Süd-Norwegen

Unsere Hoffnungen, noch den nächsten Tag auf diesem Platz zu verbringen, wurden im wahrsten Sinne des Wortes vom Winde verweht. In der Nacht zogen starke Böen auf, die uns in keinster Weise zum Bleiben animierten.

Wir hatte die Chance bekommen, noch zwei weitere Lachse und 3 Makrelen einzupacken und so machten wir uns wieder auf den Weg - mit einem mit frischem Fisch gefülltem Gefrierfach.

Zuerst ging es noch an Fjorden entlang, mit Erreichen der Stadt Orkanger ließen wir den letzten Fjord hinter uns.  Ab jetzt ging es nur noch durch Binnenland, auch hier viel Wasser in Form von Bächen, Flüssen, Seen und........ Regen.

In Lökken Verk fanden wir einen Parkplatz vor einem Industrie- und Bergbaumuseum. Besichtigen konnten wir das Museum nicht, weil auch hier, wie in fast allen Museen, vor denen wir standen, die Öffnungszeiten in keinster Weise mit unseren Fahrzeiten harmonierten. Das machte allerdings auch nichts, denn wir wollten das Museum eigentlich auch nicht besichtigen, sondern ausschliesslich den Parkplatz für die Nacht nutzen.

Beim Spaziergang konnten wir das eine oder andere noch fotografieren.

Wenn möglich, versuchten wir, die großen Hauptstraßen zu meiden. So kamen wir über etwas kleinere Straßen durch ein Skigebiet auf einer Hochebene.

Der Herbst hatte hier schon zugeschlagen.

Auf den Gipfeln in über 1000 m Höhe hingen die Wolken, der höchste Pass auf dieser Strecke lag bei 1390 m. So konnten wir das eine oder andere nur im Nebel ablichten, aber Oskars' Freunde', alle der Reihe nach auf einem Fußweg, konnten wir klar und deutlich erkennen und unser Kleiner war ganz aufgeregt vor lauter Freude.

Der Häuserstil hatte sich mittlerweile geändert, die bunten und hellen Häuser wichen mehr denen in dunklen Farben, ebenfalls sahen wir wesentlich häufiger Grasdächer.

Unser nächster Übernachtungsplatz nahe der Stadt Geilo lag auf ziemlich genau 1000 m Höhe, der Regen meldete sich über Nacht immer mal wieder, auch am Morgen – alles nass. Manchmal lässt er die Natur sehr interessant aussehen

Wir kamen an der Kirche von Uvdal aus dem Jahre 1893 vorbei, die uns anhand des Aussehens faszinierte. Leider war sie geschlossen, so dass wir sie nicht von innen besichtigen konnten.

Wenige Kilometer weiter stand die alte Stabkirche von Uvdal. Es gibt nur noch 29 Stabkirchen in Norwegen. Diese frühchristlichen Holzkirchen entstanden in der Zeit von 900 – 1300 und sind Zeugnisse einer technisch durchdachten und künstlerisch äußerst vielfältigen Architektur, die mit Holzmaterialien arbeitete (Auszug aus dem Reiseführer). Doch leider war die Besichtigung nur bis Ende August möglich. So mussten wir uns mit der Außenansicht begnügen – und deshalb unterließen wir, wie geplant, die größte Stabkircher in Heddal, die fast auf dem Weg lag, auch noch aufzusuchen.

Uns faszinierte immer wieder der Baustil dieser Häuschen, vermutlich ehemalige landwirtschaftliche Speicher.

Zwischendurch wieder grasgedeckte Hütten.

Am frühen Abend erreichten wir Langesund und fanden einen Platz in unnmittelbarer Nähe zum Fähranleger, im Laufe der Nacht und am Morgen natürlich wieder Regen.

Um 14.30 Uhr sollte die Fähre nach Hirtshals in Dänemark gehen. Wir fuhren über eine Woche früher, als ursprünglich geplant. Das Wetter hatte uns vertrieben, es machte einfach keinen Spaß mehr.

Auch sonst überzeugte uns Norwegen nicht unbedingt. Sicher, es ist ein interessantes Land, aber wenn man die Küste wie wir von Nord nach Süd entlang fährt, sehen die Fjorde zwar sehr schön und interessant aus, aber irgendwann gleichen sie sich alle. Der große Unterschied ist im Prinzip nur die Planzenwelt. Im hohen Norden noch alles sehr karg, kamen als nächstes die Büsche und irgendwann wurden es Wälder. Überall die kleinen norwegischen Hütten, anfangs sehr hübsch anzuschauen und irgendwann sieht alles gleich aus. Hinzu kommt, dass Norwegen sehr teuer ist. Besichtigungen von Sehenswürdigkeiten oder Museen sind für unsere Verhältnisse sehr teuer und dann sind sie zum Teil, zumindest aus unserer Sicht, ihr Geld nicht wert.

Hinzu kommt, dass wir auf unseren bisherigen Reisen schon fantastische Natur sahen, da kommt Norwegen teilweise nicht mehr mit.

Der Abschied fiel uns somit nicht schwer und voller Hoffnung, evtl. in Dänemark etwas besseres Wetter zu haben, fuhren wir auf die Fähre.

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Kommentare: 1
  • #1

    Iris&Maik (Freitag, 08 September 2017 12:09)

    Schade das sich keine Wetterbesserung mehr eingestellt hat. Somit habt Ihr ja auch kaum Gelegenheit gehabt abseits der Verkehrswege in der Landschaft zu wandern. Einsame Pfade alleine zu durchstreifen und stundenlang niemanden zu treffen, das erdet mich immer wieder!
    In Dänemark werdet Ihr aber nun kaum noch schöne Landschaften (mal abgesehen vom Strand) mehr finden.