Ein paar Tage Einsamkeit

Die Entscheidung, wieder einmal auf Pisten ins Hochland zu fahren, fiel uns nicht schwer. Da wir uns im Vorwege mit einem Track Book bewaffnet hatten, fanden wir auch eine Menge Möglichkeiten.

Die erste Strecke führte uns auf die F232 (F steht für Gebirgspisten). Lt. Buch hätten wir eine Furt überqueren müssen, aber zum Glück gab es mittlerweile eine Brücke.

So sah die Landschaft aus, im Hintergrund, westlich von uns, der Gletscher Myrdaösjökull. Trotz der mehr oder weniger schlechten Sicht gefiel uns die Landschaft – deshalb sind wir ja auch nach Island gekommen.

Die Strecke war, wie die meisten anderen von uns befahrenen, sehr einsam. Nicht ein einziges Auto trafen wir, nur einen Radfahrer.

Nach einiger Zeit passierten wir den Holmsarfoss, eine Schutzhütte unmittelbar daneben. Da es schon auf den Abend zuging, fiel die Entscheidung, hier zu nächtigen, nicht schwer.

Außer Wind, ein bisschen Regen und dem Rauschen des Wasserfalles gab es nichts, was unseren Schlaf störte.

Der Blick am Morgen versprach nichts Gutes, die Wolken hingen weiterhin tief über den Bergen. OK, müssen wir mit leben, es könnte schlimmer kommen – so unsere Gedanken. Und dann, es kam schlimmer. Weiter in den Bergen wurden die Wolken bzw. der Nebel immer dichter. Ich bin noch nie beim Offroaden mit Nebellampen gefahren – hier das erste Mal.

Bei schlechter Sicht passierten wir wieder eine Furt, direkt vor einem Wasserfall. Von dieser Stelle gibt es schöne Bilder, die wir auch machen wollten – keine Chance. Wir waren froh, nach ein bisschen Suchen überhaupt die Ausfahrt gefunden zu haben.

Weiterhin keine Sicht, plötzlich stand ein weiteres Expedtionsmobil vor uns, ebenso wie wir mit Nebelleuchten.

Am Ende der F232 bogen wir ab, um über die F210 auf die Nordseite des Myrdaösjökull Richtung Westen zu gelangen. Plötzlich wieder eine Begegnung: Zwei Radfahrer und ein Sprinter. Die Drei gehörten zusammen und wollten ein paar Filmaufnahmen machen – die Radfahrer vor dem Gletscher, was sich allerdings als nicht möglich entpuppte. Nach dem Austausch über die Widrigkeiten der Strecke in beide Richtungen zogen wir weiter – in unsere Richtung wurde die Sicht langsam besser und wir konnten etwas von der weiten Lava- und Flusssand-Ebene erkennen.

Die Fotos dazu sind nicht nur aufgrund des Wetters so dunkel, der Lavasand ist dunkelgrau.

Es ging noch eine kurze Strecke über Lavafelsen…...

….. bis wir an der Kreuzung zur F261 unsere Mittagspause einlegten. Von den Wanderern, die hier vorbei kamen, waren wir nicht überrascht, denn dies ist eine Haupt-Wanderroute vom Thorsmörk nach Landmannalaugar. Doch das ein Bus durch die Furt kam, ließ uns im ersten Moment staunen. Bei genauerem Hinsehen erkannten wir, dass es sich um einen Allrad angetriebenen Bus handelt, der hier fährt und Wanderer je nach Wunsch in die eine oder andere Richtung bringt. 

Weitere Eindrücke von diesem interessanten Land mit seiner zum Teil faszinierenden Landschaft.

