Alaska Teil 1

Endlich schienen die Regentage vorbei zu sein, nur noch selten kam ein kleiner Schauer herunter und ehe wir uns versahen, waren wir am Grenzübergang. Die Fragen nach Feuerholz und verbotenen Lebensmitteln konnten wir mit: "die verloren wir schon in Skagway" beantworten.

Jedenfalls durften wir nach Alaska einreisen.

Die Nacht verbrachten wir irgendwo auf BLM-Land, allerdings ließen wir das Lagerfeuer schnell wieder ausgehen. Es war einfach zu warm, noch am Abend brannte die Sonne vom Himmel. Es war unsere erste Nacht, an dem es nicht mehr dunkel wurde – für uns sehr ungewohnt, und wir konnten uns seit dem kaum noch richtig auf die Abende einstellen. Aufgrund der Helligkeit hatten wir kein richtiges Zeitgefühl mehr.

Den Ausblick auf die Bergwelt genossen wir trotzdem.

Anfangs begleitete uns eine schöne Bergwelt, dann streckenweise links und rechts nur Wald, da konnte eine Elchkuh durchaus eine Abwechslung darstellen.

In Delta Junction endete der Alaska-Highway, hier sahen wir auch dieses riesige Wohnwagen-Gespann.

Ein Besuch des Museums musste auch mal sein - immerhin gehört zu solch einer Reise auch etwas Kultur.

Weitere Eindrücke aus Alaska

Eine schöne Recreation Area für kleines Geld am Birch Lake: Es war so schön, dass wir schon den nächsten Tag einplanten. Während ich das Feuerholz spaltete, gab sich Brigitte dem schönen Blick auf den See hin, und Oskar suchte im See etwas Abkühlung.

Doch einen Fehler machten wir: Wir bedachten nicht, dass es Freitag war. Nicht lange und es kamen immer mehr Wohnmobile und damit auch Scouter und Motorboote. Bis fast Mitternacht ein ewiger Motorenlärm auf dem Wasser. Am nächsten Vormittag ging es wieder los, dazu kam ein emsiges Gerödel der unvermeidlichen Stromgeneratoren, so dass wir schnell wieder Reißaus nahmen. 

In Fairbanks angekommen, sprachen uns auf einem Parkplatz Mike und Christine aus Alaska an. Sie waren mit ihrem kleinen Flugzeug gekommen, welches am Air Camping Park direkt beim Flughafen parkte. Die Beiden luden uns ein, dort zu nächtigen. Gemeinsam verbrachten wir einen sehr netten Abend beim BBQ.

Durch Fairbanks fließt der Chena River, ca. 100 km nordöstlich liegen die Chena Hotsprings, die wir unbedingt besuchen wollten, da nur von Ihnen geschwärmt wurde. Doch die Enttäuschung war groß, vor allem, weil wir von ein paar Tagen von den Liard Hotsprings total begeistert waren. Alles war touristisch aufgemacht, die Preise empfanden wir als exorbitant und da hieß es ganz schnell wieder umdrehen. Die Nacht verbrachten wir an einem See, aufgrund eines stetigen Windes hielt sich die Mückenplage in Grenzen.

Am nächsten Tag, wir wollten uns noch etwas Zeit lassen, nächtigten wir auf einer weiteren Recreation Area. Es gab nicht nur einen Biberbau, nein, auch der Biber ließ sich sehen.

Wieder zurück nach Fairbanks machten wir noch einmal einen auf Kultur und besuchten das Museum of the North / University of Alaska, es waren viele Exponate von aktuellen Tieren (Wölfe, Moschusochsen, Grizzlys etc.) und auch von bereits ausgestorbenen wie z.B. dem Mammut ausgestellt, auch viel über das Leben der Ureinwohner in der weiteren und näheren Vergangenheit. Die beiden Fotos von den Karibus und den beiden Eisbären hingen als große Bilder an der Wand, ich hatte sie dort abfotografiert.

