Baja California / Mexiko - Teil 1

Mal wieder ein problemloser Grenzübergang, in gut 20 Minuten waren wir durch. Für Oskar interessierte sich niemand - da hatten wir zwischenzeitlich schon andere Storys gehört. Aber was soll's, es lief alles glatt.

Zuerst gab es Probleme mit der Geldversorgung, irgendwie wollten die Bankautomaten unserer Karten nicht nehmen. Also erst einmal ohne mexikanische Pesos weiter.

Wir wollten nach San Felipe, dort waren wir locker mit Andrea und Thomas verabredet. Überrascht wurden wir von einer Militärkontrolle, ich kann jetzt schon vorgreifen: durch solch eine Kontrolle mussten wir des öffteren durch.

Mit Andrea zusammen versuchte ich noch einmal, einen Bankomaten in der Stadt zu entern - nicht dass ich etwas falsch gemacht hätte. Nach anfänglichen Problemen, die allerdings seitens der Bank zu sein schienen, kamen dann doch noch ein paar Banknoten aus dem Automaten.

Zum Rückweg konnte ich nicht vermeiden, einen kleinen Abstecher über den Boulevard zu machen. Es fand an diesem Tag eine Offroad-Rallye statt, die Stadt und der Boulevard waren überfüllt und wir kamen nur ganz langsam voran. Natürlich sorgte unser Auto wieder für Begeisterungen bei den Menschen

Am zweiten Morgen wurden wir bereits um 4:00 Uhr von einem LKW geweckt, der auf diesen Platz kam. Es war ein Fahrzeug einer Fischzuchtanstalt aus Ensenada. Dort wurden eine stark gefährdete Fischart, der Totoaba, nachgezüchtet und hier fast ausgesetzt. Fast nur deshalb, weil sie erst einmal ausserhalb der Bucht in eine größere Aufzuchtstation transportiert wurden. Durch dicke Schläuche flossen sie vom LKW in ein Boot, mit dem sie anschließend weiter gebracht wurden.

Hier noch ein kleiner Eindruck vom Camping:

Drei Nächte auf diesem Platz waren genug, so dass wir uns wieder auf die Räder machten. Während es die anderen Beiden gen Süden zog, wollten wir erst einmal auf die andere Seite, weg vom Golf von Mexiko hin zum Pazifik. U.a. überquerten wir dabei einen Gebirgsrücken über Offroad-Wege - für 63 km benötigten wir 4,5 Std. Ein Schlafplatz war nicht zu finden, so dass wir ausnahmsweise noch im Dunkeln fahren mussten. Irgendwo am Strand fanden wir dank I-Overlander diesen Platz. Es war laut aufgrund der Wellen, deshalb standen wir während der Nacht etwas abseits, aber für die Fotos musste das Auto wieder an den Strand bugsiert werden.

Unser nächstes Ziel war der Parc National Sierra de San Pedro. Er ist berühmt für eine der 6 Standorte, an denen der fast ausgestorbene Kalifornische Kondor erfolgreich wieder ausge- wildert wurde. Über eine kurvenreiche Strecke mit vielen Aussichten ging es auf knapp 2500 m Höhe, die Landschaft änderte sich alle Augenblicke und oben wurden wir von hohen Kiefernbäumen überrascht. Dazu kam eine weitere Überraschung: Schnee! Damit hatten wir nicht gerechnet. Für einen kleinen Obolus durften wir in den eigentlichen Park einfahren, in denen Rotluchse, Hirsche und Dickhornschafe leben sollten. Doch von diesen Tieren sahen wir keine, nur 3 Koyoten, die sich an einem gerade verlassenen Picknickplatz ihren Anteil holen wollten. 

Die nahe gelegene Sternwarte war leider geschlossen - es ist eben keine Saison.

Für das Eintrittlsgeld hätten wir den Campingplatz mit nutzen können, doch wir entschieden uns, auf 1600 m wieder runter zu fahren, da dort einen 'Kondor-Ausblick' gab. Doch leider erschien keiner dieser großen Geier am Himmel, so dass wir den Abend  mit dieser Aussicht auf die Berge geniessen durften.

Ein weiterer Stellplatz direkt am Pazifik bei einer kleinen Vogelkolonie, nur über ausgewaschene Offroadpisten erreichbar.

Die Hauptstrasse Mex1 führte uns durch einen Stein-Kakteen-Park, dem Catavina Boulder Field.

Statt an der Küste oder in den Bergen konnten wir auch mal zwischen den Kakteen übernachten, allerdings war das immer ein Problem, da Oskar beim Spaziergang den einen oder anderen Stachel in den Fuß bekam.

Rotkopfgeier am Himmel, wir sahen sie des öfteren.

Ein kurzer Abstecher nach Los Angeles am Golf von Mexiko, allerdings drehten wir gleich wieder um, denn wir brauchten, da Weihnachten vor der Tür stand, dringend Internet - und hier hatten wir keinerlei Empfang.