Unser Track Book wies eine Piste durch einen Canyon aus, maximale Breite an einer Stelle nur 2,30 Meter, also für Geländewagen gedacht. Für breitere Fahrzeuge gab es einen Umleitungs-Vorschlag. Wer mich kennt und weiß, wo wir bisher schon waren, der kann sich auch denken, dass für mich das kein Hindernis sein sollte. Und so passierte es auch. Leider gibt es kaum Fotos davon, da wir versuchten, dies per Video mit dem Smartphone aufzunehmen. Ich kann aber sagen, dass wir die Widrigkeiten gut meistern konnten. Neben der schmalen Stelle kam erschwerend hinzu, dass es gleich danach links ums Eck ging und ich sehen musste, das Hinterrad an einem scharfen Stein vorbei zu bekommen.

Schon vorher gab es ein Problem: Ein kleiner Felsüberhang auf der rechten Seite stand im Wege, fürs Ausweichen war auch nicht viel Platz, da ein Felsbrocken im Wege lag, den wir aber noch gut zwischen die Räder bekamen.

Wir schafften die Passage also ohne Probleme und weiter ging es diesen Track entlang – durch eine tolle, wenn auch verregnete Landschaft, sogar mit doppeltem Regenbogen:

Auf einem Zuweg zu einem kleinen Gehöft fanden wir einen Stellplatz für die Nacht:

Nach knapp zwei Kilometern erreichten wir am Vormittag die F210, die wir Richtung Nordwest befuhren, unser Tagesziel war Landmannalaugar. Apropos Tagesziel: da darf man sich nichts vornehmen, denn man weiß nie im Voraus, wie die Strecke aussieht und mit welcher Geschwindigkeit die Kilometer bewältig werden können. Flexibilität ist angesagt (das haben wir allerdings auf den anderen Reisen auch so erlebt).

Steine, in verschiedenen Farben mit Flechten und Moosen:

Nicht nur einzelne Felssteine zeigten sich in verschiedenen Farben, dieses Farbenspiel konnten wir ebenfalls in der angrenzenden Bergwelt entdecken:

Schneereste wechseln mit einem Geothermalgebiet ab.

Die kleine Piste, die uns zur F225 bringen sollte, führte durch Täler und über die Hügel hinweg. Wie man auf den Bildern sehen kann, eine wunderschöne Piste und wir waren froh, diesen Weg gefahren zu sein. Doch dann: Die Piste zwang uns zur Überlegung, wieder umzudrehen. Sie führte an einem schrägen Hang entlang und es gab keine Chance, die Schräge durch einen aufgeworfenen Erdwall an der unteren Seite etwas heraus zu nehmen. Doch was tun? Da Andere den Weg auch geschafft hatten, wollten wir es versuchen. Wir bekamen dabei so viel Schräglage, dass uns wirklich der Ar… auf Grundeis ging – diese Schräglage zog sich über ca. 40 – 50 Meter hin. Was waren wir froh, diesen Teil heil überstanden zu haben – und entdeckten, dass es eine Umfahrung gibt, zu spät!!

Die F225 ist einer der Hauptzufahrtswege nach Landmannalaugar. Die unter Naturschutz stehende Gegend gilt als eine der schönsten der Insel, was sie den zahlreichen vulkanischen Erscheinungen und den sehr farbigen Bergen zu verdanken hat.  

Trotz einer teilweise anstrengenden Fahrt lohnen sich die Aussichten:

Auf den letzten Kilometern unseres Tageszieles trafen wir Hans und seine Freundin Janin aus Deutschland. Die Zwei sind ebenfalls mit einem MAN G90 unterwegs. Wir hatten uns über das Allradler-Forum kennen gelernt und standen in den letzten Wochen per Whatsapp in Verbindung. Heute trafen wir uns das erste Mal persönlich. Leider haben wir vergessen, ein Foto vom MAN-Treff zu machen. Vielleicht holen wir dies am 15. September nach, denn die Beiden fahren mit der gleichen Fähre wie wir wieder zurück nach Dänemark.

Der große Park- und Campingplatz am Landmannalaugar:

Am Vormittag machten wir uns zu einem kleinen Aufstieg bereit, um ein bisschen von oben sehen zu können. Wer uns kennt, weiß, dass wir nicht die großen Wanderer sind, vor allem nicht in den Bergen, denn als Norddeutsche sind wir ja nur Deiche gewohnt…..