Am Abend trafen wir uns mit Peter und Marion, die auch gerade in der Stadt waren – und morgens um 01:30 Uhr konnten wir vom Bett aus noch einen schönen Sonnenuntergang genießen.

Am Morgen, noch etwas müde aufgrund der hellen und kurzen Nacht, telefonierten wir erst einmal ausgiebig mit unserem Enkel, denn er hatte Geburtstag. Dies war auch der Grund unserer Planungen für diese Tage, denn nicht überall gibt es gutes Internet.

Wir entschieden uns, erst einmal gen Süden den Parks Highway entlang des Nenana-Rivers zu fahren. Wir hofften, so die wichtigsten touristischen Ziele ‚abgearbeitet‘ zu haben, bevor die ganze Touristenschwemme kommt. Des weiteren wollten wir uns am Freitag in Anchorage mit John und Cathy treffen. Es war Midsummer, der längste Tag bzw. die kürzeste Nacht des Jahres und wir hofften, in Anchorage diesbzgl. einen Event zu finden.

Einen Übernachtungsstopp legten wir in Nenana ein, einem kleinen Ort, der anscheinend gern von Kreuzschifffahrern aufgesucht wird. Deshalb auch die Hundeschlitten zum Vergnügen der Passagiere, die hier mit Bussen angekarrt wurden.

Wir parkten nicht unter, sondern zwischen den Brücken….. Leider fuhren hier über Nacht auch ein paar Züge, durch das Flußtal hallten die Hörner gewaltig von den Bergen zurück, so dass von einer erholsamen Nacht kaum die Rede war.

Es war ein besonderer Tag. Zum einen machten wir die 50.000 Reisekilometer voll, zum anderen sahen wir das erste Mal überhaupt eine Elchkuh mit zwei Kälbern.

Der knapp 20.000 km² große Denali-Nationalpark wurde benannt nach dem indianischen Namen Denali (der Hohe) für den mit 6190 Metern höchsten Berg Nordamerikas, um den herum der Nationalpark errichtet wurde.

Heute wird der Park jährlich von über 400.000 Menschen besucht und ist für Wildtierbeobachtung, Bergsteigen oder Wandern bekannt. Die Parkstraße (und damit der Publikumsbetrieb im Park) ist von Mitte Mai bis Mitte September geöffnet.

Noch ein paar Eindrücke von der wunderschönen Bergkulisse auf dem Weg zum Park:

Um bis Freitag in Anchorage zu sein, mussten wir uns etwas sputen und mal ein paar mehr Kilometer machen. Trotzdem nahmen wir uns die Zeit, noch in den Denali NP zu fahren, zumindest die Strecke, die man selber während der Saison noch fahren durfte. Für die weitere Fahrt musste man einen Shuttlebus nehmen, doch dazu war nicht mehr genügend Zeit. Evtl. holen wir das nach, denn wir werden demnächst hier auf dem Weg zum Dalton Highway noch einmal vorbeikommen.

Die nächste Aufregung im Park: eine weitere Elchkuh mit zwei Kälbern! Bisher noch nie welche gesehen, konnten wir dies innerhalb einer Stunde zweimal beobachten.

Während die Elchkuh gemütlich fraß, sahen wir im Hintergrund zwischen den Bäumen ihre Kälber spielen – und Spielen macht wohl durstig…. Zum Glück hatten wir genügend Geduld, so konnten wir das Schauspiel noch erleben.

Im Nationalpark gab es neben der Tierwelt natürlich auch weitere Ausblicke auf das Bergmassiv: des Alaska Range. Wenn das Wetter hält, werden wir in ca. 3 Wochen noch einmal und dann intensiver den Park besuchen.

Weiter begleitete uns die Alaska Range Bergwelt

Dann war er zu sehen: der Denali (von 1917 bis 2015 offiziell Mount McKinley genannt). Er gehört zu den Seven Summits, den jeweils höchsten Bergen der sieben Kontinente.

Über viele Kilometer begleitete uns sein Anblick von mehreren Aussichten. Und wir hatten auch hier Glück: Er war nur sehr wenig von Wolken verhangen, so dass wir sehr gut seine Spitze im Blick haben konnten.

Eine Übernachtung am Susitna River, ein Platz, an dem man es durchaus länger aushalten könnte. Aber wir wollten ja nach Anchorage.

In Anchorage ein Wiedersehen mit John und Cathy bei gemeinsamer Cocktailtime und Pizzaessen, den Abend saßen wir noch gemütlich am Lagerfeuer zusammen.

Von dem angekündigten Midsummer-Event in Anchorage waren wir etwas enttäuscht, bei uns würde das unter Altstadtfest fallen, um 18:00 Uhr war schon alles wieder vorbei.

Auf dem Weg zum Kenai-Peninsula Nationalpark kamen wir am Beluga-Point vorbei, leider keine Belugas zu sehen. Dafür rochen wir den Smoke, denn etwas weiter Nähe Sterling soll es schon seit ein paar Tagen brennen.

Wieder die schöne Bergwelt Alaskas.

Kurz hinter der Abzweigung nach Hope fanden wir am Sixmile Creek einen kleinen Stellplatz für die Übernachtung, der Fluß selber wird gern zum Raffting genutzt. Völlig ungestört, aufgrund eines leichten Windes relativ mückenfrei, konnten wir den Abend draußen genießen.

Der weitere Weg führte uns über den Sterling Highway am Kenai-River entlang, Die Angelsaison auf Heilbutt und Lachse war schon angefangen. Häufig sahen wir Angler im Wasser stehen. Doch leider war auch die Waldbrand-Saison schon in Gange, jetzt bekamen wir den Smoke wesentlich intensiver mit, auch ließ die Sicht nach, so daß wir keine weiteren Fotos von einer eigentlich sehr schönen Ecke des Landes machten.

Kenai ist eine kleine Stadt direkt am Cook Inlet, wir fanden einen Platz auf einem Parkplatz direkt an einer Düne. Es war wenig los, so dass wir einen ungestörten Spaziergang mit Oskar machen konnten. Zwischendurch wurde auch eine Pause eingelegt und gemeinsam der Blick auf das Wasser genossen.

Der Seeadler attakierte eine Möwe und klaute ihr das Futter, darauf wurde dieser von der Möwe verfolgt, die ihn wiederum attakierte.

Abends startete bestimmt ein Dutzend Mal solch ein Militärflieger vom naheliegenden Militär- flughafen über uns hinweg. Ob es mehrere Flugzeuge waren oder nur mit diesem einen ein Starten geübt wurde, konnten wir nicht feststellen.

Von Kenai führte eine Strecke am Cook Inlet entlang gen Norden, die wir gern befahren wollten. Doch nach gut 40 km war Schluß, die weitere Schotterstrecke gesperrt. Wir hatten es schon befürchtet, aber das störte uns nicht, denn direkt an der Sperrung lag der Captain Cook Campground mit einer schönen Pflanzenwelt. Hinzu kam, dass der Platz, zwar im Wald liegend, doch so dicht am Cook Inlet lag, dass wir einen schönen Ausblick nach ein paar Schritten vor uns hatten und durch einen leichten Wind bzw, einem abendlichen Lagerfeuer die Mücken ein weiteres Mal kaum spürten. Es war so schön, unser Spot relativ offen und sonnig, so dass wir kurzfristig noch einen Tag länger blieben.

Auf dem Weg nach Homer, der südlichsten mit dem Auto erreichbaren Stadt der Kenai Peninsula, sahen wir das erste Karibu. Anscheinend hatte es sich verlaufen, denn, obwohl ein Herdentier, befand es sich ganz allein, allerdings nicht in weiter Flur, sondern auf der Straße.

In NInilchik besuchten wir noch eine russisch orthodoxe Kirche und in kurzer Entfernung dieser Kirche fanden wir dann noch 2 Elchkühe.

In nicht allzuweiter Entfernung gab es eine Zufahrt zum Whiskey Gulch und damit kamen wir wieder direkt an den Strand. Auf der anderen Seite des Cook Inlet lag wieder ein Gebirgszug mit dem Vulkan Iliamna. Leider war die Sicht sehr schlecht, so dass er kaum bis gar nicht sichtbar war. Doch beim Sonnenuntergang zeichnete er sich noch einmal ab.

Homer lag nur noch knapp 40 km entfernt, so dass wir es relativ früh um die Mittagszeit erreichten. Hier ist wohl auch die Welt zu Ende, wie uns zumindest ein Schild erzählen wollte. Der interessanteste Teil liegt auf Homer Split, einer Landzung in der Kachemak Bay. Von weitem nur im Dunst erkennbar.

Ein großer Bootshafen, viel Tourismus, aber trotzdem machte es Spaß, hier ausgiebig spazieren zu gehen und die Eindrücke auf uns wirken zu lassen.

Frei stehen konnte man in Homer nicht, alle Plätze ohne irgendwelchen Service sollten 20 $ kosten. So auch der Platz, auf dem wir am Nachmittag noch mit Cathy und John zusammen kamen, die auch gerade in Homer waren.

Doch nach einem gemeinsamen Cocktail verabschiedeten wir uns wieder, es gefiel uns auf dem kostenlosen Platz am Whiskey Gulch besser als auf einem der kostenpflichtigen Plätze in Homer.

Bei der Durchfahrt durch Ninilchik lasen wir, dass dort an diesem Wochenende ein Rodeo stattfinden sollte. So trafen wir dort am späteren Vormittag des nächsten Tages ein. Doch Beginn war erst um 18:00 Uhr. Am Sonntag sollte es schon um 14:00 Uhr beginnen, so dass wir uns kurzfristig entschieden, wieder die 25 km zurück zu fahren und noch einen Tag am Whiskey Gulch zu verbringen. Wir konnten schön mit Oskar über den Strand spazieren, es gefiel uns dort sehr gut.

Ninilchik ist nur ein kleiner Ort, es war uns klar, dass hier keine Profis, sondern Amateure am Werk waren. Und bei den Amateuren handelte es sich fast überwiegend um Jugendliche. Das tat dem ganzen allerdings keinen Abbruch. es machte Spaß zu sehen, wie alle ihr ganzen Können aufboten. Zwischendurch gab es noch zusätzliche Kinderbespassung - der Nachwuchs muss rechtzeitig herangezogen werden.

Doch auch einige Erwachsene nahmen an Wettkämpfen teil. So wurde das ganze ein sehr kurzweiliger Nachmittag, bei dem wir viel Spaß hatten. Trotzdem wollen wir versuchen, noch mal ein 'Erwachsenen-Rodeo' mitzumachen.

Wir hatten uns im Vorwege schon einen Schlafplatz an der Kalinofski Beach ausgesucht, ein Parkplatz direkt am Strand. So machten wir uns gleich am Ende des Rodeos noch auf den Weg - und waren total erstaunt, wie voll es auf und neben diesem Parkplatz war. Heilbutt und Lachs- Saison war in vollem Gange. Der Platz war dadurch nicht besonders schön, aber für eine Nacht reichte es und wir konnten bei einem langen Spaziergang über den Strand Weisskopfseeadler beobachten.

Seward wollten wir als nächstes ansteuern, auf dem Weg dorthin mussten wir wieder auf dem Sterling Highway, den wir bereits gefahren waren, zurück. Leider noch das gleiche Problem wie auf der Hinfahrt: es brannte. Teilweise konnten wir die Brandnester erkennen, auch war zu sehen, wie die Flammen an einzelnen Bäumen hochzüngelten. Doch die Menschen nahmen das Ganze sehr gelassen. Es waren kaum Feuerwehrleute und Ranger zu sehen, allerdings wurden Straßenarbeiten eingestellt, weil es den Arbeitern in dem Rauch nicht zuzumuten war.

 

Seward ist eine Stadt an der Resurrection Bay mit rund 3000 Einwohnern und  wird im Sommer von vielen Touristen besucht.

Jedes Jahr am 4. Juli wird der traditionelle Mount Marathon Lauf auf den die Stadt überragenden 1.257 Meter hohen Mount Marathon veranstaltet. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich jedes Jahr mehr Touristen als Einheimische in der Stadt.

Seward markiert den Anfang des historischen Iditarod Trails. Auch die historische Trasse der Alaska Railroad beginnt in Seward. Das große Erdbeben von 1964 zerstörte den Hafen maßgeblich. Ungefähr 30 m des Küstenstreifens sind dabei im Meer versunken.

 

Von dem Mount Marathon Lauf wussten wir bis dato noch nichts, waren nur überrascht von den vielen Wohnmobilen. Zu ziemlich im letzten Moment fanden wir noch einen freien Stellplatz und machten uns dann erst mal auf, den Boulevard zu erkunden. Viel Spaß hatten wir an den Seeottern, die in größerer Anzahl abtauchten und Tank hochholten, den sie verspeissten, oder auch über ihre Spiele miteinander. 

Unser Stellplatz war katastrophal, wir standen eng an weiteren Mobilen und hatten das Empfinden, dass Krachmachen ein Hobby der Amerikaner ist. Wenn es schon keine Boote, Scooter, ATV's oder Quads waren, mussten zumindest die Generatoren laufen. Aber leider nicht alle zusammen, sondern einer nach dem anderen. So auch an diesem Abend. 

Bis 7:00 Uhr war Ruhe angesagt, aber ein Nachbar meinte, morgens um 6:00 Uhr schon den Generator zu starten, der nächste direkte Nachbar dann um 6:45 Uhr. Ganz entnervt entschieden wir uns, die Stadt wieder zu verlassen, doch beim Gang mit Oskar entdeckte ich einen gerade frei gewordenen Platz, an dem mehr Zelte standen bzw. die nächsten Mobile etwas entfernter waren. Schnell reserviert und das Auto umgestellt - und der Platz war so gut, dass wir gleich 4 weitere Nächte blieben.

Ein kleiner Eindruck von Seward:

Unser Rabauke und Rüdenhasser, unser Oskar, fand 2 Plätze neben uns eine kleine Freundin, eine 5 Monate alte Golden Doodle, ein Mix zwischen Golden Retriever und einem Pudel.

Es stand der 4. Juli an, ganz erstaunt waren wir, zu hören, dass das große Feuerwerk nicht erst am Abend, sondern um Mitternacht vom 3. auf den 4. abgebrannt wurde. Natürlich nahmen wir auch dran teil. Allerdings war es relativ lahm und schon nach wenigen Minuten beendet.

Am 4. fand der Mount Marathon Lauf statt, die Hauptstraße von Downtown war größtenteils gesperrt und im Hintergrund konnten wir die Teilnehmer in der Höhe kraxeln sehen. Man kann durchaus den Hut ziehen für die Strapazen, die da abverlangt werden. Einige Zuschauer trugen ihren Patriotismus zur Schau.

Wir hatten mit unserem Campspot sehr viel Glück, er war relativ groß. Am Abend kam noch ein deutsches Auto und suchte nach einem freien Platz - und als sie uns entdeckten, boten wir ihnen an, hier zu stehen.

Wir waren u.a. nach Seward gekommen, um von hier aus eine Glacier-Tour zu unternehmen, es interessierte uns schon einmal, einen Gletscher direkt ins Meer reichen und kalben zu sehen. Doch es gab keine gesonderten Gletschertouren, nur kombiniert mit einem Wildlife-Besuch im Kenia Fjords National Park, der allerdings 6 Stunden dauern sollte - zu lange, um Oskar bei der Wärme allein im Auto zu lassen.

Da Henning und Petra noch eine 2. Nacht bleiben wollten, boten sie uns an, sich solange um Oskar zu kümmern. So konnten wir am nächsten Tag für uns Plätze auf dem Schiff buchen - und haben es nicht bereut.

Im Kenai Fjords National Park liegt das Harding Icefield, das größte Eisfeld in den Vereinigten Staaten. Der Park ist berühmt für den 1600 Meter hohen Kenai-Berg, der vollständig vom 777 km² großen Harding-Eisfeld verhüllt ist. Das Eis verläuft in Form von mehreren Gletschern bis ins Wasser des Meeres. Der Nationalpark mit 966 km Küstenlinie ist trotz einer Fläche von 2711 km² der kleinste Nationalpark in Alaska.Die Gletscherlandschaft des Kenai-Fjords-Nationalpark zieht sich immer mehr zurück. Die Gletscher schrumpfen und das Eis gibt neues Land frei, das von Pflanzen und Tieren besiedelt werden kann.

Nachdem wir den Hafen verlassen hatten, kam zuerst etwas Enttäuschung auf. Trotz Bestätigung beim Ticketkauf verzog sich der Nebel nicht von den Bergen, so dass wir vorerst nichts vom Ufer sehen konnten. Doch auf einmal lockerte sich der Nebel auf, so dass wir neben der felsigen Küste auch noch Flora und Fauna bestaunen konnten.

Als Highlight stand der Besuch des Aialik Gletschers auf dem Programm - das erste Mal, dass wir solch ein Schauspiel besichtigen konnten - und wahrscheinlich auch das letzte Mal. So oft kann man es heutzutage nicht (mehr) auf der Welt besichtigen - und wir waren froh, dass wir es trotz eines relativ hohen Preises für die Fahrt getan haben.

Alle paar Minuten war der Gletscher am Kalben, ein ganz natürliches Schauspiel. Leider ist es auf den Fotos nicht ganz so ersichtlich.

Eine gute halbe Stunde standen wir mit dem Schiff vor dem Gletscher, dann drehte der Kapitän bei und machte sich auf dem Heimweg, nicht ohne noch die Wale zu suchen. Die erhofften Orcas waren es leider nicht, sondern 'nur' 2 Buckelwale, die wir bereits häufiger sahen, doch bisher hatte uns keiner seine Schwanzflosse so schön gezeigt.

Den Abend verbrachten wir noch zu viert beim gemeinsamen Grillen. Wir hatten es nicht bereut, den Beiden den Platz anzubieten, da wir uns von Anfang an sehr gut verstanden. Vielleicht treffen wir uns auf dem weiteren Weg in Alaska noch einmal.

Nach 5 Nächten war endlich Schluß mit Seward, wir wollten und mussten wieder weiter. Das nächste Ziel sollte Whittier sein. Kaum Seward verlassen stand wieder dicker Smoke auf der Straße - das Feuer von Sterling machte sich hier auch weiterhin bemerkbar, schon die letzten Tage konnten wir ihn immer wieder riechen.

Auf dem Weg nach Whittier konnten wir den Portage Glacier und ein uns unbekanntes Eisfeld bewundern.

Kurz vor Whittier wurden wir erst einmal zur Kasse gebeten: 13 $ für eine Tunneldurchfahrt. Der Anton Anderson Memorial Tunnel war die einzige Zufahrt zum Ort. Einspurig geht es in von einer oder der anderen Richtung hindurch, geteilt wird die Durchfahrt auch noch mit der Railway. 

Wir wollten mit der Fähre nach Valdez fahren, da das Terminal allerdings schon um 15:00 Uhr schloss, konnten wir an diesem Tag keine Überfahrt buchen und verbrachten die Nacht auf einem Campground direkt am Wasser mit Blick auf den Ort. 

Oskar nahm dabei sein erstes Fußbad in einer Bucht des Golfes von Alaska.

Zuerst war der Campground, hier die einzige Übernachtungsmöglichkeit, noch relativ leer. Doch je später der Tag wurde, desto mehr Camper kamen hinzu - und damit die allabendliche Geräuschkulisse der Generatoren. So langsam nervt es.

Ob und wie wir das überstanden: Das werdet ihr im nächsten Blog erfahren.

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