Den Internet-Empfang hatten wir dann in den Dünen nördlich vor Guerrero Negro - zur großen Freude Oskars, denn hier konnte er zwei Tage mit Begeisterung durch den Sand flitzen

Nachdem am Heiligen Abend (bzw. bei uns Morgen) die Telefonate mit den Kindern erledigt waren, machten wir uns noch auf in das naheliegende Vogelschutzgebiet.

Natürlich wird auch in Mexiko Weihnachten gefeiert, allerdings nicht so exzessiv wie bei uns.

Südlich von Guerrero Negro liegt die Laguna Ojo de Liebre, eine Lagune, in dem die Grauwal-Mütter ihre Babys gebären und ihnen so lange das Schwimmen beibringen, bis sie gemeinsam gen Norden zu den Fressgebieten ziehen können. Auf dem Weg dorthin mussten wir durch eine Schranke, an der ein Pförtner unsere Daten aufnahm - bei der Weiterfahrt wussten wir dann auch, weshalb. Wir kamen durch ein Gebiet, in dem Meersalz gewonnen wird.  Erstaunt waren wir, dass dort eine Kolonie Möwen und Pelikane gab, denn eigentlich konnten sie dort keine Fische mehr fangen.

Schlußendlich kamen wir an der Lagune an, ein kleiner Camping war dort errichtet worden, gleich vorne an ein Restaurant. Auch einige Besucher waren dort und auf unsere Frage, was die Übernachtung kosten würde, wurde geantwortet: wenn die Wale da sind, ist das Restaurant geöffnet und ihr müsst bezahlen. Da bisher noch keine Wale zu sehen sind,  hat das Restaurant geschlossen und ihr könnt hier kostenlos stehen - so war es dann auch.

Am nächsten Tag, das Wetter war nicht so, dass wir einen weiteren Tag einlegen wollten, ging es weiter gen Pazifik-Küste an die Bahia La Asuncion. Lt. Karte konnte man von dort aus bis zum kleinen Ort Punta Abreojos über Pisten gen Süden fahren. Leider bestanden diese Pisten zu 100 % aus Waschbrett-Formationen - ein Graus zu fahren. Aber wir fanden zwischen dem Waschbrett und dem Wasser noch weitere kleine Pisten, in keiner Karte oder Navi verzeichnet. Teilweise gab es auch hier die berüchtigten Wellen, aber im Großen und Ganzen liess es sich gut fahren. Den 2. Weihnachtstag verbrachten wir zum Teil bei Sonnenschein am Strand sitzend - zwar ohne Wale zu sichten, aber dafür wieder einmal zur Freude Oskars und beim Beobachten von Pelikanen.

Auf dem weiteren Weg nach Punta Abre Punta Abreojos kamen wir durch kleine Fischerdörfer, auch die ersten neugierigen Robben oder Seehunde, so genau konnten wir es nicht erkennen, schauten aus dem Wasser.

Bei der Mittagspause, irgendwo am Pazifik, entdeckten wir eine große Delfin-Familie beim Fischfang. Zwischendurch ließen es sich einige Tiere nicht nehmen, mit den Wellen zu spielen. Doch beim Sprung aus dem Wasser bekam ich sie leider nicht aufs Foto.

Wieder einmal der Roadrunner oder auch Rennkuckuck.

Vier Nächste verbrachten wir für kleines Geld auf dem Huerta Don Chano-Campground in Mulege' am Golf von Mexiko. Es gab Wifi (häufig mehr schlecht als recht), wir standen auf Gras (das gab es schon lange nicht mehr), rundum Palmen, eine heiße Dusche - hier wollten wir bleiben und Silvester verschlafen.  

Diesen Käfer konnten wir die Tage über beim gegenüberstehenden Wohnmobil besichtigen. Man sieht noch sehr viele davon in Mexiko, immerhin wurden sie bis vor ein paar Jahren noch in Mexiko gebaut. Aber selten sind sie in solch gutem Zustand.

Am Silvester-Nachmittag erfuhren wir von einem Wirt einer nur unweit entfernten Bar, dass einige dort im Winter lebende Amerikaner eine kleine Feier organisieren würden und, wenn wir Lust hätten, gern kommen könnten. Diese Einladung nahmen wir gern an und schlugen gen 21:00 Uhr dort auf. Schnell wurden wir integriert, konnten den Abend bei guter Musik (unser Stil - Rock und Pop aus den 80'er und 90'er Jahren) an einem Lagerfeuer geniessen. Natürlich mussten wir wieder einige Male die Fragen nach unserem Auto und dem Woher und Wohin beantworten. Ehe wir uns versahen, war es Mitternacht und das Neue Jahr begann. Damit war die Feier auch relativ bald beendet. 

Was uns sehr gut gefiel: im Gegensatz zu unserer Heimat wurde in diesem Ort das Neue Jahr relativ leise begrüßt. Von den Amerikanern knallte niemand, nur aus der Stadt selber wurden ein paar wenige Raketen in den Himmel geschossen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Wolfgang und Gisela (Dienstag, 15 Januar 2019 10:36)

    Sehr schöner Blog. Euch scheint es gut zu gehen? Wünschen Euch weiterhin viel Spaß und eine gute Fahrt.