Der Hotpot von Landmannalaugar, am Morgen kaum etwas los. Wir waren am Vorabend drin, um unsere verkrampften Muskeln von der Anspannung der Schrägen zu lockern. Da war der Hotpot wesentlich voller (wir fanden trotzdem eine kleine Ecke, wo wir es länger aushielten). Es war ganz lustig, denn eine italienische Reisegruppe fand sich hier zusammen, die zuerst in einer Tour am Quatschen und dann am Singen war.

Nach dem ‘mühevollen‘ Aufstieg für die Rundum-Bilder fuhren wir die F208 Richtung Norden, ebenfalls eine der üblichen Strecken zu diesem schönen Kleinod. Wir wollten diese Piste nur  zur Hälfte befahren, doch diese ca. 10 km gingen uns tierisch auf den Senkel, bestand sie doch ausschließlich aus Wellblech – und das hassen wir wie die Pest.

Doch das, was wir danach vorfanden, entschädigte wieder. Wir stießen auf einen kleinen Abzweiger, den wir allerdings suchen mussten, denn die weitere Strecke wird lt. Track Book nur sehr selten befahren.

Wir sind nicht weit weg von Landmannalaugar – und die Landschaft sieht hinter den Bergen wieder ganz anders aus.

Insgesamt fuhren wir an diesem Tag ca. 80 km – und ein weiterer Stopp auf dem Camping von Landmannalaugar bot sich an. Natürlich gönnten wir uns wieder ein Bad im Hotpot, dass im Gegensatz zum Vortag nicht ganz so voll war.

Am Morgen, es war mittlerweile Montag, zogen wir weiter Richtung Osten über einen Teil der F208, die allerdings nicht so viel Waschbrett-Wellen aufwies und ganz gut zu befahren war.

Doch die F208 wollten wir nicht bis ans Ende fahren – irgendwann ging es links ab über eine kleinere und wenig befahrene Nebenpiste.

Wieder schöne Ausblicke, die uns unheimlich gut gefielen – obwohl es am Anfang über sehr holperige Lavafelder ging. Aber nicht nur das, sie führte auch, wie an den Vortagen, teilweise über sanfte Hügel, manchmal allerdings mit steilen Aufstiegen.

Des weiteren ging es durch längere Flusspassagen, die allerdings nie ein Problem für uns bedeuteten. Aus einem Felsen entsprangen zwei Quellen, in wieweit das Wasser von weiter oben kam, konnten wir nicht feststellen.

Das Grün wechselte auf einmal ins Graue – wir hatten wieder einmal Lavasand unter den Rädern.

Die Piste endete an der F235, die nach wenigen Kilometern auf den See Langisjör stieß – dem, wie es heißt, wohl schönsten See Islands mit einem wunderbaren Panorama  

In der Nähe gab es eine Campingmöglickeit für ganz kleines Geld – also blieben wir,, denn es war schon später Nachmittag. Wir lernten hier Horst (mit dem Unimog) und Thomas (mit dem Sprinter) kennen.

Thomas und Horst sind befreundet und zogen gemeinsam durch Island, am Morgen starteten sie vor uns. Wir waren gerade mit dem Frühstück fertig, da klopfte es an der Tür – Thomas war zurück gekommen und bat um Hilfe, da Horst mit seinem Unimog abgerutscht war und das Auto zu kippen drohte.

Sie wollten zum Teil unsere Tour vom Vortag fahren, dort gab es auf den letzten Kilometern eine kurze, aber sehr schräge Passage. Ich selber hatte bereits diese auf der untersten Kante überquert, um die größte Schräge herauszunehmen. Unterhalb dieser Kante gab es nur noch trockenen, aber losen Flusssand. Und genauso wollte Horst fahren, doch die Kante hielt nicht mehr und er sackte ab.

Der Unimog stand dermaßen schräg, dass ein Umkippen zu befürchten war.

