Am 01.06.2014 starteten Wolfgang und ich mit unseren Motorrädern wieder gen Georgien. Nachdem Wolfgang dort mit seiner BMW kurz weggerutscht war und als Ergebnis mit einem gebrochenen Sprungelenk mit dem ADAC nach Hause fuhr, wollten wir die Tour dieses Jahr wiederholen. Hier stehen wir am Bahnhof Hamburg-Altona,, um mit dem Autoreisezug nach Wien zu fahren. Da wir keine Lust haben, über 1000 km Autobahn zu fahren und die Tour in die Richtung über Landstrassen aus zeitlichen Gründen auch nicht in Frage kam, gönnten wir uns wieder einmal den 'puren Luxus' der Bahnreise.

Meine BMW R 1200 GS war noch ganz jungfräulich. Als ein der letzten Luftgekühlten als Sondermodell Rallye kaufte ich sie im Juli 2013, sie wurde aber erst am 02.05.2014 angemeldet und hat hier gerade einmal 800 km auf dem Tacho - ich kann jetzt schon verraten: als wir wieder zu Hause waren, stand der Tacho auf 10.300 km.


Wir sind schon in Rumänien, die erste Nacht im Zelt war einfach nur herrlich - ich hatte mich schon lange drauf gefreut, endlich wieder im Zelt zu schlafen, ich liebe es einfach und für mich gehört es zu einem Motorradurlaub dazu.. Letztes Jahr war hier auch unser Schlafplatz und durch Zufall fanden wir es wieder. Wir konnten hier ganz ungestört den Abend und die Nacht verbringen, wenn man von den abendlichen Überfaällen der kleinen Plagegeister, genannt Mücken, absah. Aber mit einem Mix aus deutschem und russischem Insektenschutz war es auszuhalten.


Wir stehen jetzt vor der bulgarisch-türkischen Grenze, Seit Wien haben wir die 3 letzten Tage ca. 1400 km geschafft.  In Bulgrien hatten wir 2 Pässe  vor uns - einfach herrlich.  Danach die letzten 150 km nur Regen und 16 Grad - das vermiest uns doch etwas den Spass, aber wir lassen uns die gute Laune nicht nehmen. Unser Ziel heute ist noch , über den Bosporus und dann ans Schwarze Meer zu kommen. Mal sehen, ob wir es schaffen.


Die letzte Nacht verbrachten wir auf dem Camping Woodyville direkt am Schwarzen Meer.hier waren wir auch schon letztes Jahr. Gestern lies der Regen auf dem Weg von der Grenze zum Bosporus wieder nach, so dass wir die Kilometer noch schafften und gegen Abend hier eintrafen.

Bei Ankunft begrüßte uns allerdings ein Riesengewitter  und wir bauten die Zelte nur noch unter einem Terassendach auf. Es wurde aber trotzdem eine angenehme Nacht. Und jetzt geht es weiter an der Küste gen Osten, hoffentlich mal ohne Regen.


Seit Samstag Abend  sind wir in Mestia, Georgien und haben 2 tolle Tage erlebt, insbesondere heute. Davon werde ich noch berichten. Jetzt sitzen wir wie die beiden letzten Tage auch im Cafe Laila bei Tamuna mit einem Deutschen, einem amerikanischen Professor, einem Österreicher und einer Australierin zusammen und haben viel Spaß miteinander. Morgen soll es weitergehen.


Unser erstes Ziel in Georgien ist die kleine Stadt Mestia im großen Kaukasus - und hier das Cafe Laila. Die Inhaberin des Cafes heisst Tamuna und sie ist ein super sympatischer Mensch. Wir lernten sie im letzten Jahr kennen, als Wolfgang sich sein Bein brach. 

Tamuna studierte in Dresden und spricht fliessend Deutsch. Durch ihre Sprachkenntnisse war im Krankenhaus vieles für uns einfacher und sie half auch hinterher noch bei diversern Problemen aufgrund Wolfgangs Verletzung.

Wie man sehen kann, sollten wir gleich gemästet werden, Auf dem 3. Bild kann man allerdings auch sehen, dass nach ein paar Tagen allerdings wieder Schmalhans der Küchenmeister war.

Am Sonntag gab es ein Tanzfest, schon auf dem Weg hoch nach Mestia (ca. 1500 m ünn) sahen wir diverse Autos mit den Kindern und Jugendlichen. Es war den Teilnehmern richtig anzumerken, mit welcher Begeisterung sie an dem Wettbewerb teilnahmen.

Ushguli, das in Europa am höchsten gelegene, dauerhaft bewohnte Dorf in ca. 2.500 m ünN. Hier dauert der Winter ca. 6 Monate und das Leben für die Menschen ist wirklich nicht einfach. Die Äcker werden noch mit Ochsengspannen bearbeitet.

Um hier her zu kommen, heisst es ca. 45 km Schotter-Weg fahren. Auf dieser Strecke hatte Wolfgang im letzten Jahr seinen Sturz. Aber dieses Mal brauchten wir den Weg nicht mit unseren Motorrädern bezwingen, denn Tamuna nahm sich einen Tag von Ihrem Cafe eine Auszeit, um mit uns gemeinsam im Auto ihres Bruders das Dorf aufzusuchen, Ihre Familie mütterlicherseits kommt aus Ushguli und so kennt sie natürlich viele Menschen.

Die Strecke nach Ushguli: Man beachte auf dieser Schotterstrecke die Verkehrsschilder aufgrund der Reparatur einer Brücke......

Nach 3 Tagen bei Tamuna geht es weiter. Hier seht ihr einen unserer Schlafplätze. Als Wolfgang mit dem Messer kam, hauten die beiden Schweinchen lieber ab....

Unser nächstes Ziel war die Georgischen Heerstrasse. Diese liegt nördlich von Tbilisi (Tiflis) und führt direkt nach Russland. Es ging allerdings nur bis Kashbegi (heute Stepantsminda), danach war die Strasse aufgrund eines Erdrutsches schon seit Wochen gesperrt und ein Weiterkommen an/über die Grenze nicht möglich (was wir auch nicht vor hatten).

Georgische Heerstrasse: auf halbem Weg nach Kashbegi fanden wir einen Schlafplatz. Doch wir waren am Abend nicht allein. Eine  Famile feierte und wir wurden auch eingeladen.

Die Familie bestand aus 12 Erwachsene und 6 Kinder - alle zusammen waren mit dem Ford Transit gekommen und auch alle wieder zusammen gefahren - in Georgien (wie in diversen anderen Ländern auch) ist so etwas möglich.

Tblisis (Tiflis):

und dann noch mehr Tiflis, die letzten 6 Bilder sind ein unterirdisches Schwefel-Thermalbad. Der Geruch war herrlich - so richtig nach verfaulten Eiern. Das Wasser war 47 Grad heiss. Nach dem ersten Bad gönnten wir uns eine Massage, eigentlich war es mehr eine Waschung mit anschliessendem leichten Durchkneten.

Das Schwefel-Thermalbad von innen: