Sonne blendete mich schon ein bisschen und der Blick aus dem Fenster lies zu, dass ich alles rundum klar erkennen konnte. Also aufgestanden und noch weitere Fotos gemacht.

Auf der Rückfahrt gab es noch einen kleinen Abstecher zum Örtchen Skarsvag mit einem Weihnachtshaus.

Es lief oder flog uns noch das ein oder andere über den Weg.

Vom Nordkap aus wollten wir noch nach Hammerfest, diese Stadt reklamiert für sich die nördlichste Stadt der Welt zu sein. 

Doch die Stadt, die beim Abzug der deutschen. Wehrmacht niedergebrannt wurde, hatte nichts, was uns zu einem längeren Aufenthalt animierte. Selbst der Hafenboulevard lockte nicht zum Verweilen, da einfach nichts draus gemacht wurde. So verschwanden wir wieder ganz schnell und suchten einen Schlafplatz, den wir auf einer alten Straße fanden, die seit dem Bau eines Tunnels nicht mehr benötigt, allerdings auch nicht gesperrt wurde. Von hier hatten wir einen ungestörten Blick auf die Kvalsund-Brücke.

Aufgrund eines mittlerweile aufgezogenen Sturmes wackelte das Auto während der Nacht ganz schön, aber gestört wurden wir eher von dem Dauerregen.

Zum Frühstück bekamen wir Besuch.

Über Alta wollten wir weiter nach Tomsö, auf dem Weg trafen wir Andreas und seine Familie aus der Nähe von Itzehoe mit ihrem Steyr. Wir hatten sie schon kurz am Nordkap kennen gelernt.

In Alta hielten wir uns nur für ein paar nötige Besorgungen und zum Tanken auf, die Reisebeschreibung der Stadt lockte uns nicht zum längeren Bleiben. In Burfjord fanden wir einen kostenlosten Wohnmobilplatz. Gegen Abend kam doch tatsächlich nach einem kurzen Schauer die Sonne wieder raus.

Am nächsten Morgen, wir konnten es nicht glauben: keine Wolken, die Sonne strahlte vom Himmel. Da sah der Platz schon gleich besser aus.

Wir waren noch nicht lange unterwegs, da entdeckten wir ein kleine Herde  Zwergwale

Bei Sonne sah die Landschaft gleich viel besser und freundlicher aus

Ca. 40 km vor Tromsö fanden wir einen Stellplatz, die Sonne verließ uns schon im Laufe des Nachtmittages. Und zum Abend (und während der Nacht) kam natürlich der Regen wieder herunter.

Doch wir ließen uns nicht davon unterkriegen und machten uns weiter auf den Weg nach Tromsö. Erst einmal suchten wir den ortsansässigen VW-Händler. Ein kleines Elektrikteil unterhalb des Zündschlosses machte Probleme, so dass weder das Fahrtlicht noch die Scheibenwischer funktionierten. Wir hatten über den VW-Händler in Alta das Teil bestellt und nach Tromsö schicken lassen – und es war rechtzeitig angekommen. Den Einbau konnte ich schnell erledigen und alles funktionierte wieder bestens.

Wir wollten das Polaria-Info- und Erlebniscenter besichtigen. Bei dem Eintrittspreis hatten wir uns etwas mehr versprochen, aber es war ganz nett anzuschauen. Die Fütterungsshow der Bartrobben riss uns nicht unbedingt vom Hocker.

Vor dem Polaria stand der alte Kutter Polstjerna,  

Eine einmalige Besonderheit der Stadt ist das öffentliche Straßentunnelsystem, das die gesamte Insel unterhalb der Stadt durchzieht und mit eigener Beschilderung und Verkehrsführung versehen ist (Auszug aus Wikipedia). Dadurch wurde der Verkehr zum größten Teil aus der Innenstadt herausgehalten.

Ein Eindruck von der Stadt – ich habe versucht, nicht allzuviel von den städtischen Baustellen abzulichten….

Im Hafen lag ein Schiff, dass wir im ersten Moment für einen Eisbrecher hielten, was sich aber als Fähre herausstellte.

Das Hurtigroutenschiff Lofoten lag auch gerade am Kai.

Aufgrund der hohen  Parkgebühren verliessen wir noch am selben Abend die Stadt.

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