Wir packten alles zusammen, um so schnell wie möglich die Unfallstelle zu erreichen.

Gemeinsam entschieden wir, ein Abschleppseil an den Rahmen zu befestigen (höher ging nicht aufgrund fehlender Anschlagpunkte am Unimog), um so zumindest den Versuch zu starten, durch diese Sicherung ein Kippen zu verhindern. Gesagt, getan, das Seil war gestrafft und die zwei Freunde schaufelten den Sand unter den Reifen weg, so dass der Wagen langsam etwas aus der Schräge kam. Dann versuchten wir (ich durch Ziehen und Horst durch langsames Vorwärtsfahren) den Mog auf eine etwas ebenere Fläche zu bekommen.

Alle waren wir froh, als wir das Problem ohne Schäden gelöst hatten. Allerdings brauchte Horst noch einige Zeit, um den Schock zu verarbeiten.

Wir lernten daraus, dass unsere Autos eine Menge Schräglage abkönnen, zumindest mehr als die Besatzungen. Unser Popometer sagt schon viel früher: es geht nicht mehr!!

Nach diesem Schreck am Morgen machten wir uns auf, über Pisten zum See Blautulon zu kommen. Diesen See kann man auf vielen Videos sehen, da man ihn auf vielleicht 200 Metern durchqueren kann. Diese Durchquerungen sehen auf den Videos immer sehr spektakulär aus, sind es aber nicht. Das Wasser ist, geschätzt, am Rand ca. 50 cm tief. Und man muss am Rand fahren, da nur wenige Meter entfernt der See steil abfallen soll. Wir wollten also ebenfalls durch den See und waren enttäuscht, wie ‚langweilig‘ uns die Fahrt vorkam.

Wieder ging es durch schöne Landschaften, teilweise über sanfte Hügel hinweg (manchmal allerdings mit steileren Auf- bzw. Abfahrten).

Mittagspause – wir erreichten eine Wanderhütte im Troll-Gebiet. Troll-Gebiet deshalb, weil einige Felsformation wie ein paar Trolle aussehen.

Es war zwar noch früh am Tag, aber es gefiel uns sehr gut. Die Sonne schien das erste Mal ausgiebig. Kurzentschlossen die Stühle aus dem Kofferraum geholt und geblieben.

Gegen Abend kamen noch zwei Geländewagen vorbei, das war alles, was ‚störte‘.

 

Mittlerweile hatten wir einen großen Teil der südlichen Pisten aus dem Track Book durch, wie wollten wir zurück in die 'Zivilisation‘? Die Hauptroute über die F208 Richtung Süden war für uns keine Alternative, da wir dort zu viel Waschbrett befürchteten. So entschieden wir uns, wieder über die F232 zu fahren, über die wir vor ein paar Tagen auch ins Hochland herein kamen. Ein Hintergedanke war auch die eine besondere Flussdurchfahrt, die wir aufgrund des Nebels nicht richtig sehen konnten.

Von weitem zeigte sich der Myrdaösjökull-Gletscher.

An einer weiteren Furt legten wir eine Pause ein, hinter der Furt gab es einen kleinen Wasserfall und das Wasser verschwand in ein Loch im Felsen.

Herrliche Landschaften mit Blick auf den Myrdaösjökull.

An dieser Kreuzung standen wir bereits vor ein paar Tagen, konnten aber aufgrund des Nebels nichts weiter sehen.

Wir erreichten die F232, jetzt für uns ‚Neuland‘, da auch das Wetter mitspielte und die Sonne schien.

Und da war sie, die Furt mit dem Wasserfall. Insgesamt fünf mal musste ich sie durchfahren, weil wir neben den Bildern auch Videos erstellen wollten – und Brigitte natürlich abgeholt werden wollte.

Zwei Motorradfahrer mit großen, vollbepackten BMW-GS‘en wagten sich ebenfalls durch. Aufgrund der Steine hatten sie Schwierigkeiten und mussten sich gegenseitig unterstützen, sie schafften es ohne Sturz. Wir konnten es beobachten, als wir gerade unten am Aussichtspunkt vor dem Wasserfall standen.

Es war früher Nachmittag und wir kamen bei der Schutzhütte an, wo wir schon am Anfang der Offroadtour übernachteten. Das Wetter war herrlich, die Sonne schien. Zwar blies der Wind ein bisschen, aber im Windschatten des Autos wollten wir den schönen Tag ausklingen lassen und noch eine Nacht hier verbringen.

Morgens die Überlegung: Wir haben noch 12 Tage bis zur Abfahrt der Fähre, was wollen wir bis dahin machen, wohin wollen wir? Allzu weit ist es nicht mehr, es gibt zwar noch einiges zu besichtigen auf dem Weg dorthin, aber für 12 Tage?

Nach einigem Hin und Her entschieden wir uns, Thorsmörk aufzusuchen. Dahin gibt es zwei Wege: Entweder jetzt Richtung Süden auf die N1 und dann ca. 100 Kilometer Richtung Westen bis zur Abzweigung nach Thorsmörk. Oder: Nördlich auf Pisten um den Myrdaösjökull herum und dann die eine oder andere, für uns noch unbekannte Piste Richtung Hekla. Die Hekla ist ein 1.491 m hoher Vulkan im Süden Islands. Sie ist der Zentralvulkan einer 40 km langen Vulkanspalte und mindestens 6.600 Jahre alt. Der Berg gehört zu den drei aktivsten Vulkanen Islands. Die beachtlichen Eruptionen haben immer wieder große Teile von Island mit vulkanischen Aschen und Bims bedeckt. 

Wir entschieden uns für Letzteres. Also die F232 wieder zurück, auf die F210 und anschließend grobe Richtung Hekla.

Zuerst ging es durch Lavasand. Diese Strecke kannten wir schon, nur jetzt mit besserer Sicht.

Unterwegs kam uns tatsächlich ein etwas größerer LKW entgegen…

Von weitem sahen wir noch einmal bunte Berge und das Geothermalgebiet Richtung Landmannalaugar.

Bei einer Flussdurchfahrt musste sich der Rahmen des LKW stark verwinden, ein Knacken und anschließendes Gepolter hinter dem Fahrerhaus – die Halterung des Kühlwasser-Ausgleich-behälters hatte sich verabschiedet. OK, reparieren konnte ich nicht, aber der Behälter musste fixiert werden. Das Fahrerhaus wurde hochgeklappt, mit Spannbändern der Behälter hochgebunden und festgeklemmt und nach ca. 75 Minuten ging es weiter.

Vom Rest der Strecke gibt es nicht viel zu erzählen. Wieder einmal mussten wir uns durch enges Lavagestein manövrieren, auch um eine Schräge zu umfahren. Vom Hekla war nicht viel zu sehen, da die Wolken dort sehr tief hingen.

Wir drehten ab auf eine Piste Richtung Süden, die uns nur noch durch schwarze Landschaften führte.

Aufgrund der Panne war es schon spät, wir fanden einen kleinen Platz an einem Wasserfall und beendeten dort den Tag.

Am Morgen ging es über die F210 und 264 nach Hvolsvöllur, wo wir eine Werkstatt fanden, um den Halter wieder anschweißen zu lassen. Der Chef kümmerte sich umgehend, damit einer seiner Mitarbeiter den Schaden repariert und nach ca. 30 Minuten konnten wir weiter. Allerdings berechnete er gleich einen Touristenaufschlag und ließ sich für die Arbeit fürstlich entlohnen. Aber was soll‘s, wichtig war, dass alles wieder in Ordnung kam.

 

Thorsmörk liegt am Fluss Krossa. Der naturbelassene, weit verzweigte Gletscherfluss hat hier ein Bett zwischen zwei Gebirgszügen gegraben. In dem geschützten Tal der Krossa und an den umgebenden Hängen gibt es eine grüne Vegetation aus Moosen, Farnen und lichtem Birken-wald. Das Tal wird an drei Seiten von Gletschern eingeschlossen. Das bedingt ein angenehmes Kleinklima mit mehr Sonnentagen als im restlichen Südisland - das sollte unser nächstes Ziel sein. Die Zufahrt liegt beim Wasserfall Seljalandsvoss. Zwar hätten wir vor ein paar Tagen bereits  dorthin fahren können, wollten allerdings nicht wegen des andauernden Regens. Jetzt war das Wetter besser und wir nahmen den Weg in Angriff. Ab der N1 sind es 30 Kilometer, zuerst Teer und dann ca. 25 km Schotter. Wieder eine schöne Landschaft mit Blick auf den Myrdaösjökull-Gletscher, dieses Mal die Ostseite.

Irgendwann schreib ich an unseren Donnerlaster: Internationales Abschleppunternehmen.!!

An einer Furt fanden wir diesen Toyota RAV4. Wieso der Fahrer, ein Amerikaner, seinen Mietwagen statt durch die Furt rechts weg in die Strömung setzte, konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Dafür durfte ich mit ihm klären, wie wir überhaupt das Abschleppseil an seinen Wagen befestigten. Er hatte davon keinerlei Ahnung. Allerdings vermied ich, dabei selber ins kalte Wasser zu steigen – das durfte er gern allein tun.

Nach einigen kurzen Versuchen (er hatte dabei vergessen, die Handbremse zu lösen) bekamen wir ihn wieder heraus aus dem Wasser.

Weitere Bilder auf dem Weg nach Thorsmörk. Je näher wir kamen, desto schöner wurde es.

In unserem Track Book wurde vor der Durchfahrt der letzten Furt gewarnt, da die Strömung stark ist und tief sein könnte. Wir kletterten über zwei mobile Brücken und wanderten auf die andere Seite hinüber. Eigentlich wollten wir, Brigitte zuliebe, einen Ranger fragen, obwohl ich von Hans, dem MAN-Fahrer, weiß, dass er vor einer Woche auch drüben war.

So sieht es hier aus, Hütten und Zeltmöglichkeiten für Wanderer von und nach Landmannalaugar.

Es gibt eine Bushaltestelle, dieser Platz wird regelmäßig mit Allradler-Bussen angefahren, um Wanderer zu bringen bzw. abzuholen.

Es ist sehr schön hier, aber irgendwie konnten wir uns nicht entscheiden, hinüber zu fahren und dort über Nacht zu bleiben. Das wir die Furt ohne Probleme hätten queren können, erkannten wir auf dem Rückweg zum Auto. Ein größerer Geländewagen mit Anhänger ‚zeigte‘ es uns.

Wieder an der N1 angekommen entschieden wir uns, noch einmal ca. 35 km Richtung Westen nach Hella zu fahren. Den Platz kannten wir schon und konnten dort unsere (fälschlicherweise) gekaufte Campingcard einsetzen. Es war Freitag Abend und der abge-schwächte Hurrikan Ida stand vor Islands Südküste. Somit war fürs Wochenende Sturm und Regen angesagt und das wollten wir dort aussitzen.

Der Samstag war noch ganz angenehm bis auf einen unangenehmen Wind, aber gegen 19:00 Uhr blies dieser immer stärker, so dass das Auto in einer Tour am Schaukeln war. Zusätzlich schüttete es bis 2:00 Uhr wie aus Eimern.

Wir nutzten die Zeit, um uns von den Erlebnissen zu erholen, kleine Wäsche zu machen und vor allem die Homepage auf den neuesten Stand zu bringen.

Am Sonntagmorgen kam noch der eine oder andere Schauer herunter, der Wind blies zwar noch, aber nicht mehr so stark, vereinzelt schaute die Sonne aus den Wolken hervor. Ob wir noch geblieben sind oder auf dem Weg ins nächste Abenteuer, das erfahrt ihr im nächsten Blog.

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